https://queer.de/?47545
CDU-Politiker
Hermann Gröhe kann mit der Ehe für alle "gut leben"
Als CDU-Generalsekretär bekämpfte er die Gleichstellung von lesbischen und schwulen Paaren vehement, als Gesundheitsminister stimmte er gegen die Öffnung der Ehe. Nun hat Hermann Gröhe seine Meinung geändert.

Der ehemalige CDU-Generalsekretär und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ist seit 2018 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag (Bild: Roland Rochlitzer)
- 12. November 2023, 09:41h 2 Min.
Der CDU-Politiker Hermann Gröhe hat mit der Ehe für alle seinen Frieden geschlossen. Im Interview mit Domradio erklärte der Bundestagsabgeordnete, er könne "mit der heutigen Situation gut leben" und sähe niemanden, der diese ändern wollte.
"Wenn wir – unserem Kompass folgend – heute an der Seite der Familien stehen wollen, können wir das glaubwürdig nur tun, wenn wir der Vielfalt unterschiedlicher Vorstellungen von einem gelingenden Familienleben gerecht werden", sagte Gröhe. "Sonst lassen wir Menschen im Stich, die sich doch gerade die Verlässlichkeit von Ehe und Familie wünschen."
Mit seiner Ehefrau sei der CDU-Politiker so über drei Jahrzehnte glücklich verheiratet, weil er sie liebe – "und nicht, weil ich etwas gegen andere Menschen habe, die etwa in einer gleichgeschlechtlichen Ehe leben".
Einst vehementer Gleichstellungsgegner
In der Vergangenheit zählte Hermann Gröhe in der Union zu den vehementesten Gegner*innen einer rechtlichen Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren. Als CDU-Generalsekretär erklärte er etwa 2010 in einem Interview, dass seine Partei homosexuelle Lebensgemeinschaften zwar respektiere, aber nicht als gleichwertig anerkenne: "Wir sind gegen die vollständige Gleichsetzung mit der Ehe." Dabei argumentierte er auch mit dem angeblichen Wohl der Kinder: "Ein uneingeschränktes Adoptionsrecht ist mit uns nicht zu machen" (queer.de berichtete). Noch 2012 setzte er in der CDU einen Antrag durch, der selbst die steuerliche Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften ablehnte (queer.de berichtete).
Er stimmte gegen die Ehe für alle
Als Bundesgesundheitsminister von 2013 bis 2018 zeigte sich Gröhe gemäßigter und setzte sich etwa für eine Ende der Diskriminierung von homo- und bisexuellen Männern bei der Blutspende ein (queer.de berichtete). Im Juni 2017 stimmte er im Bundestag mit der Mehrheit seiner Fraktion aber nach wie vor gegen die Ehe für alle und überraschte stattdessen mit dem "Kompromissvorschlag", eingetragene Lebenspartnerschaften in Artikel 6 Grundgesetz unter den besonderen Schutz des Staates zu stellen (queer.de berichtete).
Seit 2018 ist Hermann Gröhe stellvertretender Vorsitzender sowie Beauftragter für Kirchen und Religionsgemeinschaften der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag. (mize)














