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Welt-Aids-Tag
Kampagne "Leben mit HIV. Anders als du denkst?" gestartet
Zum Welt-Aids-Tag wollen Aidshilfe und Co. mit einer Kampagne gegen Diskriminierung von HIV-Positiven vorgehen. Als bekanntes Szene-Gesicht konnte Barbie Breakout gewonnen werden.
- 3. November 2023, 12:51h 3 Min.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die Deutsche Aidshilfe (DAH) und die Deutsche AIDS-Stiftung (DAS) haben am Donnerstag ihre Gemeinschaftskampagne "Leben mit HIV. Anders als du denkst?" zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember 2023 vorgestellt. Darin erzählen Menschen mit HIV von ihrem Leben und sollen mit Informationen und Selbstbewusstsein Diskriminierung entgegentreten – mit Slogans wie "Diskriminierung? Kannst du dir abschminken" oder "Ich lebe mit HIV. Komm kuscheln!"
"HIV-positive Menschen erfahren zu oft Vorurteile, veraltete Vorstellungen vom Leben mit HIV und Berührungsängste", erklärte dazu der kommissarische BzgA-Chef Dr. Johannes Nießen. "Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, jeder Form von Ablehnung entgegenzuwirken, damit Menschen mit HIV ohne Stigmatisierung leben können."
DAH-Vorstandsmitglied Stefan Miller, selbst HIV-positiv, erklärte, in der Kampagne zeigten sich Menschen mitten im Leben: "Sie demonstrieren einen selbstbewussten Umgang mit Abwertung, Benachteiligung und Berührungsängsten – alles leider immer wieder Teil ihres Alltags. Die Botschaft lautet: Diskriminierung muss sich niemand gefallen lassen."
Kampagne mit Barbie Breakout
Insgesamt berichten sieben "starke Persönlichkeiten mit HIV" in der Kampagne von ihrem alltäglichen Erleben, ihrem HIV-positiven Coming-out und ihrem Umgang mit Widerständen. Dabei ist unter anderem die prominente Dragqueen Barbie Breakout, die derzeit die erste Staffel von "Drag Race Germany" moderiert (queer.de berichtete). Zu den weiteren Protagonist*innen zählen die ukrainische Sexualtherapeutin und Veranstalterin von Kuschelpartys Kristina oder die bayerische Postbotin Hildegard, die mit ihrem Coming-out nicht länger warten will ("HIV-positiv: Jetzt zeig ich's euch!"). Die Geschichten der sieben Personen sollen in verschiedenen Formaten und Kanälen – etwa in sozialen Medien – präsent sein.
So sieht?s aus: Menschen mit HIV zeigen sich mitten im Leben – von der Postbotin aus einem bayerischen Dorf über den...
Posted by Welt-Aids-Tag on Thursday, November 2, 2023
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Die Veranstalter*innen wollen mit ihren Aktionen auch darüber aufklären, dass HIV heute gut behandelbar sei – aber nicht heilbar. Hoch effektive Medikamente verhinderten die Vermehrung des Virus im Körper. Die wichtige Message laute: "HIV-positive Menschen bleiben bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung gesund, erkranken also nicht an Aids. HIV ist unter Therapie nicht übertragbar." In den letzten Jahren hatten Umfragen gezeigt, dass der sogenannte "Schutz durch Therapie" immer noch in der Mehrheit der Bevölkerung unbekannt sei (queer.de berichtete).
Eine Umfrage aus dem Jahr 2021 kam außerdem zu dem Ergebnis, dass Diskriminierung noch immer ein großes Problem sei: 95 Prozent der befragten HIV-Positiven hätten demnach Diskriminierung in den vergangenen zwölf Monaten erfahren (queer.de berichtete).
Der Welt-Aids-Tag ist der Tag der Solidarität mit HIV-positiven Menschen und des Gedenkens an die an Aids Verstorbenen. Er wird seit 1988 jedes Jahr am 1. Dezember begangen. Die wichtigsten Ziele sind ein diskriminierungsfreier Umgang und Zugang zu medizinischer Versorgung für alle Menschen weltweit.
In Deutschland lebten Ende 2021 nach Angaben des Robert Koch-Instituts 90.800 Menschen mit HIV (queer.de berichtete). Weltweit waren es 2022 nach Angaben von UNAIDS 39 Millionen Menschen. (pm/dk)
Links zum Thema:
» welt-aids-tag.de
» BZgA-Infoseite Liebesleben.de
» aidshilfe.de
» aids-stiftung.de














