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Anglikanische Kirche

Church of England testet den Segen für alle

Die Generalsynode der anglikanischen Staatskirche sprach sich mit 227 zu 203 Stimmen dafür aus, in einer Art Testphase Segenszeremonien für gleichgeschlechtliche Paare einzuführen.


Symbolbild: Segnungsgottesdienst für ein lesbisches Paar (Bild: IMAGO / epd)

  • 18. November 2023, 11:15h 2 Min.

Knappe Entscheidung für ein bisschen Segen für alle: Die Generalsynode der anglikanischen Staatskirche sprach sich diese Woche mit 227 zu 203 Stimmen dafür aus, Segenszeremonien für gleichgeschlechtliche Paare zu testen. Bereits im Februar hatte die Church of England eine entsprechende Grundsatzentscheidung getroffen (queer.de berichtete).

Die eigenständigen Segnungsgottesdienste für Lesben und Schwule haben demnach "experimentellen" Charakter und erfolgen auf freiwilliger Basis. Steven Croft, Bischof von Oxford und Initiator des Projekts, erklärte, dass kein Mitglied des Klerus verpflichtet sei, solche Dienste anzubieten. Ob Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren formaler Bestandteil des Kirchenrechts werden, soll erst nach eingehender Prüfung in den nächsten Jahren entschieden werden.

Erste Segnungen vielleicht noch in diesem Jahr

Wann die Testphase beginnt, steht noch nicht fest. Dem Vernehmen nach könnten die ersten Segnungen von homosexuellen Paaren möglicherweise aber noch in diesem Jahr stattfinden. Der Ablauf soll in vielerlei Hinsicht dem von heterosexuellen Trauungsfeiern ähneln. Gleichgeschlechtliche Paare in England könnten also bald – begleitet von Musik und Konfettiregen – mit kirchlichem Segen die Ringe tauschen.

Das geistliche Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, Erzbischof Justin Welby, hatte bereits erklärt, dass er selbst keine gleichgeschlechtlichen Paare segnen werde. Den Beschluss lobte er jedoch. "Wir haben in einer ausführlichen Debatte über zwei Tage hinweg laut und deutlich gehört, wie tief die Gefühle in der Kirche zu diesen äußerst wichtigen Fragen sind", so Welby. Londons Bischöfin Sarah Mullally räumte ein, "dass die Kirche von England in Fragen der Sexualität und der Ehe nicht einer Meinung ist". Dies habe sich bei der jüngsten Abstimmung erneut gezeigt.

Anglikanische Kirche in Uganda spaltete sich ab

Die Debatte um die Gleichbehandlung von queeren Menschen in der Church of England ist kompliziert, da sie als Mutterkirche der anglikanischen Gemeinschaft gilt – und viele Gläubige insbesondere in früheren britischen Kolonien in Afrika und Asien leben, in denen Queerfeindlichkeit weit verbreitet ist.

Bereits nach dem Grundsatzbeschluss zum Segen für alle vom Februar spaltete sich etwa die anglikanische Kirche in Uganda ab. In der Church of England werde nun "Sünde" gesegnet, deshalb sei keine Zusammenarbeit mehr möglich, erklärte damals Erzbischof Stephen Kaziimba Mugalu (queer.de berichtete). (cw)

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