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Zum letzten Mal mit Franziska Weisz
Abschied von der bisexuellen "Tatort"-Kommissarin
Franziska Weisz tritt mit dem "Tatort: Was bleibt" von der Krimi-Bühne ab. In ihrem letzten Fall stößt ihre Rolle der Julia Grosz mit Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) in düstere Abgründe seiner Vergangenheit.

Franziska Weisz spielte seit 2016 die bisexuelle Hauptkommissarin Julia Grosz (Bild: NDR / Georges Pauly)
- 1. Januar 2024, 06:22h 3 Min.
Der kommende "Tatort: Was bleibt" wird der 13. und letzte Einsatz von Bundespolizistin Julia Grosz an der Seite ihres langjährigen Kollegen Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring, 56). Nach mehr als acht Jahren kündigte die Schauspielerin Franziska Weisz (43) bereits vorab ihren Ausstieg aus der beliebtesten Krimi-Reihe Deutschlands an.
Am Neujahrstag 2024 wird sie ab 20.15 Uhr zum letzten Mal im Ersten in ihrer bisherigen Paraderolle als offen bisexuelle Ermittlerin im hohen Norden zu sehen sein. Zum Abschied gibt es einen düsteren und furchteinflößenden Krimi, der tief in die Vergangenheit von Falke abtaucht. Auch Weisz hat in "Was bleibt" natürlich ihre besonderen Momente. Zum Beispiel als Frontfrau einer Rockband, die zu Ehren von Falkes Dienstjubiläum einen gefeierten Auftritt hinlegt.
Darum geht's im "Tatort: Was bleibt"
Kommissar Thorsten Falke (Möhring) wird von einem mysteriösen Unbekannten (Malik Blumenthal) um ein Treffen gebeten. Der Mann behauptet, Falke habe ihm vor über zwei Jahrzehnten ein Versprechen gegeben. Er erwartet nun, dass der Kommissar dieses Versprechen einlöst, um ihm aus einer schwierigen Lage zu helfen. Der Fremde fordert eine feste Zusage von Falke, enthüllt aber nicht die Einzelheiten seiner Notlage.

Julia Grosz (Franziska Weisz) und Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) zum letzten Mal in einem gemeinsamen "Tatort" (Bild: NDR / Georges Pauly)
Falke, skeptisch und vorsichtig, geht ohne weitere Details und ohne die Identität des Mannes zu kennen, nicht auf einen Deal ein. Das Treffen endet ergebnislos. Kurze Zeit später wird die Leiche des Unbekannten aus der Elbe geborgen. Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass der Tote unter mehreren falschen Identitäten gelebt hatte.
Um die wahre Identität des Mannes und die Hintergründe zu enthüllen, muss Falke in seine eigene Vergangenheit eintauchen, eine Reise, die ihn und seine Partnerin Julia Grosz (Weisz) in unerwartete Abgründe führt. Im Zuge ihrer Nachforschungen stoßen sie auf einen Hauptverdächtigen. Doch je mehr sie über ihn erfahren, desto mehr scheinen die Wahrheiten, die sie zu kennen glaubten, in sich zusammenzufallen. Was anfangs nach einem einfachen Fall aussah, entwickelt sich zu einem komplexen Puzzle, in dem nichts so ist, wie es zunächst scheint.
Lohnt sich das Einschalten?
Ja, alleine schon um Franziska Weisz zum letzten Mal an der Seite von Wotan Wilke Möhring bei der Arbeit zu beobachten. Zwar bekommt ihre Rolle viel Raum beim letzten Auftritt, dennoch hätte man Julia Grosz noch ein wenig mehr in den Mittelpunkt stellen können. Immerhin gehörte sie zu den spannendsten Figuren und den wenigen queeren Ermittler*innen im "Tatort"-Universum. Erinnert sei u.a. an die Folge "Schattenleben" im vergangenen Jahr, in der sich Grosz auf der Suche nach einer ehemaligen Geliebten in linksradikale FLINTA-Kreise einschleusen ließ (queer.de berichtete). So verebbt ihr letzter Auftritt ein wenig neben der viel raumfordernden Rolle des Hauptermittlers Falke und damit neben dem "Tatort"-Zugpferd des NDR.
Dennoch bleibt am Ende ein grundsolider "Tatort" übrig, der spannend und gut erzählt wird und auch filmisch zu überzeugen weiß. Einziger Vorwurf: Zum Ende hin wird die Geschichte mehr und mehr verworren und undurchsichtig. Der Falke-Fan erfährt aber noch ein wenig mehr über den oft undurchdringlich wirkenden Charakter. Alles in allem überwiegt jedoch die Traurigkeit, in Zukunft auf die Anwesenheit von Weisz bei künftigen Falke-Auftritten verzichten zu müssen. Nach anfänglichem Fremdeln in den ersten Auftritten entwickelte sich in den letzten Folgen immer mehr ein Vorzeige-Ermittlerpaar im "Tatort"-Universum. Damit ist jetzt schneller Schluss, als den meisten "Tatort"-Fans lieb sein dürfte. (cw/spot)
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