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Filmfestival
"Homoheiler"-Drama beim Max Ophüls Preis
Beim renommierten Nachwuchsfilmfestival in Saarbrücken (22. bis 28. Januar) feiert das Drama "Gotteskinder" seine Uraufführung: Zwei Teenager einer streng evangelikalen Familie entdecken die Liebe – und geraten in heftige Konflikte.

Szene aus "Gotteskinder" (Bild: Kinescope Film)
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17. Dezember 2023, 08:34h 3 Min.
Nach der Horror-Mystery-Serie "Was wir fürchten" im ZDF, geht es nun auch im Spielfilmdebüt "Gotteskinder" von Frauke Lodders um das Thema "Konversionstherapie". Für ihr Drehbuch erhielt die Regisseurin bereits 2019 den Hessischen Filmpreis. Auf dem Saarbrücker Filmfestival Max Ophüls Preis findet nun im Januar die Premiere statt. Mit dabei ist Michelangelo Fortuzzi, der seit der Kult-Serie "Druck" als einer der talentiertesten Schauspieler seiner Generation gilt.
Erzählt wird die Geschichte der Teenager Hannah (Flora Li Thiemann) und
Timotheus (Serafin Mishiev), die mit zwei weiteren Geschwistern in einer streng evangelikalen freikirchlichen Familie aufwachsen. Als mit Max (Michelangelo Fortuzzi) ein neuer Junge mit seiner frisch verwitweten Mutter in den kleinen Ort zieht, nimmt die 17-Jährige schnell Kontakt mit ihm auf. Von ihren Missionierungsversuchen hält Max freilich wenig, dennoch verbringen die beiden viel Zeit miteinander und freunden sich immer mehr an.
"Seelsorge-Seminar" gegen homosexuelle Gefühle
Dramatischer verläuft die erste Liebe bei Hannahs 15-jährigem Bruder Timo. Als dieser zunehmend stärkere Gefühle für seinen Kumpel Joans (Lennox Halm) entwickelt, gerät der Teenager in schwere Konflikte mit seiner fundamentalistischen Religion. Weil er glaubt, Homosexualität verstoße gegen Gottes Willen, sucht er sich Hilfe bei einem sogenannten "Seelsorge-Seminar", wo er sich von seinen "unreinen" Gedanken "heilen" lassen möchte. Schuld und Selbsthass bestimmen zunehmend das Leben des Jugendlichen.
Der 2006 geborene Hauptdarsteller Serafin Mishiev war zuletzt als Philipp im Arte-Sechsteiler "Nackt über Berlin" von Axel Ranisch zu sehen. Michelangelo Fortuzzi (22) spielte derweil im Herbst fürs ZDF den schwulen Sex-Online-Anbieter in der sechsteiligen Instant-Serie "WatchMe – Sex sells".
Regisseurin Frauke Lodders kommentiert ihr Spielfilm-Debüt so:
Als ich die Idee zu 'Gotteskinder' hatte, dachte ich, diese würde in Deutschland nicht funktionieren, denn mir war nicht bewusst, dass es auch hier evangelikale Christen in nennenswerter Anzahl gibt und diese kein hauptsächlich amerikanisches Phänomen sind. Als ich während der Recherche immer mehr in die Welt der evangelikalen Freikirchen eintauchte, war ich fasziniert und erschrocken zugleich: Hinter dem oft sehr modernen und durchaus einladenden Äußeren, befindet sich eine strikt konservative Welt, in der streng patriarchale Regeln gelten. Dennoch sind diese Freikirchen extrem erfolgreich, die Mitgliederzahlen steigen rasant, insbesondere bei jungen Menschen. Für den Film habe ich ein Jahr lang intensiv recherchiert, selbst an Veranstaltungen verschiedener Freikirchen teilgenommen und unter einem Vorwand Kontakt zu sogenannten Therapeuten gehabt, die Konversionstherapien durchführen. Dabei ist wichtig zu erwähnen, dass nicht alle Freikirchen so sind, wie die im Film gezeigte, die Bandbreite schwankt zwischen weltoffen und liberal bis hin zu extrem fundamentalistisch. Mir war es wichtig einen Film zu machen, der aus der Sicht von Menschen erzählt, die in einer evangelikalen Gemeinde leben und hinter ihrem Glauben stehen. Also kein Blick von außen auf eine Parallelwelt, sondern eine Innenansicht. Ich wollte, dass man versteht, was Menschen an diesen Gemeinden anziehend finden. Denn nur wenn wir nachvollziehen können, was Menschen in diesen Gemeinden hält, können wir ihnen helfen, wenn sie einen Ausweg suchen.
Ein Verleih und ein Kinostarttermin für die "Gotteskinder" stehen derzeit noch nicht fest.
Links zum Thema:
» Homepage des Filmfestivals Max Ophüls Preis
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