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Ostafrika

Burundis Präsident ruft zur Steinigung von Homo­sexuellen auf

Évariste Ndayishimiye, Staatschef des ostafrikanischen Landes Burundi, hat in einer im Fernsehen übertragenen Veranstaltung zum Mord an Lesben und Schwulen aufgerufen. Deren öffentliche Steinigung "wäre keine Sünde".


Évariste Ndayishimiye ist seit Juni 2020 Präsident von Burundi (Bild: IMAGO / agefotostock)
  • 29. Dezember 2023, 17:07h 2 Min.

Mit drastischen, menschen­verachtenden Worten hat Burundis Präsident Évariste Ndayishimiye gegen homo­sexuelle Menschen gehetzt und deren öffentliche Steinigung gefordert. "Ich persönlich denke, wenn wir solche Menschen in Burundi sehen, sollten wir sie in ein Stadion stecken und steinigen", sagte der Staatschef des ostafrikanischen Landes am Freitag bei einer im Fernsehen übertragenen öffentlichen Veranstaltung. "Es wäre keine Sünde für diejenigen, die das tun", fügte er hinzu.

Ndayishimiye meinte, Homosexualität sei wie die "Wahl zwischen Satan und Gott". "Wenn Sie sich jetzt für Satan entscheiden wollen, gehen Sie in diese Länder [im Westen, Anm. d. Red.] und ich denke, dass diejenigen, die dorthin gehen wollen, um sich diese Gewohnheiten anzueignen, dort bleiben sollten und sie niemals zu uns bringen", fügte der Präsident hinzu. Er kritisierte zudem westliche Länder, die andere Staaten unter der Androhung des Verlusts von Hilfen dazu drängten, die Rechte von queeren Menschen zu achten.

Gefängnisstrafen für Homosexualität

Gleichgeschlechtliche Paare werden im mehrheitlich christlichen Burundi massiv verfolgt und müssen seit 2009 mit Gefängnisstrafen von bis zu zwei Jahren rechnen. Im März dieses Jahres wurden in dem ostafrikanischen Land 24 Personen wegen "homosexueller Praktiken" angeklagt (queer.de berichtete). Sie hatten an einem Seminar einer Organisation teilgenommen, die sich im Kampf gegen HIV/Aids engagiert. Im August wurden fünf der Angeklagten zu zwei Jahren und zwei zu einem Jahr Haft verurteilt.

Bereits Anfang des Jahres hatte Präsident Évariste Ndayishimiye die Bürger*innen seines Landes aufgerufen, Homosexualität aus Burundi zu verbannen. "Ich fordere alle Burunder auf, diejenigen zu verfluchen, die der Homosexualität frönen, weil Gott es nicht ertragen kann", sagte er. Homosexuelle müssten "verbannt werden, als Aussätzige in unserem Land behandelt werden", fügte der ehemalige Generalmajor an, der als "tiefgläubiger Katholik" beschrieben wird.

Auch in den meisten anderen ostafrikanischen Ländern ist Homosexualität illegal. Uganda verabschiedete im Mai eines der weltweit strengsten Gesetze gegen Homosexuelle (queer.de berichtete).

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Schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen

Der burundische Staat hat nach Angaben der UNO und von Menschenrechtsgruppen in den vergangenen Jahren schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen begangen. So wurden zahlreiche Fälle von Folter, außergerichtlichen Hinrichtungen, sexueller Gewalt und des Verschwindenlassens von Regierungsgegner*innen gemeldet.

Gegen das rund zwölf Millionen Einwohner*innen zählende Burundi wurden internationale Sanktionen verhängt. Im Februar 2022 nahmen Brüssel und Washington Hilfszahlungen an das Land wieder auf. (cw/AFP)

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