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Umstrittenes Sportevent

Gay Games in Hongkong und Guadalajara gestartet

Premiere für die Gay Games: Sie finden zum ersten Mal auf zwei Kontinenten statt. Umstritten ist der Austräger Hongkong – damit werden die Spiele erstmals nicht in einer Demokratie abgehalten.


Bei den Gay Games messen sich Hobbysportler*­innen in mehreren Sportarten – auch im Fußball (Bild: Facebook / Gay Games 11 Hong Kong 2023)

Die elften Gay Games sind am Samstag mit einer großen Eröffnungszeremonie in Hongkong gestartet. "Das Ziel der Gay Games war es schon immer, ein Sport-, Kunst- und Kulturfestival zu schaffen, das Partizipation, Inklusion und Selbstüberwindung feiert", erklärte Lisa Lam, die Co-Vorsitzende der Veranstaltung.

Erstmals findet das Event parallel auf zwei Kontinenten statt – neben Hongkong auch im mexikanischen Guadalajara. Ursprünglich hätten die Spiele bereits letztes Jahr in Hongkong veranstaltet werden sollen, allerdings mussten sie wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Nach der Verschiebung wurde auch entschieden, Guadalajara als zweiten Ausrichtungsort zu bestimmen.

Insgesamt treten gut 4.800 Athlet*­innen gegeneinander an, ungefähr je die Hälfte in China und in Mexiko. Sie sind damit die bislang kleinsten Spiele seit den dritten Gay Games 1990 im kanadischen Vancouver.

¡Las finales de voleibol playero en los Gay Games Guadalajara fueron emocionantes! Todxs son ganadorxs en esta fiesta...

Posted by Gay Games Guadalajara 2023 on Sunday, November 5, 2023
Facebook / Gay Games Guadalajara 2023 | In Guadalajara fand bereits das Beachvolleyball-Finale statt
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Die Vergabe an Hongkong, die bereits 2017 und damit vor der Niederschlagung der Demokratie-Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone erfolgte, ist sehr umstritten. Sportler*­innen aus Taiwan dürfen etwa wegen der chinesischen Annexionsfantansien nicht in Hongkong antreten – und sind deshalb mit einer Delegation nach Mexiko gereist. Im Juni diesen Jahres protestierten fünf Menschenrechtsaktivist*­innen aus Hongkong gegen die Austragung: "Wir glauben, dass die Führung der Gay Games Hongkong die Werte und Prinzipien der Gay Games, die Inklusion und Menschenrechte verteidigen sollen, verletzt hat. Sie haben eine Allianz mit autoritären Personen geschlossen, die für die weit verbreitete Verfolgung der Menschen von Hongkong verantwortlich sind."

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In Hongkong gibt es keinerlei Antidiskriminierungsgesetze für LGBTI und gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden bislang nicht anerkannt, obgleich ein Gericht dies erst im September gefordert hatte (queer.de berichtete). Das kommunistische Regime in China, das bei Entscheidungen in Hongkong das letzte Wort hat, ist unterdessen offen queerfeindlich – zuletzt ging die Regierung vermehrt gegen queere Organisationen vor (queer.de berichtete).

Bei der Eröffnungsfeier nahm als einzige Regierungsvertreterin Regina Ip teil, ein Mitglied des Hongkonger Legislativrats. Die Politikerin, die auch wegen rassistischer Äußerungen in der Kritik stand, gilt als erbitterte Gegnerin der Demokratie – und machte die Volksherrschaft etwa für den Holocaust verantwortlich ("Adolf Hitler wurde demokratisch gewählt und er hat dann sieben Millionen Juden getötet"). Die Gay-Games-Veranstalter*innen lobten die Autokratin am Montag auf Facebook dennoch in höchsten Tönen: "Seit uns die Spiele 2017 zugesprochen wurden, war sie an unserer Seite und hat uns standhaft unterstützt. Ihre Anwesenheit bei der Eröffnungsfeier und ihre inspirierende Rede hat unsere Herzen berührt und uns erinnert, wie wichtig Diversität, Inklusion und Einheit sind", heißt es auf Facebook.

A heartfelt message of gratitude to Regina Ip ???? for her unwavering support and dedication to Gay Games 11 Hong Kong...

Posted by Gay Games 11 Hong Kong 2023 on Sunday, November 5, 2023
Facebook / Gay Games 11 Hong Kong 2023
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Die letzten zehn Gay Games fanden in den USA, Kanada, den Niederlanden, Australien, Frankreich und in Deutschland (2010 in Köln) statt. Hongkong ist damit der erste asiatische Austragungsort. (dk)

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