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Gegen geschlechtergerechte Sprache

Katrin Sass: "Gendern ist mir viel zu albern und auch zu doof"

Schauspielerin Katrin Sass ("Good Bye, Lenin!") hat kein Verständnis für geschlechtergerechte Sprache, weil dadurch die Unterbezahlung von Frauen nicht gelöst werde.


Katrin Sass in einem PR-Bild für ihre Fernsehserie "Der Usedom-Krimi" (Bild: NDR / Oliver Feist)
  • 10. November 2023, 14:22h 2 Min.

Die 67-jährige Schauspielerin Katrin Sass hat sich in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit web.de gegen die Nutzung geschlechtergerecheter Sprache ausgesprochen. "Gendern ist mir viel zu albern und auch zu doof", sagte Sass. "Es mag ja ein bisschen was dran sein, aber was habe ich bitteschön als Frau von einem Sternchen? Gar nichts. Mein Gehalt als Frau liegt trotzdem unter dem der Männer. Mir hat kürzlich eine Autorin geschrieben: 'Katrin, wir fahren jetzt mit den Fahrräder*innen raus.' Ich musste so lachen."

In dem Interview kritisierte sie auch Reality-TV. "Trash-Formate sind gruselig. Man schaltet durch und reist sozusagen von einem Dschungel in den nächsten", so Sass, die vor zehn Jahren durch eine beleidigende Wutrede gegen den früheren Dschungelkönig Peer Kusmagk in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" für Schlagzeilen sorgte. Im web.de-Interview sagte sie – darauf angesprochen – resignierend: "Mittlerweile rennen die ja alle nackt am Strand herum. Es ist wirklich furchtbar."

Sass hatte ihren Durchbruch 1981 in der DDR mit dem DEFA-Film "Bürgschaft für ein Jahr". Nach der Wiedervereinigung feierte sie 2003 einen großen Erfolg durch ihre Rolle der depressiven Christiane Kerner in der Tragikomödie "Good Bye, Lenin!". Seit 2014 stellt sie Ex-Staatsanwältin Karin Lossow in der ARD-Serie "Der Usedom-Krimi" dar.

2011 spielte Sass außerdem die Hauptrolle im Rosenstolz-Musikvideo zum Song "Wir sind am Leben".

Die Debatte über Gendersternchen und ähnliche Sprachkonstrukte wie den Gender-Doppelpunkt hat in den vergangenen Jahren an Härte gewonnen und entwickelt sich immer mehr zum Kulturkampf. Aus Union, FDP und AfD kommen immer wieder Forderungen, Gendern an Bildungseinrichtungen zu verbieten (queer.de berichtete). Ziel der geschlechtergerechten Sprache ist es insbesondere, Frauen sprachlich sichtbar zu machen. Umfragen zufolge stellen sich etwa die meisten Menschen bei Pluralworten wie "die Ärzte" ausschließlich Männer vor. Auch nichtbinäre Menschen sollen durch Gendern in die Sprache integriert werden. (cw)