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Die süße Welt eines Sugarboys

Lehramtsstudent Jan (25) berichtet von seinen Erfahrungen auf der Dating-Plattform MyGaySugardaddy: "Solange beide einverstanden sind, gibt es keinen Grund für Kritik".


Jan führt ein Leben, von dem viele nur träumen können
  • 8. November 2023, 02:12h 6 Min.

In einer eleganten Bar in Düsseldorf, zwischen exklusiven Cocktails und ganz viel Luxus, treffe ich den 25-jährigen Jan, einen Sugarboy, der sein Leben in vollen Zügen genießt. Mit einem strahlenden Lächeln werde ich von dem gutaussehenden Lehramtsstudenten empfangen. Sein bezaubernder Charme zieht jeden sofort in seinen Bann, und in der nächsten Stunde erzählt er mir von seinem aufregenden Leben, seitdem er Sugardaddys datet.

Er erzählt mir, dass er sich vor einiger Zeit auf der Dating-Plattform MyGaySugardaddy registriert hat, einer deutschen Website, die sich an homosexuelle Männer richtet und sich auf Sugar-Dating spezialisiert hat. In dieser Community verbinden sich Sugarboys wie Jan mit wohlhabenden Sugardaddys, und alle wollen nur das eine. Oder vielleicht doch nicht? Luxus, Qualitytime und klare Vereinbarungen. Das Sugar-Dating hat Jan eine Welt eröffnet, die er sich zuvor kaum vorstellen konnte. In den letzten Jahren hat er viele, luxuriöse Urlaube genossen, die teuersten Restaurants besucht und beeindruckende Geschenke von den verschiedensten Gentlemen erhalten.

Aber was ist Sugar-Dating überhaupt?

Sugar-Dating unterscheidet sich von traditionellen Beziehungen und ist eine Form der Beziehung, die durch klare Vereinbarungen geprägt ist und die Erwartungen beider Seiten erfüllt. Es ermöglicht den Sugarboys, einen luxuriösen Lebensstil zu führen, den sie ohne einen Sugardaddy nicht führen könnten. Im Gegenzug erhalten die Sugardaddys die Aufmerksamkeit einer jüngeren, attraktiven Person, die sie überallhin begleiten kann.

Das Sugar-Dating in der Kontroverse

Trotz vieler Vorteile wird das Sugar-Dating oft scharf kritisiert. Einige Kritiker argumentieren, es handle sich um finanzielle Ausbeutung und reduziere sich auf Sex. Doch ist das wirklich der Kern einer solchen Beziehung? Ich frage Jan, was er über diese Vorurteile denkt:

"Für mich geht es nicht nur um Geld. Ich bin jung, glücklich und frei. Ich sehe die schönsten Orte und lerne ständig interessante Menschen kennen. Ich genieße es auch, tiefgründige Gespräche mit intelligenten Männern zu führen, die etwas im Kopf haben", sagt er lachend. "Es ist nicht so, wie es für die meisten Menschen von außen scheint."

Er fügt hinzu, dass Intimität natürlich auch eine Rolle spielt, aber dass jede Beziehung einzigartig ist und er bereits Vereinbarungen mit Männern hatte, die nur Gesellschaft für ein Geschäftsessen suchten oder jemanden, der bereit war, zuzuhören.

Ein Leben im Luxus

Jan, der ursprünglich aus Köln stammt und derzeit in Düsseldorf studiert, führt ein Leben, von dem viele nur träumen können. "Ich habe das Glück, von großzügigen Sugardaddys verwöhnt zu werden", sagt er, während er an seinem Kir Royale nippt. "Es ist ein Leben, das ich mir nie erträumt hätte. Ich kann meinen Lebensstil gut damit finanzieren, und die teuren Geschenke und Urlaube kommen noch on top." Neugierig frage ich, ob er sich für wohlhabend hält. "Reichtum ist relativ", antwortet Jan nachdenklich. "Ich fühle mich reich an Erfahrungen und Möglichkeiten. Geld ist wichtig, aber es ist nicht alles."

Auf der Plattform MyGaySugardaddy ist Jan kein Unbekannter. Er ist bereits seit mehreren Jahren angemeldet und hat schon einige Sugardaddys über einen längeren Zeitraum kennengelernt. "Die Plattform ist für mich die einfachste und seriöseste. Ich habe damals auch andere Seiten ausprobiert, aber diese war für mich am übersichtlichsten und ich habe in der Community die besten Erfahrungen gemacht. Besonders seit dem Relaunch in diesem Jahr ist das Sugar-Dating dort zu einem noch besseren Erlebnis geworden."

Ich bin gespannt darauf zu erfahren, wie viel Jan monatlich damit verdient. "Das kann man so pauschal nicht sagen", antwortet er mit einem Augenzwinkern. Er erklärt, dass es von einem Sugardaddy zum anderen variiert, aber es mehr als genug ist, um seinen Lebensstil und sein Studium zu finanzieren. Er hatte verschiedene Vereinbarungen, bei denen ihm einige Partner eine bestimmte Summe pro Treffen gaben, die im Voraus vereinbart wurde. Andere haben ihn mit teuren Verabredungen und luxuriösen Geschenken verwöhnt. "Manchmal sind wir nach einem Date extra für mich shoppen gegangen. Zurzeit treffe ich jemanden, der mir eine feste Summe überweist, und wir treffen uns etwa zehn Mal im Monat", klärt er mich auf. Wie viel es genau ist, damit rückt Jan nicht heraus, aber er macht klar, dass es im vierstelligen Bereich liegt.

Und was haben die Sugardaddys davon?

Jan erklärt, dass die Gegenleistungen für die großzügigen Geschenke und Zuwendungen klar definiert sind. "Die Sugardaddys erwarten meine Gesellschaft, Unterhaltung und Aufmerksamkeit. Sie wollen sich jung fühlen und schöne Erinnerungen schaffen. Es ist eine Win-win-Situation. Bei einigen spielt Intimität eine größere Rolle als bei anderen. Aber auch damit habe ich kein Problem, solange es zwischenmenschlich passt", fügt er hinzu.

Die Reaktionen seiner Familie und Freunde auf seine unkonventionellen Beziehungen sind gemischt. "Am Anfang waren sie skeptisch", gesteht Jan. "Aber als sie sahen, wie glücklich ich bin und wie sehr ich mein Leben genieße, akzeptierten sie meine Entscheidung. Sie wissen, dass ich ein erwachsener Mann bin und meine eigenen Entscheidungen treffen kann."

Die von Jan verwendete Plattform ist für Sugarboys kostenfrei und hat ihm nach seinen Angaben eine Welt des Luxus und der Freiheit eröffnet, die er nicht missen möchte. Er wehrt sich gegen Vorwürfe, dass diese Art von Beziehung moralisch nicht vertretbar sei. "Liebe und Beziehungen sind vielfältig", sagt er. "Solange beide Parteien einverstanden sind und sich wohl fühlen, gibt es keinen Grund zur Kritik."

Nicht alles im Sugar-Dating ist rosig

Trotz alledem versteht Jan eine gewisse Voreingenommenheit und weiß, dass das Sugar-Dating, wie auch viele andere Beziehungsformen, ihre Schattenseiten hat. Als ich weiter nachhake, erklärt er mir, auch er habe bereits negative Erfahrungen gemacht. Er erzählt mir, dass er beim Sugar-Dating von Uneinigkeiten über finanzielle Vereinbarungen bis hin zu emotionalen Herausforderungen alles erlebt hat: "Insbesondere, wenn Gefühle ins Spiel kommen oder wenn eine Seite mehr Emotionen investiert als die andere, kann das Sugar-Dating besonders kompliziert werden. Außerdem trifft man beim Online-Dating im Allgemeinen oft auf Menschen, mit denen man nicht harmoniert, und man sollte immer vorsichtig sein. Trotzdem haben die positiven Erfahrungen überwogen", sagt Jan. Was er am meisten schätzt, ist die Freiheit und die Möglichkeit, die Welt zu sehen. Er liebt es, neue Leute kennenzulernen und exklusive Orte zu besuchen, da es aufregend und bereichernd ist.

Ich frage ihn, wie er überhaupt zum Sugar-Dating gekommen ist und wie er sich seine Zukunft als Sugarboy vorstellt. Er grinst mich an. "Wie alles anfing? Ein Kumpel hatte mir von MySugardaddy erzählt und ich bin einfach ein offener Mensch und neugierig geworden. Ich war damals 21 und von so etwas hatte ich zuvor noch nie gehört."

Der 25-Jährige ist nicht auf den Kopf gefallen. Er weiß, dass er dieses Leben in der Form nicht für immer führen kann. "Daher genieße ich es umso mehr. Solange es für mich funktioniert und es mir Freude bereitet, habe ich nicht vor damit aufzuhören", antwortet er entschieden.

Jans Geschichte zeigt, dass das Leben als Sugarboy nicht nur glamourös, sondern auch erfüllend sein kann.

-w-