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"Ich weiß nicht, wer sich da diskriminiert fühlt"

Schwuler Schauspieler Jaecki Schwarz findet Gendern "grausig"

Der "Polizeiruf 110"-Star Jaecki Schwarz hält nichts von geschlechtergerechter Sprache. Auch diskriminierende Worte will er weiter verwenden.


Jaecki Schwarz im Jahr 2020 (Bild: IMAGO / Zoonar)

  • 3. Januar 2024, 11:06h 2 Min.

Der offen schwule "Polizeiruf 110"-Darsteller Jaecki Schwarz hat sich in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit "Web.de News" gegen geschlechtergerechte Sprache ausgesprochen: "Auch dieses Gendern finde ich grausig. Man ist bis dato so ausgekommen, und ich weiß nicht, wer sich da diskriminiert fühlt", so der 77-Jährige.

Schwarz zeigte sich auch empört darüber, dass heute als diskriminierend empfundene Wörter teilweise abgeändert werden: So begreife er nicht, "dass in Shakespeares 'Der Mohr von Venedig' der Mohr nicht mehr der Mohr heißen darf. Das ist doch Historie. Oder dass man 'Lustig ist das Zigeunerleben' nicht mehr singen darf." Unverständnis zeigt er auch gegenüber Disneys Änderung, dass in ihrer "Schneewittchen"-Neuverfilmung aus Diskriminierungsgründen nicht mehr die sieben Zwerge, sondern magische Kreaturen zu sehen sind.

Er verwies dabei auch darauf, dass männliche Homosexuelle das bis heute als Schimpfwort gebräuchliche "schwul" als Eigenbezeichnung umgemünzt hätten: "Bei den Homosexuellen finde ich das ganz gut, dass die gesagt haben: 'Wir nennen uns schwul, damit es nicht mehr ein Schimpfwort ist.' Es ist zwar immer noch ein Schimpfwort, aber nicht mehr so belastet."

Schwarz war vor der Wende einer der meistbeschäftigten Darstellern bei der DEFA und dem Fernsehen der DDR. Im Westen ist er vor allem seit 1994 als Sputnik in der ZDF-Reihe "Ein starkes Team" und von 1996 bis 2013 als Hauptkommissar Schmücke im "Polizeiruf 110" des MDR bekannt. 2004 outete sich Schwarz als schwul.

Der Streit um geschlechtergerechte Sprache nimmt in Deutschland derzeit ideologische Züge an. Die neue schwarz-rote hessische Landesregierung hat kürzlich sogar beschlossen, dass Journalist*innen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk künftig nicht mehr gendern dürfen (queer.de berichtete). Kurz darauf kündigte auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ein Gender-Verbot an Schulen an (queer.de berichtete).

Bereits vor zwei Monaten hatte sich die 76-jährige Schauspielerin Katrin Sass gegen geschlechtergerechte Sprache positioniert (queer.de berichtete).

Befürworter*innen von Gendern geben an, damit insbesondere Frauen sprachlich sichtbar machen zu wollen. Sie argumentieren, dass sich Umfragen zufolge die meisten Menschen bei Pluralworten wie "die Ärzte" ausschließlich Männer vorstellten. Auch nichtbinäre Menschen sollen durch Gendern in die deutsche Sprache integriert werden. (dk)