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Brief an Papst

Zu queer­freundlich: Polnischer Erzbischof kritisiert deutsche Kirche

Der Chef der polnischen Bischofskonferenz kritisiert in einem Brief an den Papst, dass die deutsche Kirche "linksliberalen Ideologien" folge – und fordert einen harten Kurs gegenüber Homosexuellen und trans Menschen.


Für den Chef der katholischen Kirche in Polen gehört Queer­feindlichkeit zum Markenkern des Glaubens (Bild: Konferencja Episkopatu Polski)

  • 16. November 2023, 13:40h 2 Min.

In Deutschland setzen sich viele katholische Bischöfe dafür ein, Homosexuelle und trans Menschen nicht weiter auszugrenzen. Doch die Kirche in Polen hält die Ablehnung queerer Menschen für einen der zentralen katholischen Glaubensfundamente, wie der Posener Erzbischof Stanisław Gądecki in einem am 9. November an Papst Franziskus gesandten Brief beklagt.

?wiadomo?? si?y, która tkwi w prawdzie, o?ywia moj? nadziej? wobec trwaj?cego synodu, by nie by? on w ?aden sposób...

Posted by Abp Stanis?aw G?decki on Tuesday, November 14, 2023
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In dem Schreiben kritisierte er den Synodalen Weg, mit dem sich die deutsche Kirche modernisieren will. In dem Reformprozess wird etwa die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und die Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt gefordert. Laut Gądecki würden solche Vorschläge dem katholischen Glauben widersprechen und sich an "linksliberalen Ideologien" orientieren. Zum Thema der Segnung Homosexueller schrieb Gądecki etwa: "Man kann fragen, warum es nötig ist, Menschen zu segnen, die in Sünde leben." Er wendet sich auch gegen die Forderung aus Deutschland, dass transgeschlechtliche Gläubige ihren Namen und den Geschlechtseintrag im Taufregister ändern dürfen.

Polnische Kirche viel queerfeindlicher und regierungstreuer als deutsche

Gądecki hatte sich – wie auch andere Vertreter der katholischen Kirche in Polen – wiederholt gegen die Akzeptanz queerer Menschen ausgesprochen. Letztes Jahr warnte er etwa seinen deutschen Amtskollegen Georg Bätzing davor, "die Lehre der Kirche über die Sünde homo­sexueller Handlungen zu ändern" (queer.de berichtete).

Auch politisch ist Gądecki aktiv: So forderte er die kürzlich abgewählte rechtspopulistische PiS-Regierung 2019 noch auf, queere Menschen weiter zu diskriminieren (queer.de berichtete). Auch bei anderen Themen zeigte er sich voll auf Regierungslinie – etwa bei der Forderung der PiS-Regierung nach 1,3 Billionen Euro Reparationen von Deutschland, mit der sie antideutsche Ressentiments im Wahlkampf wecken wollte.

Der Vatikan befindet sich derzeit eher auf polnischer als auf deutscher Linie: Der Synodale Weg war von der Führung der katholischen Kirche mehrfach kritisiert worden – insbesondere die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ist Papst Franziskus und Co. ein Dorn im Auge (queer.de berichtete). Trotz des Verbots aus Rom setzten sich viele deutschen Priester aber inzwischen über das Segnungsverbot hinweg (queer.de berichtete).

Zuletzt stellte der Vatikan immerhin klar, dass trans Menschen (unter bestimmten Bedingungen) getauft werden und auch Ämter wie die des oder der Trauzeug*in übernehmen dürfen (queer.de berichtete). (dk)

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