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Katholische Kirche

Segnung Homo­sexueller: Reformgruppen sehen "kleinen Schritt in richtige Richtung"

Die überraschende Öffnung der Segnung für gleichgeschlechtliche Paare durch Papst Franziskus ist bei deutschen Reformgruppen auf ein positives Echo gestoßen. Allerdings sei dieser Schritt bei weitem nicht ausreichend.


Banner der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) an einer Kirche in Regensburg 2021
  • 19. Dezember 2023, 09:47h 2 Min.

Katholische Reformgruppen sehen in der päpstlichen Erlaubnis der Segnung homosexueller Partnerschaften unter bestimmten Voraussetzungen einen positiven Schritt, der allerdings nicht weit genug gehe. Dies sei ein "kleiner Schritt in die richtige Richtung", teilte die Reformbewegung "Wir sind Kirche" am Dienstag in München mit. "Für die homosexuellen Paare an Orten, an denen die pastoralen Mitarbeitenden die Segnung bisher zurückgehalten haben, die ihnen nun nicht mehr verwehrt werden darf, kann dies ein wichtiges Signal sein", so die Reformbewegung aus Laien und Theolog*innen. "Insbesondere in den vielen Teilen der Welt, in denen queere Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität und Orientierung verfolgt werden, braucht es jeden noch so kleinen Schritt."

Insbesondere das Festhalten am Ehe-Verbot für Geschiedene und Homosexuelle stieß aber auf scharfe Kritik: "Die Begründung aus der Moral heraus zeigt, dass sich in der Haltung und dem Verständnis der römisch-katholischen Kirchenspitze in Bezug auf die Lebensrealität homosexueller wie auch wiederverheirateter Paare nicht wirklich etwas geändert hat."

Papst Franziskus hatte den Weg für die Segnung homosexueller Paare in der katholischen Kirche unter bestimmten Bedingungen geebnet (queer.de berichtete). Dies ging aus einem Schreiben hervor, das der Vatikan am Montag in Rom veröffentlichte. Darin ist nach offizieller deutscher Übersetzung von der "Möglichkeit der Segnung von Paaren in irregulären Situationen und von gleichgeschlechtlichen Paaren" die Rede.

"Leider klebt die vatikanische Erklärung an der bisherigen Lehre über die Ehe"

Das Katholische LSBT+ Komitee bewertete die Entscheidung am Dienstag als "mutigen Schritt". "Damit holen sie durchaus erfolgreich den jahrzehntelangen Rückstand in Theologie und Seelsorge auf", hieß es in einer Mitteilung. "Leider klebt die vatikanische Erklärung an der bisherigen Lehre über die Ehe. Liebevolle Beziehungen außerhalb der lebenslangen Ehe zwischen Mann und Frau sind ihr fremd."

"Maria 2.0" bewertete die Entscheidung als "ersten kleinen, aber absolut unzureichenden Schritt in Richtung Gleichberechtigung": "Diese Maßnahme zeigt zwar eine gewisse, schon lange überfällige Öffnung, aber die tiefergehenden strukturellen Probleme und Diskriminierungen innerhalb der katholischen Kirche werden damit keineswegs angemessen behandelt." (dpa/cw)

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