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Hass und Lügen

AfD: "Regenbogen-Regime" gefährdet Kindergärten, Dragqueens sind pädophil

Mit einem besonders niederträchtigen Flyer versucht die AfD in Niedersachsen, alle queeren Menschen als Straftäter*innen dazustellen.


Links der Flyer, den die AfD im Gifhorn verteilt hat (Bild: AfD Gifhorn)
  • 14. Dezember 2023, 08:26h 2 Min.

Die AfD hat im niedersächsischen Landkreis Gifhorn nach Angaben der "Braunschweiger Zeitung" einen Flyer verteilt, in dem gegen queere Menschen gehetzt wird. Auf dem Flugblatt sind als Strichmännchen ein heterosexuelles Elternpaar abgebildet, die zwei Kinder mit einem Regenschirm vor einer ausblutenden Regenbogen­fahne schützen. Dazu gibt es die Aufschrift: "Kinder unterm Regenbogen". Der Flyer wurde laut Impressum vom AfD-Landesverband Niedersachsen erstellt.

"Das Regenbogen-Regime regiert!", heißt es in dem Schreiben, das viele Unwahrheiten enthält. Unter dem "Regenbogen-Regime" sei es etwa "Staatsdoktrin", dass "Kleinkinder Masturbieren lernen", so die Rechtaußenpartei. Kinder würden "zu Sexspielen animiert" und Kitas würden "fremde Männer" im "intensiven Körperkontakt" mit Kindern rangeln lassen, wird behauptet. In Kindestagesstätten werde zudem Pädophilie legalisiert. Dragqueens prangerte die AfD als "Trans-Aktivisten" an, die Kinder "bräuchten".

Auf ihrer Facebook-Seite teilte die AfD Gifhorn noch die detaillierten Antworten auf die Fragen der "Braunschweiger Zeitung". Dabei wird auch angedeutet, dass alle Dragqueens Kinder missbrauchten. Konkret antwortet die AfD auf die Frage: "Halten Sie Drag-Queens für pädophil?" mit den ausweichenden Worten: "Das Ergebnis der jüngsten Pisa Studie ist ein Alarmzeichen. Es ist dringend notwendig elementare Grundwerte zu vermitteln und keine Regenbogenideologie an Kindergärten!"

"Ich werde ja kein Baum, weil ich etwas über Photosynthese lerne"

Vivien Hoppe vom Queeren Netzwerk Gifhorn bezeichnete die Äußerungen auf dem Flyer als "eine große Gefahr" für die queere Community. So kritisierte sie die generelle Abwertung von Dragqueens: "Deren Kunst wird hier gleichgesetzt mit Transsexualität, zudem werden sie als pädophil dargestellt. Wenn eine Dragqueen Kindern aber etwas vorliest, dann ist das so als würde dies ein verkleideter Clown oder der Weihnachtsmann tun." Zudem hätten Bücher, die etwa Geschlechtsidentitäten zum Thema haben, noch nie geschadet oder verunsichert: "Ich werde ja auch kein Baum oder grün, weil ich etwas über Photosynthese lerne."

Die niedersächsische AfD hat dieses Jahr eine regelrechte Kampagne gegen queere Menschen gestartet, die sie zur Gefahr für Kinder hochstilisierte. Im Landtag hat die Fraktion etwa einen Antrag eingebracht, mit dem queere Menschen an Schulen praktisch unsichtbar gemacht werden sollen (queer.de berichtete). Zudem stellt die Partei immer wieder nachweislich unwahre Behauptungen auf: So erklärte AfD-Landesfraktionschef Stefan Marzischewski-Drewes im Sommer im NDR-Fernsehen, dass trans Menschen schlicht nicht existierten (queer.de berichtete). (dk)

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