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Niederlage beim Parteitag

Die Linke: Nur aussichtsloser Listenplatz für Carsten Schatz

Bei der Europawahl wollte Carsten Schatz auch LGBTI-Rechte zum Thema machen. Die Delegierten sahen das aber anders.


Carsten Schatz ist Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses – und dort wird er erstmal auch bleiben (Bild: IMAGO / Emmanuele Contini)
  • 20. November 2023, 12:42h 2 Min.

Der Berliner Landesabgeordnete Carsten Schatz hat am Wochenende beim Linken-Bundesparteitag in Augsburg die Wahl auf einen aussichtsreichen Listenplatz verpasst. Bei der Wahl um den Männer-Listenplatz sechs unterlag Schatz dem Bewerber Martin Günther aus Brandenburg, der 55 Prozent der Delegiertenstimmen auf sich vereinen konnte. Damit widersetzten sich die Delegierten dem Vorschlag des Bundesausschusses der Linkspartei. Am Ende wurde Schatz auf Listenplatz 16 durchgereicht.

Damit hat Schatz praktisch keine Chance, ins EU-Parlament einzuziehen. Die Linkspartei müsste nämlich deutschlandweit mehr als 15 Prozent der Stimmen holen, damit Schatz nach Straßburg oder Brüssel umziehen kann. Bei der letzten Europawahl 2019 erreichte Die Linke aber lediglich 5,5 Prozent – und damit ganze fünf Sitze. Nach aktuellen Umfragen steht sie heute sogar noch schlechter da.

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Beim Parteitag war der 53-Jährige von Die Linke.queer unterstützt worden. "Schatz, der über viele Jahre auch dem Vorstand der Deutschen Aidshilfe e.V. angehörte, bietet die Gewähr dafür, dass die soziale und gesundheitliche Situation queerer Menschen im EU-Parlament intensiv diskutiert wird", erklärte die beiden Bundessprecher*­innen der queeren Vereinigung innerhalb der Linkspartei vergangenen Monat (queer.de berichtete).

Das Spitzenduo bilden Bundesparteichef Martin Schirdewan und die parteilose Aktivistin Carola Rackete, die sich besonders als Seenotretterin einen Namen gemacht hatte. Die Wahl wird am 10. Juni 2024 stattfinden.

Eklat mit Queerfeind

Beim Parteitag kam es auch zu einem Eklat um den queerfeindlichen Kandidaten Bijan Tavassoli, der sich in der Vergangenheit provokativ als muslimische Frau bezeichnete und auch Verbindungen zur AfD hat (queer.de berichtete). Er trat um Listenplatz zwei gegen Schirdewan an und nutzte seine Bewerbungsrede für eine Beschimpfung der Partei. Gleichzeitig lobte er Sahra Wagenknecht und ihre queerfeindliche Linken-Abspaltung BSW. Am Ende der Rede erklärte er gar seinen Austritt aus der Linkspartei. Er erhielt von den Delegierten dann nur zwei Prozent der Stimmen, Schirdewan dagegen 87 Prozent.

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Am Sonntag gab es beim Parteitag auch eine Schweigeminute anlässlich des Tages der Erinnerung an die Opfer von Trans*feindlichkeit", der traditionell am 20. November begangen wird.

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Carsten Schatz hatte in Deutschland Parlamentsgeschichte geschrieben: 2013 war er erstmals ins Berliner Abgeordnetenhaus eingezogen – als erster offen HIV-positiver Abgeordneter in einem deutschen Landesparlament (queer.de berichtete). Seit 2020 führt er gemeinsam mit Anne Helm die Linksfraktion im Abgeordnetenhaus an. Der offen schwule Politiker setzte sich insbesondere auch für LGBTI-Rechte in Berlin ein. (dk)

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