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Caroline Bosbach: Gegen Queers, für Bier

Queer­feindliche CDU-Politikerin wird Kölsch-Botschafterin

Kölsch-Firmen zeigen sich gerne weltoffen auf dem CSD. Nun haben sich die Kölner Brauerereien aber ausgerechnet eine Politikerin als Botschafterin ausgesucht, die gerne gegen queere Menschen hetzt.


Caroline Bosbach echauffiert sich beim TV-Sender von "Bild" darüber, dass queere Menschen sichtbar sind (Bild: Bild-TV)

Der Kölner Brauerei-Verband hat vergangenen Monat beim Kölsch Konvent die CDU-Politikerin Caroline Bosbach zur ersten Kölsch-Botschafterin ernannt. Die Domstadt-Bierfirmen – darunter beliebte Marken wie Reissdorf Kölsch und Gaffel Kölsch – suchten sich damit ausgerechnet eine Repräsentantin aus, die aus ihrer Abneigung gegenüber queeren Menschen kein Geheimnis gemacht hat.

Caroline Bosbach ist die Tochter des langjährigen CDU-Bundestags­abgeordneten Wolfgang Bosbach. Sie arbeitete unter anderem im Wahlkampfteam des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und ist seit 2021 Bundesvorsitzende des Jungen Wirtschaftsrats der CDU.

Im Mai sorgte sie mit ihrem Auftritt in der Bild-TV-Sendung "Viertel nach Acht" für Schlagzeilen, als sie mit Blick auf die queere Community erklärte: "Deutschland wird immer irrer." Sie beklagte sich etwa über den Verkauf eines Kinderbuches über eine trans Person und erklärte, diese Publikation stehe für einen gesellschaftlichen Trend, "der Ordnung und Werte, so wie wir sie kennen, abschaffen möchte". "Umerziehungsfantasien" würden Kindern aufgedrängt, so Bosbach weiter. "Warum müssen wir unseren Kindern immer Angst machen?", fragte die 33-Jährige.

Außerdem machte Bosbach den CSD-Monat dafür verantwortlich, dass Kinder nicht mehr wüssten, was Pfingsten sei: "Der Queer Pride Month steht vor der Tür. Das kennen sicher alle. Ich wage aber ganz stark zu bezweifeln, dass irgendeiner von denen weiß, wann Pfingsten ist, was Pfingsten ist und was das Ganze überhaupt soll." Die Äußerung ist insbesondere angesichts von unter Kindern populären Pfingstferien unverständlich – für den Pride-Month gibt es schließlich keine freien Tage.

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Bosbach will queerem "Trend" Einhalt gebieten

Bosbach fasste ihre Haltung so zusammen: "Deutschland wird immer irrer. Wenn ich persönlich jetzt Kinder hätte, die würden an keine normale Schule mehr gehen. Die würde ich einpacken, würde sie in irgendein katholisches Internat packen, am besten in Bayern oder sonstwohin, wo die Welt noch in Ordnung ist. Und ansonsten kann ich nur hoffen, dass wir diesem Trend Einhalt gebieten, weil wir sind immer noch in der absoluten Mehrheit. Es gibt vielleicht ein Prozent in der Bevölkerung, die das nicht hochgradig irre finden." Zustimmung für ihre Thesen erntete Bosbach von den anderen queerfeindlichen Gästen Birgit Kelle und Sahra Wagenknecht.

Bosbach wird ein Jahr lang als Kölsch-Botschafterin fungieren. Der Brauerei-Verband blendete dabei die Queerfeindlichkeit der Christdemokratin völlig aus: "Es sollen Persönlichkeiten geehrt werden, die sich durch ein besonders politisches oder gesellschaftliches Engagement auszeichnen und dazu beitragen, die Kölsche Kultur sowie den Bierstil Kölsch zu fördern und zu repräsentieren", sagte Melanie Schwartz, ein Vorstandsmitglied des Brauerei-Verbandes, laut dem "Kölner Stadtanzeiger".

Kölsch-Firmen sind seit Jahren sehr aktiv bei CSDs und schmücken sich gerne mit queeren Symbolen, etwa einer Regenbogen-Kölschstange (queer.de berichtete). (dk)

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