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Roberto Vannacci

Italien: Homophober General wird befördert

Homophobie und Rassismus sind in Italien unter der rechten Meloni-Regierung offenbar positive Eigenschaften.


Roberto Vannacci weist in Interviews mit italienischen Nachrichtensender jegliche Kritik an seiner Homo­sexuellenfeindlichkeit zurück – und beruft sich auf freie Meinungsäußerung (Bild: Screenshot / TGcom24)

Der italienische General Roberto Vannacci ist am Sonntag laut RAI vom Verteidigungsministerium zum Chef des Generalstabs des Heereseinsatzkommandos ernannt worden. Damit koordiniere der 55-Jährige die italienischen Landeseinsatzkräfte. Über seine Beförderung war Vannacci nicht überrascht: "Ich war überzeugt davon, dass ich den Posten erhalten werde", sagte der General.

Der General hatte im Sommer für Empörung gesorgt, weil er in einem im Selbstverlag veröffentlichten Buch "Il mondo al contrario" (Verkehrte Welt) rassistische und homophobe Aussagen tätigte (queer.de berichtete). In seinem Buch schrieb Vannacci unter anderem, dass Homosexuelle nicht "normal" seien. Er wetterte außerdem gegen die "Diktatur der Minderheiten" und die angeblich immer mächtiger werdende "internationale Gay-Lobby". Außerdem teilte er gegen Feministinnen, Umweltschützer*innen und Einwanderer*innen aus. Über die schwarze italienische Star-Volleyballerin Paola Egonu schrieb der General, "dass ihre Gesichtszüge nicht italienisch sind". Als Reaktion verlor Vannacci den Chefposten in Italiens militärgeographischem Institut – mit seiner Ernennung erhielt er nun aber einen noch prestigeträchtigeren Job.

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Ironischerweise wurde kurz nach seiner Ernennung am Montag auch ein Disziplinaruntersuchung des Militärs wegen seiner Äußerungen eingeleitet. Vannacci zeigte sich davon aber wenig beeindruckt: "Ich bin überzeugt, dass ich gegen keine Disziplinarregeln verstoßen habe. Und ich beanspruche die Freiheit, meine Ideen gemäß der Verfassung und dem Militärgesetz zu äußern."

Verteidigungsminister Guido Crosetto von der postfaschistischen Partei "Brüder Italiens" von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte ursprünglich Vannacci für seine Äußerungen kritisiert. Das Buch des Generals enthalte "persönliche Beschimpfungen, die die Armee, die Verteidigung und die Verfassung diskreditieren". Teile der Regierung unterstützten ihn jedoch offen: Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini von der rechtsextremen Partei Lega bezeichnete Crosetto nach dessen Äußerungen als "loyalen und mutigen Diener Italiens und der Italiener".

Kritik aus Opposition

Die Opposition und LGBTI-Organisationen kritisierten die Beförderung Vannaccis: "Seine Ernennung zeigt, dass in dieser Regierung Ausländerfeindlichkeit, Homophobie und die Verbreitung von Verschwörungstheorien eher als ein Pluspunkt als ein Minuspunkt gesehen wird", erklärte der liberale Parlamentsabgeordnete Riccardo Magi. Der sozialdemokratische Parlamentsabgeordnete Alessandro Zan ergänzte: "Das ist nicht nur eine Schande, sondern auch eine echte Gefahr für all jene Menschen, die der General attackiert", so Zan, der auch in der LGBTI-Organisation Arcigay aktiv ist. (dk)

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