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"Ich habe so viele schlimme Dinge erlebt"
Riccardo Simonetti nutzt wegen Anfeindungen keine öffentlichen Verkehrsmittel
In einer Talkshow berichtet Riccardo Simonetti davon, dass er selbst in einer "offenen Stadt" wie Berlin wegen queerfeindlichen Übergriffen manche Orte meidet.

Riccardo Simonetti kennt Homophobie aus seinen Alltag (Bild: Screenshot NDR)
- 13. November 2023, 15:23h 2 Min.
Der schwule Entertainer Riccardo Simonetti hat in der neuesten Folge der NDR-Talkshow "deep und deutlich" erklärt, dass er wegen queerfeindlicher Anfeindungen sein Leben in Berlin einschränken müsse.
"Ich fahre heute keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr, weil ich da einfach krasse Erlebnisse hatte", so der 30-Jährige. "Menschen sind überhaupt nicht damit klargekommen, dass man eine sichtbar queere Person ist. Ich habe da so viele schlimme Dinge erlebt. Menschen haben einen bespuckt, beschimpft, die Klamotten angezündet. Irgendwann habe ich mir geschworen: Sobald ich die Möglichkeit habe, werde ich darauf verzichten. Auch in einer so offenen Stadt wie Berlin." Diese Erfahrungen beschränkten sich nicht nur auf seine Person: "Alle meine Freund*innen, die als Dragqueen oder ähnliches arbeiten, fahren immer nur mit dem Taxi zum Club."
Wegen queerfeindlicher Äußerungen begehe er manche Orte nicht mit "der selben Leichtigkeit" wie andere. "Natürlich sagen dann ganz viele Menschen: 'Du musst dich doch nicht so anziehen. Du kannst dich auch genormter anziehen. Du musst nicht geschminkt rumlaufen'", so Simonetti. "Dann hätte ich aber das Gefühl, ich würde mich verkleiden. Ich will mich doch nicht verkleiden, nur um respektiert zu werden."
"Man muss ein bisschen eine queere Nervensäge sein"
Weiter erklärte der Entertainer: "Man muss ein bisschen eine queere Nervensäge sein, um die Menschen daran zu erinnern, dass das ein Thema ist, das für uns 365 Tage im Jahr relevant ist. Es passiert jeden Tag etwas, das es verdient hat, gesehen und gehört zu werden." Seit dem Beginn seiner Karriere müsse er wegen seiner Identität gegen Widerstände ankämpfen: "Es hat ganz viele Menschen vor den Kopf gestoßen. Du musst dich so oft in der Position rechtfertigen. Du musst dich immer mehr behaupten als andere Menschen."
Die neue Sendung wird in der Nacht vom 25. auf dem 26. November ab 0.30 Uhr im NDR-Fernsehen gezeigt. Bereits jetzt sind die Äußerungen von Simonetti in einem knapp 25-minütigen Video in der ARD-Mediathek veröffentlicht worden. (dk)














