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Gerichtsurteil
Platz an der Kölner Oper wird nach Dirk Bach benannt
Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Köln darf der im Volksmund "kleiner Offenbachplatz" genannte Platz vor dem Kölner Schauspielhaus in Dirk-Bach-Platz umbenannt werden. Werden die Schilder bereits im Frühjahr angebracht?

Der Schauspieler und Entertainer Dirk Bach (1961-2012) gehörte zu Lebzeiten zu den bekanntesten offen queeren Prominenten in Deutschland (Bild: IMAGO / Hoffmann)
- 15. Dezember 2023, 06:02h 2 Min.
In einem kuriosen Rechtsstreit um die Benennung eines Platzes in Köln nach dem 2012 gestorbenen Comedian Dirk Bach hat der Rat der Stadt Köln den Kürzeren gezogen. Zuständig für die Benennung sei die Bezirksvertretung Köln-Innenstadt, entschied das Verwaltungsgericht Köln am Donnerstag in einem nicht rechtskräftigen Urteil.
Dabei geht es um einen kleinen, lange namenlosen Vorplatz des Schauspielhauses. Die Bezirksvertretung möchte den Bereich nach einem Vorschlag der Aidshilfe Köln und des Centrums Schwule Geschichte seit 2022 offiziell "Dirk-Bach-Platz" benennen (queer.de berichtete). Umgangssprachlich ist es bislang der "kleine Offenbachplatz". Doch der Rat der Stadt war der Meinung, er sei für eine Benennung zuständig. Im September 2023 entschied die Mehrheit, den offiziell noch namenlosen Bereich in den bereits bestehenden Offenbachplatz einzubeziehen.
Bezirksvertretung klagte gegen die Stadt
Die Bezirksvertretung zog vor Gericht und beantragte mit Erfolg die Feststellung, sie sei für die Benennung zuständig. Ein Sprecher der Stadt Köln erklärte, die Verwaltung werde die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und das weitere Vorgehen prüfen.
Das Gericht begründete, in den Vorschriften der NRW-Gemeindeordnung liege die Annahme einer prinzipiell zuerkannten Allzuständigkeit der Bezirksvertretung in bezirklichen Angelegenheiten zugrunde. Die Zuständigkeit liege nur dann beim Rat, wenn die Bedeutung der zu entscheidenden Angelegenheit wesentlich über den Stadtbezirk hinausgehe. "Eine wesentlich überbezirkliche Bedeutung gerade der Benennung des "kleinen Offenbachplatzes" habe der Beklagte weder dargelegt noch sei eine solche ansonsten erkennbar", begründete das Gericht.
Neue Schilder bereits im Frühjahr 2024?
"Heute wurde Rechtsgeschichte geschrieben", begrüßte Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne) das Urteil gegenüber der "Kölnischen Rundschau". Da die Bezirksvertretung die Benennung in Dirk-Bach-Platz ja bereits beschlossen habe, "muss die Verwaltung jetzt nur noch die Schilder anbringen". Dafür stelle er sich einem Termin im Frühjahr 2024 vor, so der Bezirksbürgermeister.
In Sommer hatte ein Plan, auf dem größten Kölner Friedhof Melaten rund 100 privat aufgestellte Sitzbänke – darunter auch die pinke Bank am Grab von Dirk Bach – zu entfernen, Empörung ausgelöst. Zeitweise war die Bank am Grab des schwulen Kult-Comedians sogar verschwunden, dann aber plötzlich wieder da (queer.de berichtete). Dann wurde entschieden, dass private Bänke unter bestimmten Voraussetzungen doch stehen bleiben dürfen. (cw/dpa)













