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Interview bei "Maischberger"

Gymnasium wollte Böttinger wegen Homosexualität rausschmeißen

Bei "Maischberger" erzählt Bettina Böttinger aus ihrem Leben – auch davon, dass sie Homophobie bereits in der Schule zu spüren bekommen habe.


Bettina Böttinger war bei der TV-Politshow "Maischberger" im WDR-Studio Köln-Böcklemund zu Gast (Bild: Screenshot Das Erste)
  • 23. November 2023, 13:56h 3 Min.

Die langjährige WDR-Moderatorin Bettina Böttinger hat am Mittwochabend in einem Interview in der ARD-Talkshow "Maischberger" erzählt, dass sie wegen ihrer Homosexualität mit 17 Jahren fast von ihrer Schule – dem Düsseldorfer Goethe-Gymnasium – geworfen worden sei. "Ich hab mich mit 17 zum ersten Mal in ein Mädchen verliebt und habe einen klassischen Liebesbrief geschrieben", so die 67-Jährige in einem Einzelgespräch mit Sandra Maischberger. Diese Brief sei aber öffentlich geworden. "Ich sollte von der Schule fliegen, habe mich aber gewehrt", erklärte Böttinger. In den Siebzigerjahren sei die "öffentliche Atmosphäre so lesben- und homofeindlich [gewesen], das kann man sich kaum noch vorstellen".

Böttinger erzählte auch aus ihrer schwierigen Kindheit. So habe ihre alleinerziehende Mutter wegen Tuberkulose lange im Sanatorium leben müssen. Außerdem wiederholte sie die Homophobie-Vorwürfe gegen Harald Schmidt, der sie in den Neunzigerjahren in seiner Sat.1-Latenightshow praktisch zwangsgeoutet und wegen ihrer Homosexualität attackiert hatte ("Die würde kein Mann freiwillig anfassen"). "Dass das in so eine Homophobie ausartet, konnte ich nicht ahnen", erklärte Böttinger jetzt.

Die Situation heute sei völlig anders: "Heute sind die Zeiten viel härter, auch in der öffentlichen Konfrontation. Also wie man sich gegenseitig beschimpft. Aber dass man Menschen mit Handicap oder Menschen, die der Hetero-Norm nicht entsprechen oder Diverse im weitesten Sinne [attackiert], das ist heute nicht mehr so angesagt, weil das geht ja immer nach unten."

/ maischberger
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Hauptthema der "Maischberger"-Sendung am Mittwochabend war der Aufstieg der AfD. Gast war auch der AfD-Politiker Alexander Gauland, der den Nationalsozialismus in der Vergangenheit als "Vogelschiss" in 1.000 Jahren deutscher Geschichte verharmlost hatte. Er trat gemeinsam mit Ex-Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) auf und relativierte dabei auch Aussagen des rechtsextremen AfD-Politikers Björn Höcke. "Er ist ein Demokrat, er ist auch nicht völkisch", so Gauland. Baum sorgte sich angesichts der neuen Gefahr von Rechts um die deutsche Demokratie: "Wenn die Gleichgültigen das Grundgesetz nicht verteidigen, dann wird es ganz schlimm", warnte der linksliberale Politiker.

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Böttinger über Alice Weidel: "klassischer Fall von Bewusstseinsspaltung"

Böttinger nahm auch Stellung zur Aussage von AfD-Parteichefin Alice Weidel, dass sie nicht queer sei, sondern "mit einer Frau verheiratet, die ich seit 20 Jahren kenne" (queer.de berichtete). "Das find ich lustig", sagte Böttinger. "Das ist so, als würdest du zu deinem Nachbarn gehen, von dem du weißt, er teilt mit seinem Mann Tisch und Bett, und er sagt: 'Ich teile mit ihm Tisch und Bett. Ich bin aber nicht schwul. Kommen Sie bitte nicht auf die Idee.' Da würd ich sagen: klassischer Fall von Bewusstseinsspaltung."

Erst letzte Woche sagte Ex-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, er sei nicht queer – und kopierte damit praktisch die Äußerung der Rechtspopulistin (queer.de berichtete). Auf die Aussage des Christdemokraten sprach Maischberger Böttinger aber nicht an. (dk)

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