https://queer.de/?47742
Hass
Navratilova: Trans Frauen können keine Lesben sein
Erneut sorgt die lesbische Tennisikone Martina Navratilova mit einem transphoben Ausbruch für Kopfschütteln. Auf X diffamiert sie alle trans Frauen als "Kerle".

Früher wurde Martina Navratilova selbst wegen ihrer Homosexualität beschimpft – heute beschimpft sie lieber Menschen wegen deren Geschlechtsidentität (Bild: IMAGO / NurPhoto)
- 1. Dezember 2023, 14:19h 2 Min.
Die 67-jährige frühere Spitzensportlerin Martina Navratilova hat die Existenz von trans Menschen am Dienstag auf X (ehemals Twitter) abgestritten. Als Reaktion auf ein Video des britischen LGBTI-Verbandes Stonewall, in dem unterschiedliche lesbische Frauen – auch trans Frauen – für lesbische Sichtbarkeit werben, erklärte die neunfache Wimbledon-Siegerin kalt: "Ein Kerl kann keine Lesbe sein. Egal, was sie sagen, egal, wie sie sich fühlen, egal, wie sie uns zu überzeugen versuchen. Ein Kerl ist keine Lesbe."
/ Martina NavratilovaOmga bloke cannot be a lesbian. No matter what they say, no matter how they feel, no matter how much they try to convince us otherwise. A bloke a lesbian https://t.co/BmnIvycK17
Martina Navratilova (@Martina) November 28, 2023
|
Das ursprüngliche Stonewall-Video war bereits 2017 veröffentlicht worden. Navratilova reagierte auf einen von transfeindlichen Akteur*innen derzeit sozial verbreiteten Clip mit Szenen aus diesem und anderen Videos. Wenige Stunden später bekräftigte die tschechisch-amerikanische Tennis-Ikone auf Nachfrage ihre transfeindliche Haltung – und stellte klar, dass sie trans Menschen pauschal nicht akzeptieren werde: "Ein Mann, der sich als Frau identifiziert und Interesse an Frauen hat, ist halt so, aber keine Lesbe."
/ Martina NavratilovaStill not a lesbian. A male who identifies as a woman and is attracted to women is just that, still not a lesbian. Nobody is denying anyones existence, but words matter.
Martina Navratilova (@Martina) November 28, 2023
|
Navratilova, die in den Achtzigerjahren wegen ihrer Homosexualität selbst Ausgrenzung erfahren hatte, hat bereits mehrfach Stimmung gegen trans Menschen gemacht. So unterstützte sie 2020 ein transphobes Gesetz, das trans Frauen praktisch vom Universitätssport ausschließen soll (queer.de berichtete).
Kulturkampf gegen trans Menschen in den USA und Deutschland
In den USA gibt es derzeit einen wahren Kulturkampf gegen trans Menschen, die für viele Probleme im Land verantwortlich gemacht werden: Präsidentschaftskandidatin Nikki Haley beschuldigte etwa trans Mädchen, die Suizidrate unter cisgeschlechtlichen Mädchen in die Höhe zu treiben – ohne jeglichen wissenschaftlichen Beleg dafür zu liefern (queer.de berichtete).
In Deutschland kam es zuletzt insbesondere im Streit um das Selbstbestimmungsgesetz vermehrt zu transfeindlichen Ausbrüchen. Die AfD-Vizefraktionschefin Beatrix von Storch handelte sich etwa kürzlich eine Geldstrafe ein, weil sie die trans Abgeordnete Tessa Ganserer (Grüne) im Bundestag wegen ihrer Geschlechtsidentität beleidigte (queer.de berichtete). Dagegen geht von Storch gerichtlich vor (queer.de berichtete).
Die deutsche Transfeindlichkeit kommt allerdings nicht nur von Rechtsaußen, sondern auch aus Teilen der feministischen Community: Die bekannteste deutsche Feministin Alice Schwarzer macht etwa bereits seit Jahren Stimmung gegen trans Menschen (queer.de berichtete). (dk)














