https://queer.de/?47928
"Jetzt ist sie frei!"
Zum Tode verurteilte iranische Aktivistin sicher in Deutschland
Die lesbische Aktivistin Sareh Sedighi-Hamadani war im Iran wegen ihres Engagements für LGBTI-Rechte zum Tode verurteilt worden. Sie konnte jetzt aber dem Mullah-Regime entfliehen.
- 21. Dezember 2023, 10:33h 2 Min.
Die lesbische Menschenrechtsaktivistin Sareh Sedighi-Hamadani, die im Iran wegen ihres Engagements zum Tode verurteilt worden war, ist sicher in Deutschland angekommen. Das teilte der Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann, am Donnerstag in sozialen Medien mit. Dies sei die "schönste Nachricht zum Jahresende", erklärte der Grünenpolitiker auf X. "Sie wurde vom Regime im #Iran verhaftet, gefoltert, zum Tode verurteilt", so Lehmann weiter. "Viele haben sich für Sareh eingesetzt, auch ich. Jetzt ist sie frei! – und sicher in Deutschland". Dabei zeigte er ein Bild, auf dem er und Sedighi-Hamadani vor dem Kölner Dom stehen.
Letztes Jahr hatten Berichte die Runde gemacht, wonach Sedighi-Hamadani und eine weitere Aktivstin unter anderem der "Korruption auf Erden" durch "Förderung der Homosexualität" zum Tode verurteilt worden war (queer.de berichtete). Lehmann übernahm daraufhin eine politische Patenschaft für die Aktivistin (queer.de berichtete). Im März wurde bekannt, dass der Druck gewirkt hat: Die beiden waren vorläufig freigelassen worden (queer.de berichtete). Allerdings drohte ihnen im Iran weiterhin die Hinrichtung.
Im Iran sollen seit der Islamischen Revolution 1979 tausende Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung hingerichtet worden sein. Eine genaue Einschätzung über entsprechende Hinrichtungen ist aber schwierig, weil die iranischen Gerichte in ihren Urteilen Formen von unehelichem oder gleichgeschlechtlichem Sex mit sexueller Gewalt vermischen. Zudem ist eine unabhängige Berichterstattung oft nicht möglich und viele Urteile insbesondere in ländlicheren Regionen werden nie publik.
Immer wieder macht auch die iranische Führung Stimmung gegen queere Menschen. Im Juli erklärte etwa Präsident Ebrahim Raisi bei einem Uganda-Besuch: "Die westlichen Länder versuchen, Homosexualität als ein Zeichen von Zivilisation darzustellen, dabei ist diese eine der schmutzigsten Sachen, die in der Geschichte der Menschheit geschehen sind" (queer.de berichtete). (dk)















