Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?47677

Sport

Studie: Jede zehnte Person erlebt im Sport sexistische oder queer­feindliche Ausgrenzung

Eine neue Studie der Deutschen Sporthochschule gibt Einblicke zur Lage von Frauen und queeren Menschen im Breitensport in Europa.


Neun Prozent der Befragten fühlen sich von spezifischen Sportarten, die sie gerne betreiben würden, aufgrund ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechts­identität ausgeschlossen

  • 24. November 2023, 15:47h 2 Min.

Über drei Viertel von im organisierten Breitensport tätigen Menschen denkt, dass es im Sport Einstellungen und Verhaltensweisen gibt, die Frauen, homo- und bisexuelle Frauen und Männer sowie trans*, inter* und nicht-binäre Personen diskriminieren und benachteiligen. Eine entsprechende Aussage, je nach Gruppenbezug mit einer Zustimmung zwischen 77 und 84 Prozent, ist eines der Ergebnisse einer Befragung von 2.832 Personen, die im organisierten Breitensport tätig sind, darunter Sportler*innen, Trainer*innen, Vorstandsmitglieder und Freiwillige.


In der wissenschaftlichen Studie der Deutschen Sporthochschule in Köln wurden überwiegend Personen aus Deutschland, Österreich, Spanien, dem Vereinigten Königreich und Italien befragt. Drei Viertel der Teilnehmenden identifizieren sich als heterosexuell und knapp 95 Prozent als cisgeschlechtlich. Die Studie soll Einblicke in die Situation von Frauen und LGBT+-Personen im organisierten Breitensport in Europa geben und ist Teil des von der EU kofinanzierten Projekts SGS – Sport for all Genders and Sexualities.

Die Ergebnisse sind weiter alarmierend: Etwa 10 Prozent der Befragten erlebten persönlich negative Vorfälle in ihren Hauptsportarten, darunter sexistische und homofeindliche Äußerungen, ungerechte Behandlung und sogar körperliche Gewalt. 46 Prozent aller Befragten wurden bei sportlichen Aktivitäten Zeug*innen von sexistischer Sprache, 28 Prozent von homofeindlicher und 16 Prozent von transfeindlicher Sprache. Zwischen 10 und 29 Prozent der Befragten beobachteten auch andere Diskriminierungsformen abseits von Sprache.

Neun Prozent der Befragten fühlen sich von spezifischen Sportarten, die sie gerne betreiben würden, aufgrund ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität ausgeschlossen. "Ebenso wie bei den Befunden zu den persönlichen negativen Erfahrungen sind trans* und nicht-binäre Athlet*innen besonders vulnerabel", so die Studienzusammenfassung. Aber auch bei cis Personen gebe es Probleme, so fühlten sich neun Prozent der cis Frauen von bestimmten Sportarten ausgeschlossen.


Neben der gesellschaftlichen und individuellen Ebene untersuchte die Studie auch die organisatorische. In den Oganisationen der Befragten ist die Förderung der Geschlechtergleichstellung demnach recht weit verbreitet (79 Prozent), während weit weniger Befragte angeben, dass ihre Organisation die sexuelle Vielfalt (56 Prozent) oder die geschlechtliche Vielfalt (43 Prozent) fördert. Vier von zehn Organisationen unterstützten eine inklusive Sprache und informierten ihre Mitglieder über Antidiskriminierungsmaßnahmen, während nur ein Viertel der Befragten Antidiskriminierungsstelle in ihren Organisationen haben. (cw/pm)

-w-