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Folge 52 von 53
Schwule Symbole im Film: Apfel, Sodom und das Kreuz
Es gibt viele christliche und zum Teil jüdische Symbole, die in schwulen Filmen eindrucksvoll variiert werden und von Verführung und Vertreibung bzw. von Leben und Tod handeln.

Ein Objekt homoerotischer Begierde in "Latter Days" (2003)
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24. Dezember 2023, 04:21h 22 Min. - Diese Artikelserie wurde gefördert von der Homosexuellen Selbsthilfe e.V., www.hs-verein.de.
Der Apfel und der Sündenfall – knackig und süß
Der Apfel ist ein aus diversen Religionen, Mythen und Märchen bekanntes Fruchtbarkeitssymbol. Eine große kulturelle Bedeutung hat er vor allem als "verbotene Frucht" im biblischen Paradies bzw. dem Garten Eden, wo er nicht nur ein Symbol für Fruchtbarkeit, Liebe und Versuchung ist, sondern auch für die Vertreibung aus dem Paradies und den Erkenntnisgewinn von Gut und Böse. Als verführerische Frucht ist der Apfel auch aus Märchen wie "Schneewittchen" bekannt.
Mit dem Apfel spielen – Interesse an Sex erwacht
Mit einem noch nicht angebissenen Apfel lässt sich sexuelle Unerfahrenheit ausdrücken. Wenn der junge Julian (D: Xavier Dolan) in "Im Spiegel des Sommers" (2006) einen Apfel betrachtet, ohne hineinzubeißen, oder der junge Jonathan in "In a Heartbeat" (2017, 00:30 Min., hier online) seinen Apfel mehrfach hochwirft und wieder auffängt, wird klar, dass ein sexuelles Interesse bei beiden geweckt ist, die beiden Jungs aber noch keinen Sex hatten. Besonders deutlich ist hier die Komödie "John Apple Jack" (2013): Der noch nicht angebissene Apfel auf dem Filmcover ist in Verbindung mit dem Aufdruck "Playboy, Virgin. And Fruit" ein Symbol für die Liebesbeziehung des promisken John mit dem sexuell noch unerfahrenen Jack. Das auf dem Filmcover dargestellte Bild kommt im Film nicht vor, dafür aber eine Szene mit Jack als kleinem unschuldigem Jungen, der einen Apfel vom Baum pflückt und seinem Freund schenkt.

Der Apfel in "In a Heartbeat" (2017)
Eytan Fox zeigt in seinem Kurzfilm "Dienstfrei" (aka "Time off", 1990) einen interessanten anderen Umgang mit einem Apfel: Es gibt einen Soldaten, der von einem Apfel abbeißt und Sex mit einem Mann hat, und einen anderen Soldaten, der interessiert einen Apfel betrachtet und den anderen Männern beim Sex zusieht.

Das Interesse ist geweckt: der Apfel in "Dienstfrei" (1990)
Einen Apfel alleine essen – Begehren und Einsamkeit
Wenn ein Mann alleine einen Apfel isst, verweist dies meistens auf einseitige sexuelle Lust, die zwar schön, aber irgendwie auch unbefriedigend ist. So zeigt Derek Jarman in seinem Film "Sebastiane" (1976) einen Römer, der den bildschönen nackten Sebastiane heimlich beobachtet, sich nach ihm verzehrt und dabei allein einen Apfel isst. Der Italo-Western "Töte, Django" (1967) mit seinem spannenden Mix aus schwulen Anspielungen und religiöser Symbolik (s. Filmdienst) enthält eine Szene, in der ein Cowboy unter den begehrenden Blicken anderer Cowboys in einen Apfel beißt und davonreitet. Dass in "Apartment Zero" (1988) Jack alleine einen Apfel isst, lässt sich als Ausdruck dafür verstehen, dass seine Liebe nicht erwidert wird. In "Teenage Kicks" (2016) isst Miklós alleine einen Apfel und sieht seinem Bruder Tomi beim Wichsen zu. In einer ähnlichen Szene in der US-Serie "Queer as Folk" spielt Brian mit einem Apfel und isst ihn schließlich, während sich ihm ein männliches Fotomodel vorstellt (Folge 1/2). Solche Filmszenen bringen Begehren zum Ausdruck und der Apfel wird zum Symbol für einseitigen sexuellen Genuss. In Verbindung mit dem Begehren eines anderen Mannes wirken diese Szenen jedoch wie eine sexuelle Ersatzhandlung und wie eine noch nicht zu Ende erzählte Geschichte.
Es gibt auch andere, nicht so harmlose Szenen, in denen Männer alleine einen Apfel essen und die mit einseitiger Lust in Verbindung stehen. In "Violine" (2012, 2:25 Min., hier online) nimmt sich der egozentrische Drogendealer Jan in Olis Wohnung ohne zu fragen einen Apfel und beißt hinein, was nicht nur übergriffig, sondern auch wie eine Machtdemonstration wirkt. In "Zar" (2013, 14:00 Min., hier online) isst ein Vergewaltiger einen Apfel, nachdem er einen anderen Mann brutal vergewaltigt hat.

Einseitige Lust: Nach einer Vergewaltigung isst der Täter einen Apfel
Einen Apfel anbieten – die Verführung eines Mannes
Einem anderen Mann einen Apfel anzubieten kann im Film ein sexuelles Angebot sein. In "Jäger des verlorenen Schatzes" (1981) legt ein Student nach einer Vorlesung seinem Professor (D: Harrison Ford) unauffällig einen Apfel auf seinen Schreibtisch. Der Filmhistoriker Vito Russo ("Die schwule Traumfabrik", 1990, S. 227) interpretiert diese kurze Szene als schwule Geste und bezeichnet sie als "einen netten Moment". Seine zurückhaltend positive Bewertung ist nachvollziehbar, weil die an sich wohl gut gemeinte Filmszene viel zu unauffällig ist, um eine emanzipatorische Bedeutung zu haben.
Andere Filme kombinieren den Apfel deutlicher mit homoerotischer Verführung. So wird auf dem Filmcover von "Eating Out" (2. Teil, 2006) den Zuschauer*innen von einem halbnackten Mann ein Apfel entgegengehalten. Wer sich im Publikum hier angesprochen fühlt, hat im übertragenen Sinne wohl angebissen. Schon der Titel dieser Filmreihe deutet an, dass darin Lebensmittel sexualisiert werden, da "Eating Out" nicht nur "auswärts essen", sondern auch "fremdgehen" bedeutet. Im Film selbst wird das Apfel-Motiv jedoch anders aufgegriffen: Der schwule Zeichenlehrer Mr. Tompsson wirft den Apfel als Zeichenvorlage weg und hat stattdessen ein männliches Aktmodell eingeladen, weil er sich offenbar mehr für das Leben und für Sex und weniger für subtile sexuelle Symbolik interessiert.

Das Angebot eines Apfels in "Eating Out" (2. Teil, 2006) und "We're all Angels" (2007)
Als aussagekräftiges Motiv ist der Apfel auch auf weiteren Filmcovern abgebildet: Auf den Covern von "Das Herz will, was es will" (2004) und "We're all Angels" (2007) ist der Apfel schon angebissen, bei "Plan B" (2009) ist offenbar der Moment davor zu sehen. Auch einzelne Filmszenen können hier angeführt werden, wie die in "That Thing We Do" (2003, 2. Teil, 1:05 Min., hier online), in der ein Apfel angebissen und angeboten wird. In "Eden" (2014) von Sean Willis lernt Adam einen Mann kennen, der von einem Apfel abbeißt und ihn zwischen sich und Adam legt. Der gleichnamige Film "Eden" (2014) von Fábio Freitas handelt in übertragenem Sinn davon, dass João und Pedro von der "verbotenen Frucht" genascht haben.
Eine Referenz auf die Bibel wird bei Äpfeln deutlicher, wenn sie nicht nur mit Verführung, sondern zusätzlich mit dem Motiv der Schlange gekoppelt werden. In der französischen James-Bond-Parodie "OSS 117. Er ist sich selbst genug" (2009) sitzt ein Mann auf einer Parkbank und bietet einem anderen Mann an, von seinem "Liebesapfel" abzubeißen. Dieses (sexuelle) Angebot wird abgelehnt und der Mann als "Schlange" bezeichnet (zur Einbindung dieser Szene siehe die Arte-Kompilation "Die Schlange im Film" (3:15 Min., hier online).
Zusammen einen Apfel essen – gemeinsamer Sex
In "Pasolinis tolldreiste Geschichten" (1972) haben zwei Männer im Mittelalter Sex, essen dabei gemeinsam einen Apfel und werden später deshalb auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Auch in "A Very Natural Thing" (1974) ist das Essen eines Apfels in eine Sexszene eingebunden und in "The Everlasting Secret Family" (1988) teilen sich zwei Männer das Leben und einen Apfel. Obwohl es kein Film im klassischen Sinne ist, möchte ich auf Jimmy Somervilles Musikvideo "Smalltown Boy" (1984, 4:35 Min., hier online) verweisen, in dem Somerville in einen Apfel beißt und diesen einem anderen Mann anbietet, der ebenfalls herzhaft hineinbeißt.

Jimmy Somerville im Musikvideo "Smalltown Boy" (1984)
Das Beißen in einen Apfel steht in "The Mostly Unfabulous Social Life of Ethan Green" (2005) mit einer erotischen Mund-zu-Mund-Beatmung im Zusammenhang und in "Pornography. Ein Thriller" (2009) mit einer schwulen Pornoproduktion. In der US-Serie "Queer as Folk" (Folge 2/6) und in dem Kurzfilm "Color Me Gay" (2000, 5:20 Min., hier online) liegen zufällig anmutend Äpfel herum, als Männer Sex miteinander haben. Man kann, wie in "Chanson der Liebe" (2007), einen Apfel auch durch ein Lied mit Sexualität verknüpfen und die "Freude an dem Saft" der Frucht besingen, die so "süß und knackig" ist. Auch die beiden Männer in "My fair son" (2009) beißen abwechselnd in einen Apfel und betonen: "This apple is so sweet", was sich leicht als Äußerung über den jeweils anderen verstehen lässt.
Variationen – von Plastikäpfeln und blutenden Äpfeln
Zu Aspekten von Lust und Liebe kann der Apfel noch viel mehr ausdrücken. In "Ein Jahr ohne Liebe" (2005) liegt ein kleiner Apfelrest hingeworfen in einer Sofa-Ecke herum, was vielleicht andeuten soll, dass sich der Protagonist sexuell ausgenutzt vorkommt. In "Plan Perfecto" (2011) sind drei auf einem Tisch arrangierte Plastikäpfel möglicherweise Ausdruck einer totgelaufenen schwulen Beziehung. In "Das Flüstern des Mondes" (2006) liegen zwei Äpfel bei einem schwulen Paar im Kühlschrank, wohl damit sie sich länger halten. In "Crush" (2009) steht der Apfel für die Verführung zu einem Vampirkuss und man sieht einen blutenden Apfel, der von einem der Vampire fast abgeleckt wird.

Plastikäpfel in "Plan Perfecto" (2011)
Keine der Filmszenen ist mit einer Veränderung der Ausgangssituation oder einem erkennbaren Erkenntnisgewinn der Figuren verbunden. In keiner Szene werden durch die Farbe der Äpfel (Grün/Rot) weitere Bedeutungsebenen hinzugefügt. Es ist auffallend, dass bis zum Ende des 20. Jahrhunderts offenbar nur eine Handvoll schwuler Filme das Motiv des Apfels aufgegriffen haben und dass ein facettenreicherer Umgang mit dem Motiv vor allem in neueren Filmen zu sehen ist. Was diese Filme zum Glück alle miteinander verbindet, ist, dass die damit ursprünglich verbundene Vorstellung von "Sünde" nirgends bestätigt wird.
Pornos – Äpfel und Verführung
Mit seinen Motiven des Gartens Eden, einer Schlange und mehrerer Äpfel spielt der Porno "Desperate Husbands" besonders deutlich mit Referenzen auf die Bibel. In einigen anderen Pornos sind Verführungsszenen mit einem Apfel in der Schule angesiedelt. Auf dem Filmcover sind dann als Zeichen der Verführung Szenen zu sehen, in denen ein Apfel angeboten wird ("Schoolboy Fantasies", "After School Special"), das Halten eines Apfels vor dem Geschlechtsteil ("Backstage Pass") oder dezentes Platzieren auf dem Klassentisch ("Schoolboy Crushes").

Der Apfel und die Verführung in "Desperate Husbands" und "Schoolboy Fantasies"
Auch das Abbeißen wird auf einigen Covern in Szene gesetzt – sei es als gemeinsames Abbeißen zweier Männer ("Detension") oder als Abbeißen durch einen Mann, dessen Blickkontakt zum Betrachtenden als Angebot interpretiert werden kann, wobei in diesem Fall der Titel eine Anspielung auf Oralverkehr beinhaltet ("Oral Exam"). In einer Szene des Pornos "Like a Horse" (1984) wird Sex mit dem gleichzeitigen Biss in einen Apfel parallelisiert. Ein Pornodarsteller nennt sich "Steve Apples" – eine offensichtliche Anspielung auf Steve Jobs und dessen Unternehmen Apple.
Sodom und Gomorrha – die Sünde im Rückblick
In einer Geschichte des Alten Testaments werden die Städte Sodom und Gomorrha durch Gott vernichtet, weil die Männer der Sünde anheimgefallen sind. In der späteren jüdischen und christlichen Tradition wird die Stadt mit "Sodomie", dem "Laster wider die Natur", und damit meistens mit Homosexualität und vor allem Analverkehr in Verbindung gebracht. Im weiteren Verlauf der Geschichte wird Lots Frau eine Salzsäule verwandelt, als sie auf die Stadt zurückschaut. Dieser "Blick zurück" als Zeichen innerer Gemütsbewegung ist in der Kunstgeschichtsschreibung ein eigenes Untersuchungsthema.
Schwule sind "Sodomiten"
Seit Jahrhunderten werden Schwule als "Sodomiten" bezeichnet. Im modernen deutschen Sprachgebrauch wird zwar mit dem Begriff Sodomie überwiegend Sex mit Tieren bezeichnet, aber in anderen Sprachen beziehen sich die von Sodom abgeleiteten Begriffe hauptsächlich auf Analverkehr.

Eine folgenreiche Beleidigung Oscar Wildes als "Sodomit" in "Der Mann mit der grünen Nelke" (1960)
Eine Visitenkarte, die mit der Aufschrift "Sodomit" Oscar Wilde als Homosexuellen diskreditierte, wurde ausschlaggebend für den realen Prozess Oscar Wildes und wird daher in allen drei Wilde-Biopics – "Der Mann mit der grünen Nelke" (1960), "Oscar Wilde" (1960) und "Oscar Wilde" (1997) – zu Recht fokussiert. In "Oscar Wilde" (1960) schlägt ein Hotelangestellter das Wort Sodomie sogar im Lexikon nach, damit die Zuschauer*innen wissen, dass es sich dabei um strafrechtlich verfolgten Sex unter Männern handelt.
Die Stadt Sodom in Filmen

Sodom und Aids als Strafe Gottes: "AIDS: the Judgement of God" (2014)
Mit einer ungewöhnlich deutlichen Visualisierung des homosexuellen Aspektes überrascht der expressionistische Kurzfilm "Lot in Sodom" (1933, hier online), der die biblische Geschichte von Sodom erzählt.
Es gibt auch mehrere Filme, die sich mit ihrem Titel indirekt auf die Stadt Sodom beziehen, damit sündig-sexuelles Verhalten meinen und dabei zumindest auch auf Homosexualität anspielen wie "El cónsul de Sodoma" (1972), Pasolinis "Die 120 Tage von Sodom" (1972) und "Lipton Cockton in the Shadows of Sodoma" (1995). Der Titel des Vampirfilms "The Brides of Sodom" (2013) bezieht sich in erster Linie auf heterosexuelle Frauen, gezeigt werden aber auch einige homo- und bisexuelle Vampire. In den Filmen selbst geht es nicht um die Stadt Sodom, sondern um Sodom als provokantes Symbol für sexuelle Sünden, besonders Homosexualität. Neuere Filme wie "For the Bible tells me so" (2007) und "Fish out of Water" (2009) beziehen sich zwar auf die Stadt, aber nicht mehr als Symbol für sexuelle Perversionen, sondern als Hinweis auf homophobe religiöse Verfolgung und um Schwule als Opfer von Religion darzustellen.

Filme mit "Sodomiten": Pasolinis "Die 120 Tage von Sodom" (1972) und "El cónsul de Sodoma" (1972)
Nicht alle neueren Filme sind emanzipatorisch: In der von extrem fundamentalistischen Christ*innen in den USA produzierten Pseudo-Doku "AIDS: the Judgement of God" (2014, 27:35, 45:00 Min., hier online) wird im Rahmen homophober Hetze drastisch vor einem angeblichen neuen Sodom und Gomorrha gewarnt und Aids als Strafe Gottes betrachtet. Auf diese Weise können in Einzelfällen Jahrtausende alte Städte auch heute noch ein Symbol für ein sündiges schwules Leben sein und als Legitimation für Homophobie herangezogen werden.
Heute gilt es in der Regel nicht mehr als "politisch korrekt", Schwule in die Sünder-Ecke zu stellen. Dem Regisseur Mark Wilshin ist deshalb bewusst, dass der Titel seines Films "Sodom" (2017) "recht provokant" ist. Mit seinem Film beabsichtige er mehr als nur Namedropping: "Das Salzmotiv (Lots Frau erstarrt beim Rückblick auf Sodom und Gomorrha zur Salzsäule) zieht sich als roter Faden durch den Film" (s. Interview in "Männer"). Aber was bedeutet dieser Blick zurück auf Sodom und Gomorrha?

Ein neuer Film mit "Sodomiten": "Sodom" (2017)
Der Blick zurück auf Sodom
Über das Motiv des Blicks zurück hat Manuela Gliesmann einen interessanten Buchaufsatz publiziert ("Der Blick zurück in Texten vom Alten Testament bis ins Spätmittelalter". In: "Texte zum Sprechen bringen: Philologie und Interpretation", 2009, S. 209-218). In neueren Filmen ist es manchmal schwer zu bestimmen, ob ein "Blick zurück" in einem Zusammenhang mit Sodom steht. So kann das in "Westler" (1985) gesungene Lied "Dreh dich nicht um nach fremden Schatten [...] und bleib nicht stehen" von Caterina Valente ein austauschbarer Schlager sein, sich aber auch indirekt auf die Bibel und/oder eine Flucht aus der DDR beziehen.
Eine bemerkenswerte Schlussszene bietet der Kurzfilm "Wofür hältst du mich?" (2009): Nach einer gemeinsamen Nacht mit Daz verlässt Saleem dessen Haus. Daz fürchtet, Saleem nicht wiederzusehen, schaut ihm nach und spricht für sich mehrfach die Hoffnung aus: "Dreh dich um." Das Umdrehen Saleems – das als "Rückblick" auf das, was andere die "Sünde von Sodom" nennen, interpretiert werden kann – signalisiert ein weiteres Treffen beider Männer. Wenn das stimmt, hat der Regisseur eine alte homophobe Geschichte positiv umgedeutet, weil hier das Umdrehen als Happy End inszeniert wird.

Rückblick auf eine schöne Nacht in "Wofür hältst du mich?" (2009)
Uneindeutig sind Szenen, die nicht direkt etwas mit "Sünde" und Sodom zu tun haben. So drückt sowohl der Filmtitel "Umleitung ins Glück" (2007) als auch eine Szene eher eine Lebensweg-Metapher aus. Im Film selbst erzählt Trevor, dass er als Kind im Auto immer auf der Rückbank gesessen und dabei nach hinten geschaut habe – zu dem, was er verlassen habe. Nachdem ihm sein Vater geraten hat, "nach vorne zu schauen", zeigt der Film, wie Trevor selbst ein Auto fährt. "Ich kann mich nicht mehr umdrehen. Und zum ersten Mal in meinem Leben schaue ich endlich in die richtige Richtung." Es hat zum Beispiel keinen historischen Bezug, wenn Vic in der US-Serie "Queer as Folk" bei seinem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung mit Debbie nach vorne schauen möchte und betont: "Ich drehe mich nicht mehr um und das solltest du auch nicht" (Folge 4/3). Indirekte historische Bezüge gibt es aber manchmal dort, wo man sie nicht vermutet. Schon in der ersten Folge dieser Serie wird den Zuschauenden das "Babylon" gezeigt: Es ist der Name einer Schwulendisco, der sich ironisch auf die Stadt des Altertums bezieht, die seit Jahrhunderten mit Sünde und Dekadenz in Verbindung gebracht wird.
Pornos mit Bezug zu Sodom und Gomorrha
Ich habe rund zehn Schwulenpornos gefunden, die zumindest einen der beiden Städtenamen aus der Bibel auf heutigen schwulen Sex übertragen. In der Cover-Gestaltung verwenden die meisten von ihnen die Städtenamen für schwulen Sex im Allgemeinen ("Boy Slutz. Sex Slaves of Sodom", Jean Daniel Cadinots "Tentations de Sodome", "Black Gomorrha") und es wird nur selten ein deutlicher Bezug zu Analverkehr hergestellt ("Faust von Sodom", "Schoolboy Sodomy"). Das vom Städtenamen abgeleitete Verb "to sodomize" wird dabei nur selten verwendet ("Sodomized that!").

Wie Sodom und Gomorrha: Cadinots "Tentations de Sodome" und "Black Gomorrha"
Auch bei Pornos schwingt zumindest ein wenig Provokation mit, wenn auf eine sexuelle Sünde verwiesen wird, die niemand von den Filmverantwortlichen für eine solche hält. Man könnte die Bezüge auf Sodom in Pornos auch als Versuch einer "Rückeroberung" bzw. Umdeutung eines historisch gegen Schwule gerichteten Begriffes werten, aber Porno-Produzenten lassen sich wohl eher davon leiten, was bei ihren Kunden ankommt und ob solche ironischen Anspielungen witzig gefunden werden. Eine wirkliche Provokation stellen diese Titel nicht mehr dar. Was man bei Pornos, aber auch bei Filmen anderer Genres, merkt, ist vor allem eine Banalisierung der beiden Ortsnamen. Das ist verständlich, weil eine Äußerung "wie Sodom und Gomorrha" heute umgangssprachlich manchmal nicht mehr als ein unaufgeräumtes Zimmer meint.
Kreuz und Kreuzigung – Leidenschaft für die Passionsgeschichte
Das Bild des gekreuzigten Jesus ist in seiner 2000-jährigen Geschichte auch außerhalb des Christentums eines der dominantesten Symbole der Welt geworden und vermittelt die paradox anmutende Botschaft vom Tod und seiner Überwindung. Auch andere symbolische Bilder aus der Passionsgeschichte werden in Filmen regelmäßig in Bereichen außerhalb ihrer ursprünglichen sakralen Bedeutung verwendet. So wird die Pietà, also die Darstellung Marias mit dem Leichnam Jesu, in vielen Filmen als Bildsymbol von Trauer und Klage in politischer und sozialer Hinsicht variiert.
Das Kreuz – Christus leidet, Christen leiden
Schwule Filmszenen, die das Kreuz als Symbol aufgreifen, nehmen vor allem dann deutlichen Bezug auf die Leidensgeschichte Jesu, wenn sie Jesus am Kreuz zeigen. Ein frühes Beispiel für die Verbindung von Homosexualität und religiöser Symbolik ist die Horrorfilmreihe "Omen" (Teil 3, 1981, 38:20 Min., hier online): In einer Szene nähert sich der Teufel einem verkehrt herum aufgehängten Kruzifix von hinten und streichelt die Jesus-Figur, woraufhin diese anfängt, Blut zu weinen. Die Filmreihe ist provokant angelegt, wenn auch nicht deshalb, weil sie die Kirche kritisiert. In den meisten derartigen Filmszenen scheint es jedoch kaum eine Bedeutung zu haben, ob an einem Kreuz auch eine Jesus-Figur hängt.

Jesus wird von hinten bedrängt und kann sich nicht wehren: "Omen" (Teil 3, 1981)
Das Kreuz kann auch die Verfolgung von Christen illustrieren. Das wird u. a. in Filmen deutlich, die die Legende des heiligen Sebastian verarbeiten, der in der Kulturgeschichte für Homosexuelle seit langem eine besondere Bedeutung hat. Das Leiden Sebastians in Verbindung mit der symbolischen Kraft des Kreuzes wurde u. a. in "Der Heilige" (1996) gut umgesetzt.

Das Leiden von Christen in "Der Heilige" (1996)
Das Kreuz – Kinder leiden
Die Filme "The Boys of St. Vincent" (1992) und "Deliver us from evil" (2006) behandeln sexuellen Missbrauch von Jungen. Die Kreuze auf den jeweiligen Filmcovern verdeutlichen nicht nur, dass die Kinder von Geistlichen missbraucht werden, sondern auch, dass die Institution Kirche durch ihre weitgehend unveränderten Strukturen eine Mitschuld an diesem Leid trägt.
Das Kreuz – LGBT leiden

Religion als Waffe in "Save me" (2007)
Seit Jahrhunderten verweist das Kreuz auf die Institution Kirche. Es ist auch Ausdruck davon, wie LGBT an dieser Kirche, die immer noch massiv die Gesellschaft mitprägt, leiden. In "Jonathan. Die Passion" (2008) wird die Leidensgeschichte eines Schwulen als Parallele zum Leiden Jesu Christi erzählt. Schwule leiden auch dann, wenn sie von ihren Eltern aufgrund von deren religiösem Glauben nicht akzeptiert werden. Die Eltern in "Who We Are" (2010, 6:00 Min., hier online) und die Mutter im Kurzfilm "Mucho gusto, señora" (2013, 00:30 Min., hier online) werden nur durch ihre religiösen Auffassungen davon abgehalten, ihre schwulen Söhne zu lieben und zu akzeptieren. Die Kreuze in den jeweiligen Wohnungen sind unmittelbarer Ausdruck dieser Konflikte, bei denen es darum geht, den religiösen Glauben mit der Liebe zum Kind zu vereinbaren.
Wie kann man sich gegen religiöse Homophobie wehren? Filmszenen, mit denen die Kirche kritisiert wird, werden zum Teil bis heute als provozierend erlebt. In "Priscilla. Königin der Wüste" (1994) ist Felicia in einem Hotelzimmer von einer Jesus-Figur am Kreuz angewidert und sagt: "For goodness' sake, get down off that crucifix. Someone needs the wood", was eine recht sarkastische Art ist, das religiöse Symbol abzutun.

Sarkasmus als Kirchenkritik in "Priscilla. Königin der Wüste" (1994)
Deutlicher wird einige Jahre später der Film "Save me" (2007): Auf dem Cover richtet Trey ein Kreuz wie eine Pistole gegen sich selbst und veranschaulicht so, wie dass Religion als Waffe gegen Schwule eingesetzt wird. Im Film leidet Trey unter der einer christlichen Gruppierung, die ihn in einer Heilanstalt "heilen" und aus ihm einen Heterosexuellen machen möchte. Auch die Kreuze am Wegesrand verdeutlichen in diesem Film die ständige Präsenz christlicher Weltanschauung. Wer hier seine/ihre religiösen Gefühle als verletzt ansieht, sollte sich vor Augen halten, wie christliche Gruppen und Institutionen ständig die Gefühle von LGBT verletzen.
Das Kreuz – Matthew Shepard hat gelitten
Das Kreuz kann auch kunstvoll stilisiert werden. Besonders beeindruckend finde ich die Anfangsszene von "Brokeback Mountain" (2005) mit den Strommasten, die mit den Kreuzen von Golgatha assoziiert werden sollen und eine Referenz auf den Ort sind, an dem 1998 der homosexuelle Student Matthew Shepard mit ausgestreckten Armen ermordet aufgefunden wurde (siehe Joachim Pfeiffer: "Verkehrte Western-Helden? Zur komplexen Erzählstruktur von Ang Lees Film 'Brokeback Mountain'". In: "Männer und Geschlecht", Heft 21, 2007, S. 229-239). Matthew Shepard war ein Opfer von Homophobie und wurde sprichwörtlich "ans Kreuz geschlagen". In "Brokeback Mountain" bleibt es leider offen, ob Jack bei einem Autounfall ums Leben kommt oder ob er in ähnlicher Form wie Matthew Shepard aus Homophobie ermordet wird.

Das Leiden von Schwulen in "Brokeback Mountain" (2005)
Das Kreuz mit einem anderen Mann
In einigen Filmen ist zu sehen, wie ein Mann, ähnlich wie Jesus, nackt oder nur mit einem Lendenschurz bekleidet an einem Kreuz hängt. Ein frühes Beispiel dafür ist der nackte Sklave in "Ben Hur" (1926, 43:30-43:45 Min., hier online), der in einer Galeere an einem Kreuz angebunden ist. Er hängt wie Jesus Christus an einem Kreuz, aber andersherum. Vito Russo ("Die schwule Traumfabrik", 1990, S. 31, 66, 67) weist auf das Scheinwerferlicht in dieser Szene hin. Trotzdem kann ich hier keinen homosexuellen Zusammenhang erkennen, sondern allenfalls – wie auch Russo – im Remake des Films von 1959.
In späteren Filmen ist ein schwuler Bezug des Motivs eines Mannes mit Kreuz bzw. am Kreuz deutlich, ohne dass es um einen erotischen Eyecatcher geht, der auch Jesus Christus hätte sein können, sondern um die Identifikation der Zuschauer*innen mit seinem Leiden. In "Querelle" (1982) von Rainer Werner Fassbinder nach einem Roman von Jean Genet ist ein Passionsumzug zu sehen, bei dem drei Männer jeweils ein Kreuz tragen. Es ist eine surreal anmutende Szene, in der sich Querelle prügelt, wobei der Kampf "eher einem Liebesstreit" gleicht, was auch durch eine Stimme aus dem Off betont wird.
In mehreren anderen Filmen wird ein Mann an einem Kreuz deutlich als Objekt homoerotischer Begierde inszeniert. Damit meine ich surrealistisch oder zumindest sehr künstlich inszenierte Filmszenen in "Der vierte Mann" (1983), Werner Schroeters "Der Rosenkönig" (1986), "Mein Freund Rachid" (1998), "Latter Days" (2003) und "Eulogy for a Vampire" (2009). Besonders facettenreich ist das Kreuz in "No One Sleeps" (2000) inszeniert: Ein schwules Mordopfer wird ähnlich wie Jesus aufgehängt, der Mörder ist auf einem "Kreuzzug", trägt ein großes Kreuz-Tattoo auf seinem Rücken und reißt einem Mann das Kreuz von dessen Brust, weil dieser es lediglich als Modeschmuck trägt.
Der Judaskuss
Zu den Bestandteilen der Passionsgeschichte, die symbolische Bedeutung erlangt haben, gehört auch der sogenannte "Judaskuss", worunter ein geheuchelter Kuss verstanden wird, hinter dem sich eine schlechte Absicht verbirgt. Der Filmtitel "Judas Kiss" (2011) bezieht sich auf einen Kuss zwischen zwei Männern im Kontext von Verrat und zieht mit dem Hinweis auf Judas eine deutliche Parallele zum Verrat an Jesus. Bei dem schwulen Kurzfilm "Judas Kiss" (2003) und dem Spielfilm "The Judas Kiss" (2023, darin geht es um eine ménage à trois von zwei Männern und einer Frau), die mir leider nicht zur Auswertung vorlagen, vermute ich ähnliche Zusammenhänge. Satirisch gebrochen und homosexuell assoziierbar ist eine Szene in "Die Simpsons", in der Homer den Bürgermeister durch einen Kuss auf den Mund an die Mafia verrät (Folge 10/9), was auch als eine Referenz auf den Mafia-Kuss in "Der Pate II" (1974) verstanden werden kann. Der Judaskuss verkehrt das, was ein Kuss aus Liebe bedeutet, in sein Gegenteil.

Das Coverfoto von "Judas Kiss" (2011)
Die Pietà
Als Pietà wird in der bildenden Kunst die Darstellung der klagenden Maria mit dem Leichnam Jesu bezeichnet. Es gibt mehrere homoerotische Filmszenen, in denen Männer ihre Trauer um einen geliebten toten Menschen auf eine Weise zum Ausdruck bringen, die Assoziationen an diese Darstellung weckt.
Dazu gehört eine Szene in Rainer Werner Fassbinders "Querelle" (1982), in der der gleichnamige Protagonist eine Verbindung zwischen Sex und Tod herstellt, indem er seinen Vorgesetzten förmlich anbettelt: "Erst wenn du mich genommen hast, werde ich Frieden finden, aber es muss so sein, dass ich nachher bei dir auf deinen Schenkeln ruhe wie eine Pietà, die den toten Jesus behütet." In zwei späteren, recht unterschiedlichen Filmen – Pedro Almodóvars "Das Gesetz der Begierde" (1986) und "Oi! Warning" (1998) – bildet die Pietà-artige Inszenierung zweier sich nahestehender Männer in einem Flammenmeer die jeweilige Schlussszene.

Pietà-Inszenierung als Showdown in Almodóvars "Das Gesetz der Begierde" (1986)
In "Der Fluss" (1996) sinkt der schmerzgeplagte Sohn, "wie bei der Pietà der vom Kreuz genommene Jesus, in die Arme des Vaters" (Axel Schock / Manuela Kay: "Out im Kino", 2003, S. 126). Ein modernes Gemälde einer Pietà mit Marilyn Monroe in der Rolle Marias ist in "Flexing with Monty" (2010) zu sehen. Kurz danach wird der 17-jährige Bertin neben einer Darstellung Jesu mit einer Dornenkrone gezeigt, was ebenfalls auf die Leidensgeschichte verweist.
Grundsätzlich gilt jedoch, dass sich Schwule offenbar eher mit dem Leiden St. Sebastians als mit dem Leiden Jesu identifizieren können. Ein Beispiel ist der homoerotische Kurzfilm "Sebastian" (2007, 19:20 Min., hier online), in dem das Klagelied angesichts des toten St. Sebastian ebenfalls eine Referenz auf die Pietà-Darstellungen mit Jesus Christus darstellt.
Die Stigmata
Auch die Stigmata, also die am Körper von Menschen auftretenden Wundmale Jesu, lassen sich in Filmszenen darstellen, um das Leiden verletzter Schwuler mit dem Leiden Jesu zu parallelisieren. Derek Jarman hat in seinen Filmen das Motiv der Stigmata mehrfach aufgegriffen. In "Caravaggio" (1986) zeigt er die Verletzung Caravaggios an der Seite durch einen Messerstich seines Geliebten Ranuccio Tomassoni. Durch die Ähnlichkeit mit Caravaggios Gemälde "Der ungläubige Thomas" (s. "Metzler Filmlexikon", 2005, S. 114, hier z.T. online) ist der religiöse Bezug deutlich. Einige Jahre später zeigt Jarman in seiner experimentellen Collage "The Garden" (1990) die Stigmata an den Händen eines Mannes im Kontext einer modernen Version der Vertreibung aus dem Paradies. Weitere deutliche Szenen mit Stigmata gibt es in "Latter Days" (2003) und "Jonathan. Die Passion" (2008). Auch die recht undeutliche Verletzung an einem Nagel in "The Conrad Boys" (2006) halte ich für eine solche Referenz.

Stigmata in Derek Jarmans experimenteller Collage "The Garden" (1990)
Einen Hinweis verdient noch eine Behauptung von Julia Köhne in ihrem Aufsatz "Let it bleed. Der Konnex von Blut und Trauma in Brian de Palmas Carrie 1976" (in: "Horror und Ästhetik. Eine interdisziplinäre Spurensuche", 2019, S. 50-71, hier S. 55-56): Die seitliche Wunde Jesu "repräsentiert aggressive posthume Penetration; dies wird im Splattermovie 'The Passion of Christ' (2004) hinlänglich visualisiert". Außerdem sei in anderen Filmen die "hermaphroditische Aufladung des Christusleibes" bemerkenswert, weil die Seitenwunde eine mutterbrustähnliche Funktion erfülle. Köhnes Äußerungen sind für mich nicht nachvollziehbar. Die Einordnung des Films "The Passion of Christ" (2004) – der im Internet leicht verfügbar ist – als Splattermovie halte ich für nur sehr bedingt richtig, weil er durchaus auch mit Splatter-Mitteln arbeitet, um schockierende Effekte zu erreichen.
Pornos – das Kreuz als Symbol für Leidenschaft, Oralverkehr und BDSM
Auch in Schwulenpornos ist das Kreuz ein Symbol für das Christentum ("Forgive Me Father"). Der Darsteller Pinky trägt es auf dem Filmcover wie Modeschmuck an einer Kette um seinen Hals ("Oh, so freaky"). Derselbe Darsteller nimmt auf dem Cover des Pornos "Fudge Pops" das Kreuz respektlos anmutend in den Mund, was auf Oralverkehr verweist. "Fudge Popsicle" lässt sich frei mit "Schokoladen-Eis am Stiel" übersetzen und ist eine Anspielung auf Oralverkehr und die Hautfarbe des Darstellers.

Ein kleines Kreuz als provokative Deko: "Forgive Me Father" und "Fudge Popsicle"
Auch auf manchen Filmcovern von Pornos nehmen gutaussehende Männer an einem Kreuz die Position Jesu ein, was im Kontext von Leidenschaft und Begierde ("For the Love of God", "Passio") und BDSM ("Men on Edge") steht.

Ein großes Kreuz als Inbegriff für Leidenschaft und Begierde: "For the Love of God", "Passio"
Ein anderes Kreuz, das als Motiv für Porno-Cover verwendet wird, steht indirekt mit Jesus Christus in Verbindung: Das sogenannte Andreaskreuz ("Don't Cross the Boss", "Geißelung") verweist auf den Apostel Andreas, der an einem solchen Kreuz als Märtyrer gestorben sein soll. Das Andreaskreuz hat mit zwei diagonal verlaufenden und sich kreuzenden Balken die Form der römischen Zahl X. Heute findet man dieses Kreuz nicht nur an Bahnübergängen, sondern auch in der BDSM-Szene, wo es im Rahmen von Bondage- und SM-Praktiken verwendet wird.

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