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Transphobie am linken Rand
Bijan Tavassoli: Auftritt als trans Frau "nicht ganz ernst zu nehmen"
Der queerfeindliche Politiker Bijan Tavassoli gibt zu, dass er sich nur aus Provokation als muslimische trans Frau bezeichnet hatte.

Bijan Tavassoli hatte am Wochenende beim Linken-Parteitag einen großen Auftritt (Bild: IMAGO / dts Nachrichtenagentur)
- 23. November 2023, 10:42h 2 Min.
Der Hamburger Politiker Bijan Tavassoli hat gegenüber "Bild" zugegeben, dass sein Auftritt als trans Muslima "nicht ganz ernst zu nehmen" sei. "Es ging mir nur darum, wie diese Debatte geführt wird", so der 32-jährige Provokateur, der kürzlich beim Linken-Parteitag für die Spitzenkandidatur bei der Europawahl kandidiert hatte, während er gleichzeitig seinen Parteiaustritt ankündigte (queer.de berichtete). Bis dato ist er aber noch Mitglied der Partei.
Tavassoli, der zuvor 15 Jahre lang in der Linken aktiv war, hatte in der Vergangenheit versucht, die transinklusive Politik des Hamburger Landesverbands seiner Partei vorzuführen, indem er sich als trans Muslima bezeichnete und für einen Frauen-Listenplatz kandidierte. Vor einem halben Jahr sorgte er für Schlagzeilen, weil er als "bärtige Transfrau" ("Bild") in eine Wiener Frauensauna ging und den Vorgang dann in rechtspopulistischen Medien verbreitete (queer.de berichtete). Im Online-Magazin des Ex-"Bild"-Chefs Julian Reichelt durfte er dann beteuern: "Wer mich nicht in die Damensauna lässt, den verklage ich!"
Dabei behauptete er stets ernsthaft, eine trans Frau zu sein. Bei Massengeschmack-TV sagte er in einem mehr als einstündigen Interview etwa: "Ich mach das hier nicht, um zu protestieren, sondern weil ich mich so fühle. Weil sich das richtig anfühlt."
Die Linken-Führung hatte in der Vergangenheit bereits ein Parteiausschlussverfahren gegen Tavassoli angestrengt, was aber scheiterte. Tavassoli hatte zuvor mehrere extremistische Äußerungen getätigt – so gratulierte er 2021 den Taliban öffentlich nach ihrem militärischen Sieg, feierte den Tod von Bundeswehrsoldaten und erteilte Ratschläge zur Hinrichtung von Afghan*innen, die mit westlichen Truppen zusammengearbeitet hatten. Für seine Äußerungen gegen die deutschen Soldaten wurde er am Mittwoch vom Hamburger Landgericht zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.200 Euro oder ersatzweise 120 Tage Haft verurteilt.
Noch ist unklar, wo Tavassoli bald seine politische Heimat findet – am extremen rechten oder extremen linken Rand. So redete er beispielsweise im Frühjahr mit dem ebenfalls queerfeindlichen Berliner AfD-Landesabgeordneten Gunnar Lindemann über dessen Partei. Bei seiner Linken-Parteitagsrede lobte er hingegen letzte Woche überschwänglich das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW).
/ JankaKlugeBijan Tavassoli behauptet inzwischen Mitglied der AfD zu sein. pic.twitter.com/QLbrG3ijW9
Janka Kluge (@JankaKluge) May 27, 2023
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Für queere Menschen dürfte die Wahl egal sein: Beide Gruppierungen haben Queerfeindlichkeit zu einem ihrer Markenkerne gemacht und gehen derzeit populistisch gegen das von der Ampel-Koalition geplante Selbstbestimmungsgesetz vor. (dk)














