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Nach queerfeindlichen Äußerungen

Kölner Brauerei-Verband verteidigt Caroline Bosbach

Mit Caroline Bosbach ist ausgerechnet eine Frau Kölsch-Botschafterin, die aus ihrer Abneigung gegenüber queeren Menschen kein Geheimnis macht. Der Kölner Brauerei-Verband stellt sich nun hinter Bosbach.


Caroline Bosbach – hier bei einem Werbefoto wegen ihrer Teilnahme bei "Let's Dance" – teilt gerne gegen queere Menschen aus – und soll nach dem Willen des Kölner Brauerei-Verbandes die Republik jetzt dazu verführen, mehr Kölsch zu trinken (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)
  • 8. November 2023, 14:50h 3 Min.

Der Kölner Brauerei-Verband hat gegenüber queer.de die Ernennung der CDU-Politikerin Caroline Bosbach zur ersten Kölsch-Botschafterin verteidigt. Queerfeindliche Äußerungen, über die queer.de am Montag berichtete, würden nicht die "Ansichten zur queeren Gemeinschaft" von Verband und Politikerin wiedergeben, behauptete der Verein.

Konkret schrieb der Brauerei-Verband der Domstadt: "Die spezifischen Kommentare, die im Artikel von queer.de angesprochen wurden, beziehen sich auf einen isolierten Kontext und reflektieren selbstverständlich nicht die allgemeine Meinung des Kölner Brauerei-Verbandes oder Frau Bosbachs Ansichten zur queeren Gemeinschaft." Außerdem seien die Kölner Brauereien mit ihren Brauhäusern fester Bestandteil einer "toleranten Kultur". "Es ist eine lang gelebte Tradition, dass Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten beim Kölsch zusammenkommen, um in ungezwungener Atmosphäre miteinander zu diskutieren. Diese Tradition der Offenheit ist tief in der Stadt verankert und hat im Laufe der Jahre nichts von ihrer Kraft verloren. Dafür steht auch der Kölner Brauerei-Verband", heißt es in der Mitteilung.

Bosbach hatte sich im Mai auf Bild TV über queere Themen echauffiert und etwa behauptet, dass ein Kinderbuch über eine trans Person für einen gesellschaftlichen Trend stehe, "der Ordnung und Werte, so wie wir sie kennen, abschaffen möchte". Die 33-jährige Bundesvorsitzende des Jungen Wirtschaftsrats der CDU gehört zum rechten Rand der Partei und macht gerne auf rechtspopulistischen Plattformen wie "Nius" Stimmung. Einer breiteren Öffentlichkeit war Bosbach letztes Jahr durch ihre Teilnahme bei der RTL-Show "Let's Dance" bekannt geworden.

Brauereien betonen Offenheit

Einige Mitgliedsbrauereien erklärten auf queer.de-Anfrage, dass der Brauerei-Verband für die Auswahl der Personalie Bosbach verantwortlich gewesen sei: "Die Ernennung von Frau Bosbach zur Kölsch-Botschafterin war keine Wahl der einzelnen Brauereien, die Berufung wurde vom Kölner Brauerei Verband durchgeführt", teilte etwa Mühlen Kölsch mit – und weiter: "Die Äußerungen von Frau Bosbach, waren uns nicht bekannt." Gleichzeitig betonte die Brauerei: "Wir als Mühlen Kölsch stehen für Vielfalt und Toleranz. Dies sind für uns nicht nur Wörter, sondern Werte, die wir aktiv fördern und leben."

Auch Früh Kölsch wies auf Anfrage zurück, dass man nicht tolerant sei: "Die Cölner Hofbräu Früh beschäftigt aktuell über 500 Mitarbeiter:innen aus über 30 Nationen mit allen erdenklichen Lebensformen auf allen Führungsebenen unseres Hauses", so die Traditionsbrauerei. "Als offizieller Bierpartner des [CSD-Veranstalters] Klust und Betreiber eines beliebten eigenen Stands am CSD sind wir darüber hinaus ein Unternehmen mit einer starken Stimme für ein tolerantes Köln. Vor diesem Hintergrund sehen wir für unser Unternehmen keinen der unterstellten Zusammenhänge."

Bosbach soll ein Jahr lang als Kölsch-Botschafterin für das obergärige Vollbier aus Köln werben. Unklar bleibt, warum der Verband angesichts der Popularität von Kölsch in allen Bevölkerungsschichten eine derartig polarisierende Figur zur Repräsentantin ernannt hat. (dk)

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