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Gesundheit

Mpox-Impfstoff jetzt in hausärztlichen Praxen verfügbar

Ab sofort ist der Impfstoff gegen die sogenannten Affenpocken regulär in Praxen oder über Apotheken erhältlich. In vielen Bundesländern fehlen allerdings noch Vereinbarungen mit den Krankenkassen.


Wer männlich ist und häufig wechselnde gleichgeschlechtliche Sexualpartner hat, sollte sich impfen lassen (Bild: Triggermouse / pixabay)
  • 14. Dezember 2023, 12:48h 3 Min.

Eine Impfung gegen Mpox ist jetzt auf demselben Wege möglich wie andere Impfungen: zum Beispiel in der hausärztlichen Praxis. Der Impfstoff wird nun auf regulärem Wege angeboten und nicht mehr wie bisher in einem Notfallprogramm über die Bundesländer.

"Für schwule und bisexuelle Männer wird es damit im Prinzip leichter, sich impfen zu lassen. Du kannst einfach in der Praxis nach der Impfung fragen. Entweder ist der Impfstoff dort vorrätig oder es kann ein Kassenrezept ausgestellt werden, um ihn in der Apotheke abzuholen", erklärte Jonathan Gregory, Leiter der Präventionskampagne "Ich weiss was ich tu" (IWWIT), am Donnerstag in einer Pressemitteilung.

Impfung muss teilweise zunächst selbst bezahlt werden

Bei der Umsetzung der neuen Regelung gibt es jedoch noch Probleme. In vielen Bundesländern fehlen noch entsprechende Vereinbarungen mit den Krankenkassen. Teilweise muss darum die ärztliche Impfleistung – also der Pieks mit der Spritze – zunächst selbst bezahlt werden und wird hinterher von der Krankenkasse erstattet. An manchen Orten, etwa in Berlin, muss offenbar auch das Geld für den Impfstoff selbst häufig vorgestreckt werden. Zudem laufen teilweise noch übergangsweise die alten Impfprogramme.

Die Webseite der Deutschen Aidshilfe bietet Informationen zur Situation in den jeweiligen Bundesländern. Die Lage ist allerdings insgesamt noch sehr unübersichtlich und offenbar regional sehr verschieden.

"Von dieser etwas komplizierten Lage sollte sich niemand abschrecken lassen. Am besten fragst du vorher in deiner Praxis nach, wie es bei dir vor Ort läuft", rät Jonathan Gregory. "Schwule und bisexuelle Männer mit wechselnden Partnern haben auf jeden Fall ein Recht auf die Impfung und die Krankenkasse bezahlt sie auch!"

Wöchentlich neue Mpox-Fälle: Impfung bleibt bester Schutz

Das Robert-Koch-Institut meldet wöchentlich neue Mpox-Fälle in Deutschland – in der letzten Zeit zwischen zwei und zwölf Fällen pro Woche (queer.de berichtete).

"Die Fallzahlen sind niedrig, aber Mpox hat sich als weitere sexuell übertragbare Infektion etabliert. Auch kleinere Ausbrüche sind immer wieder möglich", so Jonathan Gregory. "Wir empfehlen die Impfung für schwule und bisexuelle Männer standardmäßig – genau wie die gegen Hep A/B. Die Impfung reduziert das Risiko einer Infektion erheblich und beugt ansonsten schweren und schmerzhaften Verläufen vor. Wer sich jetzt impft, sorgt auch für den Fall vor, dass die Zahlen wieder steigen sollten."

Impfstoff für alle!

Die Deutsche Aidshilfe hat sich früh dafür eingesetzt, dass genug Impfstoff zur Verfügung steht. Über den Wechsel zur regulären Versorgung werden nun Menschen ohne Krankenversicherung ausgeschlossen, obwohl noch viel Impfstoff übrig ist, wie gerade der Ärzt*innen-Verbund dagnä kritisiert hat.

"Impfstoffbestände aus dem Notfallprogramm sollten jetzt den Menschen zur Verfügung gestellt werden, die ihn dringend brauchen – in Deutschland und weltweit", erklärte Gregory. "Es ist ein Skandal, dass jetzt teilweise sogar Impfstoff vernichtet wird, weil er in Deutschland keine Zulassung für den regulären Gebrauch hat, während Menschen, die ihn brauchen, leer ausgehen." (cw/pm)

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