Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?47903

Thurn und Taxis gibt den Dr. Jekyll

Gloria: "Schwule und Lesben sind für mich Familie"

Heiratende Schwule sind für sie Werk des Teufels, gleichgeschlechtlicher Sex ein "tierischer Instinkt". Dennoch tut Gloria von Thurn und Taxis so, als ob sie Homosexuelle ganz lieb hat.


Gloria von Thurn und Taxis hat zwei Gesichter: Mit Mainstream-Zeitungen redet sie gerne darüber, wie sehr sie Homosexuelle liebt – in rechtspopulistischen Plattformen schimpft sie dagegen gern über "teuflische" Schwule und Lesben (Bild: IMAGO / SKATA)

Gloria von Thurn und Taxis hat in einem am Dienstag im "Tagesspiegel" (Aboartikel) veröffentlichten Interview behauptet, homosexuellenfreundlich zu sein. "Schwule und Lesben sind für mich Familie!", so die oft als Fürstin bezeichnete 63-jährige Unternehmerin auf die Frage, warum sie in letzter Zeit so viel Rassistisches und Homophobes gesagt habe. "Bei uns im Haus gingen Homosexuelle ein und aus! Keith Haring, Billy Boy, Bob Colacello, André Leon Tally. Als ich 18, 19 Jahre alt war, wollte ich natürlich nicht in die Hetero-Discos. Wenn Sie in diesem Alter nicht aussehen wie eine Mülltonne, machen die Männer Sie an, da hatte ich keine Lust drauf."

Was sie nicht im Interview erwähnt: Nach ihrer Zeit als "Punk-Prinzessin" fiel Thurn und Taxis wiederholt mit homophoben Tiraden auf. Bereits vor 15 Jahren bezeichnete sie etwa Homosexualität abwertend als Mode-Erscheinung. Letztes Jahr wetterte sie im Youtube-Kanal von Julian Reichelt gegen die "One Love"-Binde bei der Fußball-WM und sprach in Zusammenhang mit Homosexualität von "tierischen Instinkten" und "Sünde". Schwule und Lesben forderte sie dabei auf, ihre sexuelle Orientierung in der Öffentlichkeit geheim zu halten.

- Werbung -

Gloria bezeichnete heiratende Homosexuelle als teuflisch

In der Vergangenheit hatte Thurn und Taxis auch gegen heiratende Homosexuelle gewettert, oft mit Verweis auf ihren katholischen Glauben – die Ehe für alle sei ein "Angriff auf die klassische Familie" und ein Werk des Teufels. Außerdem unterstützte sie die extrem queerfeindliche sogenannte Demo für alle.

Wegen ihrer Queerfeindlichkeit riefen diesen Sommer 100 Vertreter*innen der Regensburger Kulturszene zu einem Boykott der Regensburger Schlossfestspiele auf, die auf dem Anwesen des Adelsgeschlechts Thurn und Taxis stattfinden. Gloria ist seit zwei Jahrzehnten die Schirmfrau der Veranstaltung. Dort trat dieses Jahr unter anderem Schlagersänger Giovanni Zarrella auf, der aus Protest gegen Glorias homophobe Weltsicht eine Regenbogenfahne am Mikrofonständer anbrachte (queer.de berichtete).

Im "Tagesspiegel" wies Thurn und Taxis jetzt alle Vorwürfe zurück, dass sie sich radikalisiert habe: "So ein Quatsch, das ist doch wieder mal Klischee. Dieser Blödsinn wird einfach behauptet und so oft wiederholt, damit es irgendwann tatsächlich geglaubt wird." Im Interview wird Thurn und Taxis nicht mit ihren vielen queerfeindlichen Aussagen konfrontiert. (dk)

-w-

-w-

-w-