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Entscheidung des Berufungsgerichts
Jussie Smollett muss wohl ins Gefängnis
Seit mehreren Jahren wehrt sich der schwule Schauspieler Jussie Smollett gegen Vorwürfe, er habe einen rassistischen und homophoben Übergriff erfunden. Jetzt musste er einen großen Rückschlag hinnehmen.

Jussie Smollett erleidet eine weitere Niederlage vor Gericht (Bild: Promo)
- 5. Dezember 2023, 12:11h 2 Min.
Ein Berufungsgericht in Chicago hat am Freitag eine fünfmonatige Gefängnisstrafe für den schwulen Schauspieler Jussie Smollett wegen Störung der öffentlichen Ordnung mit zwei Richterstimmen gegen eine bestätigt. Der 41-Jährige muss damit wohl seine Haftstrafe absitzen.
Seine Anwältin Holly Baird hat allerdings gegenüber "The Daily Beast" bereits angekündigt, Rechtsmittel vor dem Obersten Gerichtshofs des Staates Illinois einzulegen. Sollte der Supreme Court in Chicago den Einspruch akzeptieren, könnte Smollett weiter auf freiem Fuß bleiben. "Wir wollen darauf hinweisen, dass die Entscheidung des Berufungsgerichts nicht einstimmig gefallen ist", so Baird.
Smollett berichtete Anfang 2019 von Überfall in Chicago
Der Fall Smollett hatte vor knapp fünf Jahren die USA in Aufregung versetzt: Der Star aus der damals erfolgreichen Fernsehserie "Empire" hatte im Januar 2019 berichtet, er sei nachts in Chicago auf offener Straße von zwei Maskierten angegriffen und beleidigt worden (queer.de berichtete). Die Angreifer hätten ihm einen Strick um den Hals gelegt und geschrien, Chicago sei "MAGA-Land" – in Anspielung auf den Wahlkampfslogan des damaligen US-Präsidenten Donald Trump, "Make America Great Again" ("Macht Amerika wieder großartig").
Doch rasch wurden Zweifel an Smolletts Darstellung laut: Nach Überzeugung der Polizei soll der Schauspieler zwei Bekannte mit dem vorgetäuschten Angriff beauftragt haben. Von seiner Opferrolle soll er sich berufliche Vorteile erhofft haben (queer.de berichtete). Die beiden angeblichen Angreifer sagten vor Gericht aus, Smollett habe ihnen 3.500 Dollar (rund 3.200 Euro) für die vorgetäuschte Tat bezahlt.
Smollett-Anwältin beklagt Doppelbestrafung
In dem Berufungsprozess argumentierte Smolletts Anwältin insbesondere damit, dass laut der US-Verfassung niemand wegen eines Verbrechens zwei Mal bestraft werden darf ("Double Jeopardy"). Sie erklärte, dass die Bezirksstaatsanwältin des Bezirks Cook, Kim Foxx, 2019 alle Anklagen gegen Smollett habe fallen lassen. Damit sei eine erneute Anklage nicht möglich gewesen, da diese auch wegen der großen Berichterstattung de facto eine Doppel-Bestrafung für Smollett bedeute. Später hat aber ein Spezialermittler die selben Vorwürfe gegen den Schauspieler erhoben, was dann zur Verkündung der Gefängnisstrafe im März 2022 führte (queer.de berichtete). (dk)















