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Jahresrückblick, Teil VIII
Die 15 bedeutendsten Coming-outs des Jahres 2023
Viele Promis halfen mit ihren Coming-outs dabei, die queere Sichtbarkeit zu erhöhen: queer.de stellt die 15 bedeutendsten "Ach übrigens, ich bin..." des zu Ende gehenden Jahres vor.

Mit dem tschechischen Nationalspieler Jakub Jankto hat sich ein weiterer Spitzenfußballer in diesem Jahr als schwul geoutet (Bild: IMAGO / Gribaudi / ImagePhoto)
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29. Dezember 2023, 02:28h 6 Min.
Diese 15 queeren Prominenten haben sich 2022 als schwul, lesbisch, bi, pansexuell, queer, trans oder nichtbinär geoutet (in alphabetischer Reihenfolge):
Karan Brar (geb. 1999)

(Bild: Mubi)
Der frühere Disney-Kinderstar Karan Brar hat sich im Alter von 24 Jahren als bisexuell geoutet. Dieser Schritt sei ihm nicht leicht gefallen. Er sprach auch von Alkoholproblemen und dem Kampf gegen Depressionen und Suizidgedanken, für die er sich auch stationär behandeln lassen habe.
Billie Eilish (geb. 2001)
Das Coming-out von Billie Eilish verlief etwas holprig: In "Variety" erzählte die erfolgreiche Popsängerin, dass sie sich körperlich auch zu Frauen hingezogen fühle. Später zeigte sie sich verwirrt darüber, warum dieser Schritt so wichtig sei. Eilish sei gesagt: Nur Coming-outs können die Gesellschaft darauf aufmerksam machen, dass queeres Leben ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft ist und nicht etwas Schmuddeliges, das es zu verstecken gilt.
Sarah El Haïry (geb. 1989)
Premiere in Frankreich: Als erstes weibliches Mitglied einer Pariser Regierung hat sich im Frühjahr Jugendstaatssekretärin Sarah El Haïry als lesbisch geoutet – und das ganz nebenbei in einem Interview.
Xavier Espot Zamora (geb. 1979)
Ein weiteres Land wird schwul regiert: Xavier Espot Zamora, der bereits seit 2019 Ministerpräsident des Zwergstaates Andorra ist, hat sich im Herbst als schwul geoutet. Seine sexuelle Orientierung habe er nie versteckt, sagte er in einem Interview, er sei aber bislang nie danach gefragt worden. Damit gibt es in Europa insgesamt drei offen homosexuelle Regierungschef*innen – neben Espot auch der irische Premierminister Leo Varadkar sowie die serbische Ministerpräsidentin Ana Brnabić (alle drei sind ironischerweise Konservative). Bis Mitte November war auch Xavier Bettel als Premierminister von Luxemburg in der Liste vertreten – er musste nach einer Wahlniederlage sein Amt jedoch abgeben und ist jetzt Vize-Premierminister und Außenminister.
Martin Frank (geb. 1992)

(Bild: Andreas Kusy)
Martin Frank gehört zu den beliebtesten Nachwuchskabarettisten in Deutschland. Anfang Dezember erzählte der 31-Jährige erstmals davon, dass er bereits seit elf Jahren mit seinem Freund liiert sei.
Marla Glen (geb. 1960)

Marla Glen wurde 1995 mit dem in der C&A-Werbung gespielten Song "Believer" zum Superstar in Deutschland, danach wurde es still um ihn. Diesen Sommer outete sich Glen als trans Mann. "Ja, ab sofort identifiziert er sich als Mann", teilte seine Agentur mit.
Jakub Jankto (geb. 1996)
Wenn sich ein Fußball-Profi outet, sorgt das noch immer für weltweite Schlagzeilen, so auch bei Jakub Jankto: Der tschechische Nationalspieler erklärte im Februar, er wolle sein Leben in Freiheit führen, "ohne Angst, ohne Vorurteile, ohne Gewalt, aber mit Liebe". Für sein Coming-out erhielt er viel Unterstützung. Dieser Schritt ist allerdings noch immer viel zu selten: In der deutschen Bundesliga hat sich etwa noch nie ein aktiver Spieler als schwul geoutet (anders als in der Frauen-Bundesliga, wo dieser Schritt vergleichsweise unproblematisch scheint).
Kay Gottschalk (geb. 1965)
Überraschend outete sich Anfang März der AfD-Abgeordnete Kay Gottschalk in einer Rede im Bundestag. In einer Debatte über den öffentlichen Dienst sagte der 58-Jährige: "Gestern ist völlig überraschend mein geliebter Mann, mit dem ich 20 Jahre zusammen und vier Jahre verpartnert bin, gestorben. Und ich habe mir gedacht, was hätte er heute zu dieser Debatte gesagt, als Finanzinspektor, als jemand, der in diesem Öffentlichen Dienst arbeitet." Warum er Mitglied einer Partei ist, die ihm das Recht auf Anerkennung seiner Beziehung wieder entziehen will, bleibt hingegen sein Geheimnis.
Josh Kiszka (geb. 1996)
Josh Kiszka, der Leadsänger der amerikanischen Rockband Greta Van Fleet, hat sich im Juni als schwul geoutet. Anlass war Ärger über die homophobe Politik in seinem Heimatstaat Tennessee: "Die Gesetzgeber dort schlagen Gesetze vor, die die Freiheit der Liebe bedrohen. Es ist unerlässlich, dass ich meine Sicht der Dinge preisgebe, nicht nur für mich selbst, sondern auch in der Hoffnung, dass diese die Herzen, Köpfe und Gesetze in Tennessee und darüber hinaus erreichen", so Kiszka.
Christian Lais (geb. 1963)

Für ein Coming-out ist es nie zu spät: Christian Lais outete sich im Sommer mit einem Pride-Schlager anlässlich seines 60. Geburtstags. "Komm wir bleiben lieber anders / Weil alle andern / Gibt's schon Milliarden Mal, Milliarden Mal auf der Welt", heißt es in dem Lied mit dem schlichten Titel "Anders".
Joe Locke (geb. 2003)

(Bild: Netflix)
Als Teenager schaffte es der britische Schauspieler Joe Locke mit seiner Hauptrolle in der hochgelobten queeren Schulserie "Heartstopper" in die erste Liga der Schauspielerei. Zwar hatten viele wegen seiner Darstellung bereits vermutet, dass Locke schwul ist – doch offen darüber geredet hat der 19-Jährige erst im August: "Die Leute haben gemutmaßt und geschrieben, [dass ich schwul bin], und ich habe das nie korrigiert, weil ich es nicht für nötig gehalten habe. Aber ich habe nie ausdrücklich etwas über meine Sexualität gesagt", so Locke. Das wolle er mit seinem Coming-out ändern: "Ich bin offen schwul, seit ich zwölf Jahre alt bin."
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Im Machosport American Football sind – genauso wie im Fußball – Coming-outs äußerst selten. Daher ist der Schritt von Trainer Kevin Maxen von den Jacksonville Jaguars so wichtig: Er outete sich im Juli, weil es ihn nervte, dass andere Coaches über ihre Partnerinnen reden konnten, er aber seinen Freund Nick geheimhalten musste. "Ich fühlte mich schuldig, weil ich nicht dasselbe tun konnte, weil ich mich selbst im Stich gelassen habe", so Maxen.
Georgea Regout (geb. 1969)

Regout (li.) in ihrer Rolle bei "Verliebt in Berlin" (Bild: Sat.1)
In der Kult-Telenovela "Verliebt in Berlin" (2005-2007) spielte sie den von Schicksalschlägen geplagten Modedesigner Hugo Haas. Nun outet sich die belgische Schauspielerin auf Instagram als trans – und stellte ihren neuen Namen vor: "Da ist sie. Georgea Jean Emmanuelle Regout. Stolze trans Frau. Endlich frei, nach fünf Jahrzehnten des angsterfüllten Versteckspiels", so die 54-Jährige, die seit mehreren Jahren in der kalifornischen Filmmetropole Los Angeles lebt.
Raphael Schneider (geb. 1970)
"Auch wenn ich mich nie versteckt habe, ist es nun für mich an der Zeit darüber zu sprechen." Das verriet der frühere GZSZ-Schauspieler Raphael Schneider bei seinem Coming-out als schwuler Mann – und veröffentlichte einen über 30 Jahre alten Coming-out-Brief an seine Mutter.
Justin Winter (geb. 1993)

Seine Berater*innen haben Popschlagersänger Justin Winter in der Vergangenheit geraten, sich nicht als schwul zu outen. Denn das könnte seiner Karriere schaden. Daher nahm sich Winter eine Auszeit. Doch nach der überstandenen Pandemie wollte er endlich wieder neu durchstarten – und das ohne Lügen.
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