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Welpen sind sauer
"Puppy Germany" bei Instagram gesperrt
Die Gruppe "Puppy Germany" beklagt, dass sie unrechtmäßig auf Instagram gesperrt wurde.
- 31. Oktober 2023, 13:58h 2 Min.
Instagram hat die Seite von "Puppy Germany" vergangene Woche gesperrt. Wie die schwule Fetisch-Gruppe am Montag mitteilte, habe die amerikanische Social-Media-Seite argumentiert, dass "Puppy Germany" "gegen unsere Gemeinschaftsrichtlinien gegen sexuell motivierte Kontaktaufnahme mit Erwachsenen verstößt". Dabei seien auf der Instagram-Seite lediglich Ankündigungen zu Veranstaltungen geteilt worden.
Ein Einspruch gegen die Entscheidung sei ohne Anhörung abgelehnt worden. Dies verstoße nach Ansicht der queeren Gruppe gegen eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2021, nach dem in solchen Fällen die Möglichkeit zur Gegendarstellung gegeben werden müsse (BGH, Urteil vom 29.7.2021 – III ZR 179/20). Daher habe "Puppy Germany" Instagram aufgefordert, die Seite bis kommenden Montag wieder zu entsperren. Ansonsten seien gerichtliche Schritte nicht ausgeschlossen.
Auf Facebook, das wie Instagram vom Meta-Konzern betrieben wird, ist das Profil von "Puppy Deutschland" weiterhin erreichbar (Link). Auch auf X und Bluesky ist "Puppy Germany" vertreten. Die Gruppe veranstaltet seit 2018 die jährliche Wahl des "Puppy Germany", also einer Art Mr. Puppy. Dieses Jahr gewann Velox aus Berlin die Wahl.
Das ist Velox Puppy Germany 2023
Posted by Puppy Germany on Saturday, July 1, 2023
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Pupplay ist ein insbesondere in der queeren Community beliebtes Rollenspiel, in denen sich meist schwule Männer in Lederoutfits mit Hundemasken zeigen. Auf vielen CSDs sind die sogenannten Puppies inzwischen ein fester Bestandteil. Das führt teilweise zu hysterischen Reaktionen aus der Öffentlichkeit und von der Polizei: So wurde etwa mehrfach in Nordrhein-Westfalen die Teilnahme von Puppys mit Masken an CSDs verboten, zuletzt in Recklinghausen. Allerdings entschuldigte sich die Polizei später dafür (queer.de berichtete). Bei eher als heterosexuell gelesenen Karnevalsumzügen greift die Polizei dagegen bei ähnlichen Verkleidungen nicht ein.
Zuletzt untersagte die Polizei auch Puppys auf dem CSD im brandenburgischen Oranienburg (queer.de berichtete). Mit einem fast zeitgleichen Auftritt des Rechtsextremisten Björn Höcke am selben Ort hatten die Beamt*innen allerdings keinerlei Probleme. (cw)
Links zum Thema:
» Homepage "Puppy Germany"















