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Pew Research Center
Umfrage in Asien: Zustimmung zur Ehe für alle hängt von Land und Religion ab
In Asien gibt es – wie auch in Europa – große Unterschiede bei der Akzeptanz von Homosexuellen. Das zeigt eine neue Umfrage in zwölf asiatischen Ländern.

Ein schwules Paar in Bangkok: In Thailand befürwortet eine Mehrheit der Bevölkerung die Ehe für alle (Bild: Piyarat Piyapongwiwat)
- 29. November 2023, 10:51h 3 Min.
Das Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center hat am Montag eine repräsentative Umfrage unter Menschen in zwölf asiatischen Ländern zur Ehe für alle veröffentlicht. Dabei zeigten sich große Unterschiede: In der Hälfte der befragten Länder gibt es eine Mehrheit für die Ehe für alle, obgleich in all diesen Staaten derzeit ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben besteht.
Am größten ist die Zustimmungsrate in Japan (68 Prozent), gefolgt von Vietnam (65 Prozent) und Thailand (60 Prozent). Am wenigsten Interesse an einer Gleichbehandlung haben Sri Lanka (23 Prozent), Malaysia (17 Prozent) und Indonesien (5 Prozent).
In Taiwan, das bislang als einziges der befragten Länder die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet hat, ist nur eine relative Mehrheit von 45 Prozent für die Gleichbehandlung. 43 Prozent der Befragten lehnen diesen Schritt aber ab.

Große Unterschiede gibt es auch bei der religiösen Zugehörigkeit der Befragten. In der Regel liegt die Zustimmung bei Konfessionslosen und teilweise auch Buddhist*innen höher als bei Christ*innen und besonders Muslim*innen. Allerdings trifft dies nicht auf alle Länder zu: In Vietnam ist die Unterstützung der christlichen und buddhistischen Gläubigen für die Ehe für alle höher als bei Konfessionslosen. In Sri Lanka befürworten etwas mehr Muslim*innen als Christ*innen die Ehe für alle.
Die Zustimmungsrate von Hindus schwankt extrem zwischen den Ländern: So sind 60 Prozent der Hindus in Singapur für die Ehe für alle – und damit anteilmäßig weit mehr Menschen als unter der buddhistischen, christlichen und muslimischen Bevölkerung. Demgegenüber unterstützen nur 14 Prozent der Hindus in Sri Lanka die Gleichbehandlung im Ehe-Recht; der Anteil liegt bei Muslim*innen und Christ*innen viel höher.
Besonders groß ist der Unterschied zwischen den Glaubensgruppen in Thailand und Malaysia. In Thailand befürwortet etwa 64 Prozent der buddhistischen Bevölkerung die Ehe für alle, aber nur 14 Prozent der Muslim*innen. Dort hatte das Kabinett kürzlich die Öffnung der Ehe beschlossen (queer.de berichtete). In Malaysia, das Homosexualität derzeit mit bis zu 20 Jahren Haft oder Prügelstrafen ahndet, befürworten 59 Prozent der buddhistischen, 49 Prozent der hinduistischen und 35 Prozent der christlichen Bevölkerung die Ehe für alle, aber nur acht Prozent der Muslim*innen.

Die Umfrage kommt auch zu dem Ergebnis, dass Jüngere viel positiver gegenüber der Ehe für alle eingestellt sind als Ältere. In Taiwan ist dieser Unterschied besonders ausgeprägt: Dort befürworten drei Viertel der unter 35-Jährigen die Gleichstellung, aber nur ein Drittel der über 35-Jährigen. In fünf Ländern sind außerdem Frauen homosexuellenfreundlicher eingestellt, etwa in Südkorea. In den anderen Ländern gibt es keine signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschiede.
Bereits vor einem halben Jahr veröffentlichte das Pew Research Center eine Umfrage zur Akzeptanz der Ehe für alle in weltweit 30 Ländern – hier schwankten die Zustimmungswerte zwischen zwei Prozent in Nigeria und 92 Prozent in Schweden. In Deutschland waren 80 Prozent für die Ehe für alle – damit liegt hierzulande die Zustimmungsrate weit höher als in jedem asiatischen Land (queer.de berichtete). (dk)














