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Prozess in Trier
Schwulen bei vorgetäuschtem Sexdate getötet: Hohe Haftstrafen für zwei Täter
Ein 57-Jähriger traf sich zum Sexdate mit zwei jüngeren Männern – und wurde am Ende brutal in seiner eigenen Wohnung erschlagen. Die beiden Verantwortlichen kommen nun für die Tat lange hinter Gitter.
- 6. Dezember 2023, 12:31h 3 Min.
Zwei junge Männer hatten Mitte Juni ein Sexdate mit einem 56-Jährigen vereinbart und das Opfer dann in dessen eigenem Haus im Eifelort Hersdorf brutal umgebracht. Das Landgericht Trier hat laut SWR am Dienstag die beiden Täter in einem Indizienprozess wegen Mordes und Raubes zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.
Ein 27-jähriger Angeklagter erhielt lebenslänglich, ein 21-Jähriger nach Jugendstrafrecht 13 Jahre. Außerdem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest, wodurch es die eigentliche Höchststrafe im Jugendstrafrecht von 10 Jahren beim jüngeren Täter erhöhen konnte. Als Mordmerkmale stellte das Gericht Habgier, Heimtücke und die sogenannte Ermöglichungsabsicht fest, also wenn es einem Kriminellen darauf ankommt, durch eine Tötungshandlung eine andere Straftat schneller oder einfacher verwirklichen zu können.
In Facebookgruppe kennengelernt
Die Verurteilten, zwei serbische Staatsbürger aus Remscheid im Bergischen Land, hatten das Opfer laut Gerichtsaussagen auf einer geschlossenen "Er sucht ihn"-Facebookgruppe kennengelernt. Dort hatten sie sexuelles Interesse vorgetäuscht. Der 56-Jährige holte das Duo dann von deren Wohnung ab und brachte sie zu sich nach Hause, wo die drei zunächst aßen und Bier tranken.
Die beiden jüngeren Männer hätten dann das spätere Opfer nach 500 Euro gefragt, sagte ein Polizist im Prozess zu den Ermittlungen aus. Der 56-Jährige lehnte dies aber ab und zog sich im Badezimmer aus. Als er dann Sex wollte, hatten ihm beide Angeklagte mit einem Radmutterschlüssel mehrfach auf den Kopf geschlagen. Das Opfer starb an schweren Kopfverletzungen – es wurde später in der Badewanne gefunden. Laut Staatsanwaltschaft durchsuchten die Täter dann das Haus und erbeuteten Gegenstände im Wert von rund 900 Euro.
21-Jähriger wollte offenbar weitere Menschen töten
Der 21-Jährige hatte nach der Tat online auch damit geprahlt, einem Menschen das Leben genommen zu haben: "Der heranwachsende Täter hat gegenüber einem Chat-Partner angegeben, dass er einen Deutschen umgebracht habe, und hat auch Ausführungen zum Tathergang gemacht", so Laura Lorenz von der Staatsanwaltschaft Trier gegenüber dem SWR-Fernsehen. "Er hat auch später gesagt, dass er ab jetzt weitere Menschen töten könne." Vor Gericht hatten sich die Täter zum Vorgang nicht geäußert und sich dafür auch nicht entschuldigt. Die fehlende Reue war für das Gericht neben der Brutalität ein Grund, die besondere Schwere der Schuld festzustellen.
Die beiden Angeklagten hatten nach eigenen Angaben kein eigenes Einkommen, sondern wurden von der Freundin des 27-Jährigen unterstützt, die Sozialhilfe bezog – sie lebten auch in deren Wohnung. Der 21-Jährige soll sich dabei öfter gezielt an ältere schwule Männer herangemacht haben, um an Geld zu kommen. Auf seinem Handy waren zuvor mehr als 1.500 Chat-Nachrichten mit verschiedenen Männern sichergestellt worden.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger des 27-Jährigen hat bereits angekündigt, in Revision gehen zu wollen, der Verteidiger des 21-Jährige wolle das zunächst noch prüfen. (cw)
















