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Ron Prosor

Israelischer Botschafter über Hamas und Hisbollah: "Sie verabscheuen Homo­sexuelle"

Anlässlich des Jahrestags der Reichsprogromnacht warnt der israelische Botschafter in Deutschland davor, dass Islamisten nicht nur jüdischen Menschen hassen, sondern auch Homosexuelle.


Israels Botschafter Ron Prosor lauschte am Donnerstag bei der Bundestagsdebatte zum Thema "Historische Verantwortung wahrnehmen – Jüdisches Leben in Deutschland schützen" (Bild: IMAGO / dts Nachrichtenagentur)
  • 9. November 2023, 11:23h 3 Min.

Der israelische Botschafter in Berlin, Ron Prosor, hat Deutschland zu größerer Entschlossenheit bei der Bekämpfung von Judenhass aufgerufen und ein Betätigungsverbot für ausländische Imame gefordert. Der Diplomat betonte in einem Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Donnerstag, dass die militant-islamistische Palästinenserorganisation Hamas und die mit ihr verbündete libanesische Hisbollah nicht nur "gegen Israel" eingestellt sei: "Sie nehmen die westlichen Gesellschaften insgesamt als dekadent wahr. Sie verabscheuen Homosexuelle und wollen Frauen grundlegende Rechte verweigern", so Prosor. "Wir Juden sitzen nur in der ersten Reihe. Wenn die Deutschen nicht handeln und gegen diese Leute vorgehen, werden sie morgen weinen." Vor wenigen Tagen hatte sich der israelische Oppositonsführer Jair Lapid bereits ähnlich geäußert (queer.de berichtete).

Prosor verwies darauf, was sich seit dem brutalen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober auf deutschen Straßen und in den Online-Netzwerken abspiele. "Dort wird die Auslöschung des jüdischen Staates gefordert. Brandsätze werden auf Synagogen geworfen, und Häuser, in denen Juden wohnen, werden mit Davidsternen markiert." Die Palästina-Flagge werde auf Denkmälern gehisst, und es werde "sogar die Errichtung eines Kalifats in Deutschland propagiert", sagte Prosor.

"Die Leute, die das tun, sind ein trojanisches Pferd der deutschen Demokratie", erklärte der israelische Botschafter. "Die Deutschen haben diese Leute mit offenen Armen empfangen. Jetzt missbrauchen sie die Gastfreundschaft. Es kann nicht sein, dass Juden und Israelis in Deutschland wieder Angst haben müssen. Dagegen muss man etwas tun."

Konkret attestierte Prosor in Deutschland "ein Problem mit einigen Imamen aus dem Ausland". Diese Imame kämen "mit einer Ideologie, mit der sie Deutschland und Europa verändern wollen".

Betätigungsverbot für ausländische Imame gefordert

"Deswegen müssen die Moscheen besser überwacht werden", sagte Prosor in dem Interview. "Am besten wäre es, Deutschland würde Imame im großen Stil selbst ausbilden – und ausländischen Imamen ein Betätigungsverbot erteilen." Viele deutsche Imame werden derzeit von staatlichen Stellen in der Türkei oder durch den deutschen Ableger Ditib ausgebildet, die de facto die autoritäre türkische Regierung repräsentieren – und damit auch den einhergehenden Antisemitismus und die Staatshomophobie des Erdoğan-Regimes.

Der Botschafter mahnte, die Herausforderung anzugehen und nicht aus politischer Korrektheit davor zurückzuschrecken. Langfristig sei die Bekämpfung von Judenhass eine Sache von Bildung und Erziehung. "Aber jetzt muss man sich dem Terror und der Gewalt auf deutschen Straßen entgegenstellen – auch mit dem Strafrecht."

Konkret forderte der Diplomat: "Deutschland sollte das Gesetz ändern – und Meinungsfreiheit enger fassen. Friedliche Demonstrationen müssen natürlich möglich sein, aber es muss bestraft werden, zu Hass auf Juden, auf Israel und auf die Demokratie aufzustacheln."

Anlässlich des Jahrestags der Novemberpogrome im nationalsozialistischen Deutschland, der sich am Donnerstag zum 85. Mal jährt, sagte Prosor: "Das Massaker der Hamas-Terroristen am 7. Oktober erinnert uns daran, wie wichtig Demokratie ist." Israel sei gegründet worden, "damit wir Juden nie wieder erleben müssen, was uns in der Nazi-Diktatur widerfahren ist". "Jetzt haben wir erlebt, dass Juden verbrannt, Babys der Kopf abgeschlagen und Mütter mit ihren Kindern hingerichtet wurden", sagte der israelische Botschafter. "Es geht wieder um die Frage: Zivilisation oder Barbarei." (AFP/dk)

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