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Verfolgerstaat Favorit für WM 2034
Human Rights Watch: WM in Saudi-Arabien wäre Betrug an FIFA-Agenda
Der Chef von Human Rights Deutschland schätzt die Menschenrechtslage in Saudi-Arabien noch ein Stück schlimmer ein als beim letzten WM-Austrägerland Katar. Saudi-Arabien gilt für 2034 als FIFA-Favorit für die Fußball-Weltmeisterschaft.

Die FIFA hat keine Berührungsängste mit Ländern, die Schwule und Lesben wegen ihrer sexuellen Orientierung hinrichten lassen (Bild: Ben Sutherland / flickr)
- 31. Oktober 2023, 10:56h 2 Min.
Für den Chef von Human Rights Watch Deutschland wäre eine Fußball-WM in Saudi-Arabien ein Unding. "Gar nichts" halte er von einer Weltmeisterschaft dort 2034, sagte HRW-Deutschland-Direktor Wenzel Michalski in einem Gespräch der Deutschen Presse-Agentur. "Weil die FIFA sich eine Menschenrechtsagenda gegeben hat, die besagt, dass Austräger von Weltmeisterschaften Menschenrechte einhalten müssen", erklärte der Deutschland-Direktor von HRW: "Und das ist bei Saudi-Arabien bekanntermaßen überhaupt nicht der Fall." Eine WM in Saudi-Arabien würde für ihn eigentlich Betrug an all denjenigen bedeuten, die der FIFA glauben würden, die sich gegebenen Menschenrechtsstandards auch zu verwirklichen.
Die Chancen, dass Saudi-Arabien 2034 Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft wird, dürften aber nicht schlecht stehen. An diesem Dienstag läuft die Frist für eine Interessenbekundung ab. Saudi-Arabien, das sich unter anderem Fußball-Größen wie Cristiano Ronaldo schon in die eigene Liga holte und in vielen anderen Sportarten international als Ausrichter einen Ruf verschaffen will, hat seine Absicht bereits klargemacht. Australien, die bisher einzige Konkurrenz von Saudi-Arabien, teilte am Dienstag mit, dass man sich nicht für die WM 2034 bewerben wolle.
/ FootballAUSAustralia is strongly positioned to host future major tournaments including the AFC Womens Asian Cup 2026 and 2029 FIFA Club World Cup.
Football Australia (@FootballAUS) October 31, 2023
Full statement
Es sei eine Verpflichtung der FIFA, darauf zu achten, dass während einer WM in den Ländern, wo sie stattfindet, keine Menschenrechtsverletzungen stattfinden würden, betonte Michalski: "Das ist überhaupt nicht vorstellbar in Saudi-Arabien. Nehmen wir allein mal die Pressefreiheit, die laut FIFA-Statuten auch gegeben sein muss. Die gibt es dort nicht. Oder Gleichberechtigung. Oder keine Diskriminierung zum Beispiel von LGBT-Menschen. Oder das Recht auf freie Meinungsäußerung."
Schon im Zuge der WM Ende vergangenen Jahres in Katar hatte es massive Kritik an der FIFA gegeben. In Katar wurden queere Fans mehrfach diskriminiert (queer.de berichtete). Er wolle die beiden Länder gar nicht vergleichen, sagte Michalski. Die Menschenrechtssituation in Saudi-Arabien sei aber noch einen Grad schlimmer als in Katar.
Saudi-Arabien gehört zu jenen Ländern, die die Todesstrafe wegen Homosexualität verhängen. Alternativ sind auch lebenslange Haft oder Auspeitschung möglich. (dpa/dk)
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