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Kontroverse um Karnevalsbühne

"Verletzung unserer Schutzräume": Cologne Pride kritisiert Stadt Köln

Der Kölner CSD-Verein befürchtet, dass die Karnevalsplanungen der Stadtverwaltung Übergriffe gegen queere Menschen wahrscheinlicher machten.


Der CSD-Verein ist besorgt, dass es wegen Fehlplanungen der Stadt Köln an Weiberfastnacht zu mehr queer­feindlichen Übergriffen kommen könnte (Bild: Harry Traber / flickr)

Der CSD-Verein Cologne Pride hat am Dienstag die Pläne der Stadt Köln für eine Karnevalsbühne in der Nähe des Szeneviertels um die Schaafenstraße scharf kritisiert. Der Stadtrat hatte zwei Tage vor Heiligabend in einer Dringlichkeitsentscheidung für eine entsprechende Bühne auf dem nahegelegenen Hohenstaufenring 320.000 Euro genehmigt. Der Beschluss wurde nur von Grünen-Fraktionschefin Christiane Martin und Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) unterzeichnet; Grund für die Dringlichkeitsentscheidung war, dass die nächste reguläre Sitzung des Stadtrates erst am 6. Februar stattfindet – und damit zwei Tage vor Weiberfastnacht. Mit der Bühne soll an dem sehr touristischen Tag die Partymeile Zülpicher Straße entlastet werden.

Die CSD-Organisator*­innen befürchten, dass sich durch die Entscheidung die Anzahl an Übergriffen auf queere Menschen erhöhen könnte. Diese sei zuletzt bereits in die Höhe gegangen, seitdem eine Absperrung dazu geführt habe, dass alkoholisierte Jugendliche "quasi direkt vor der Schaafenstraße auflaufen" würden.

"Eine Bühne in der Nähe zur Schaafenstraße wird die Zahl der Konfrontationen, Anfeindungen und Übergriffe auf die Gäste und das Sicherheitspersonal der Straße erhöhen", befürchtet der Cologne Pride. "Wir sind nach wie vor überzeugt, dass Politik und Verwaltung die wenigen Schutzräume queerer Menschen in Köln weiterhin uneingeschränkt erhalten müssen. Eine Verletzung unserer Schutzräume werden wir nicht tatenlos hinnehmen." Beklagt wurde auch, dass die Dringlichkeitsentscheidung des Stadtrats nicht mit betroffenen Gastro-Betrieben und der LGBTI-Community im Vorfeld abgesprochen worden sei.

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"Probleme mit feiernden Menschen dürfen nicht auf dem Rücken schutzbedürftiger Menschen ausgetragen werden"

Politik und Verwaltung forderte der Cologne Pride daher auf, die Genehmigung für die Bühne auf dem Hohenstaufenring zurückzunehmen. "Die Probleme mit feiernden Menschen auf der Zülpicher Straße dürfen nicht auf dem Rücken besonders schutzbedürftiger Menschen aus der queeren Community ausgetragen werden."

Aus der Schaafenstraße gibt es immer wieder Berichte über queerfeindliche Übergriffe. Das "funk"-Format "Reporter" zeigte dazu vor wenigen Monaten eine kurze Dokumentation (queer.de berichtete). (dk)

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