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Ostafrika

LGBTI-Aktivist in Uganda niedergestochen

Auf dem Weg zur Arbeit wurde der bekannte ugandische LGBTI-Aktivist Steven Kabuye von unbekannten Tätern mit Messern angegriffen und dabei schwer verletzt. Queere Organisationen gehen von einem Hassverbrechen aus.


Steven Kabuye (Bild: X)

  • 4. Januar 2024, 01:30h 2 Min.

Im ostafrikanischen Uganda ist der bekannte LGBTI-Aktivist Steven Kabuye bei einem Messerangriff schwer verletzt worden. Die Polizei teilte mit, der 25 Jahre alte Mann sei in Kampala von unbekannten Tätern angegriffen worden und habe Stichverletzungen an Arm und Bauch erlitten. Das Motiv werde noch ermittelt.

Auf dem X/Twitter-Account von Kabuye wurde ein drastisches Video geteilt, das ihn zeigt, wie er unter Schmerzen auf dem Boden liegt, mit aufgeschnittenem Arm und einem Messer im Bauch. Auf weiteren Aufnahmen ist zu sehen, wie er nach einer Notoperation in einem blutgetränkten Krankenhausbett liegt.

Zuvor hatte er Todesdrohungen erhalten

Kabuyes Organisation, die "Coloured Voices Media Foundation – Truth to LGBTQ Uganda", schrieb, dass Steven Kabuye "von unbekannten Angreifern wenige Meter von unserem Haus entfernt mit Messern angegriffen wurde, als er heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit war". Der Aktivist Hans Senfuma erklärte in einem anderen Beitrag auf X, dass die zwei Angreifer, die mit einem Motorrad unterwegs gewesen sein sollen, Kabuye ermorden wollten: "Steven behauptet, dass diese beiden Typen ihn töten und nicht ausrauben wollten, und dass sie ihn anscheinend schon seit mehreren Tagen verfolgt haben!"

/ senfumahans
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Auch Frank Mugisha, Leiter der Organisation "Sexual Minorities Uganda", geht von einem Hassverbrechen aus. "Er hat Todesdrohungen erhalten und ist sogar nach Kenia geflüchtet, von wo er vor kurzem zurückkehrte", sagte Mugisha der Deutschen Presse-Agentur. Die Drohungen hätten einen homophoben Hintergrund gehabt, "und wir glauben, dass dies das Motiv des Angriffs war".

Todesstrafe für "schwere Homosexualität"

Uganda gehört zu den Ländern mit den weltweit schärfsten Gesetzen gegen queere Menschen. Ende Mai 2023 hatte Ugandas Präsident Yoweri Museveni ungeachtet scharfer internationaler Proteste ein vom Parlament beschlossenes Gesetz unterzeichnet, das bei "homosexuellen Handlungen" bis zu lebenslange Freiheitsstrafen vorsieht (queer.de berichtete). Entgegen der Forderung des Präsidenten hielt das Parlament zudem an dem Passus fest, Fälle von "schwerer Homosexualität" zu einem Kapitalverbrechen zu erklären. Das bedeutet, dass "Wiederholungstäter*innen" mit dem Tod bestraft werden können.

Seit der Verabschiedung des Gesetzes hätten Drohungen und Angriffe gegen Homosexuelle zugenommen, sagte Mugisha. (mize/dpa)

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