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"Etwas gelassener damit umgehen"

Ataman gegen Gender-Zwang und Gender-Verbote

Die Chefin der Antidiskriminierungsstelle ruft dazu auf, beim Streitthema Gendern nicht in Panik zu verfallen.


Ferda Ataman ist seit Juli 2022 unabhängige Bundesbeauftragte für Anti­diskriminierung (Bild: Heinrich-Böll-Stiftung / flickr)

In der Debatte über das Gendern plädiert die Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, für mehr Gelassenheit. "Ich würde mir wünschen, dass wir alle etwas gelassener damit umgehen", sagte Ataman dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wir leben im 21. Jahrhundert, und die Vorstellung, dass es mehr Geschlechter als zwei gibt, sollte niemanden in Panik versetzen."

Zugleich plädierte die unabhängige Bundesbeauftragte für mehr Lockerheit im Umgang mit Gendersprache: "Ich finde, man muss sich dabei keinen abbrechen. Man soll sich mit Sprache wohlfühlen." Das Ganze sei keine Pflichtübung und kein Wettbewerb. Vielmehr gehe es darum zu zeigen, "dass man ein Bewusstsein dafür hat, dass es nicht nur Männer und Frauen gibt, sondern auch intergeschlechtliche und andere Menschen". Auch sie selber verwende nicht zu 100 Prozent inklusive Gendersprache.

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Ein Verbot von geschlechtergerechter Sprache etwa in Schulen oder Behörden, wie es bereits in einigen Bundesländern existiert oder geplant ist, lehnte Ataman ab – und sprach sich zugleich gegen eine Gender-Pflicht aus. Staatlichen Institutionen im 21. Jahrhundert zu verbieten, "mehr Geschlechter als zwei anzusprechen, ist eindeutig ein Rückschritt". Genauso falsch wie ein Verbot halte sie jedoch einen Zwang für eine geschlechterinklusive Sprache. Allerdings handelt es sich beim Gender-Zwang eher um eine Scheindebatte, da es diesen etwa nach Ansicht der grün-schwarzen Regierung in Baden-Württemberg gar nicht gibt (queer.de berichtete).

Zuletzt kündigte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einer Regierungserklärung an, geschlechtergerechte Sprache an Schulen zu verbieten (queer.de berichtete). In anderen Bundesländern wie Sachsen und Sachsen-Anhalt gibt es bereits ähnliche Verbote (queer.de berichtete). Scharfe Kritik erntete auch Schwarz-Rot in Hessen für seine Ankündigung, Gendern im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu untersagen. Der Deutsche Journalisten-Verband bezeichnete diese Einmischung der Politik in die Arbeit von eigentlich politisch unabhängigen Redakteur*innen als verfassungswidrig (queer.de berichtete). (dpa/dk)

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