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Heidelberg
Ausstellung über Verfolgung von Lesben in der NS-Zeit
Das Kollektiv Queer Code stellt in der Ausstellung "Zerbrochene Verbindungen – Ravensbrück" das Schicksal von sechs Frauen vor, die verhaftet und mehrheitlich in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück deportiert wurden.

Blick auf Lagergelände und Krankenrevier des ehemaligen KZ Ravensbrück, um 1941 (Bild: Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück)
- 7. Januar 2024, 04:14h 2 Min.
Passend zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar ist im Foyer des Heidelberger Rathauses vom 9. Januar bis 9. Februar 2024 die Ausstellung "Zerbrochene Verbindungen – Ravensbrück. Die Wege von frauenliebenden* Frauen* in den Widerstand und in die Deportation" zu sehen. Ausstellungseröffnung ist am 9. Januar 2024 um 18 Uhr. Bereits ab 8. Januar startet das Rahmenprogramm zur Ausstellung.
Die Ausstellung und das Begleitprogramm werden organisiert vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Heidelberg und der Koordinationsstelle LSBTIQ+ im Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg in Kooperation mit dem Interkulturellen Zentrum Heidelberg, dem Karlstorkino – Medienforum Heidelberg e.V., dem Montpellier-Haus Heidelberg, dem Queere Netzwerk Heidelberg und der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte.
Schicksal von sechs Frauen erforscht
Die Verfolgung von Lesben und frauenliebenden Frauen im Nationalsozialismus ist bis heute kaum präsent im kollektiven Gedächtnis. Das Kollektiv Queer Code, das 2015 in Frankreich gegründet wurde, stellt in der Ausstellung "Zerbrochene Verbindungen – Ravensbrück" seine umfangreiche Recherchearbeit und damit das Schicksal von sechs Frauen aus Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und den USA vor, die verhaftet und mehrheitlich in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück deportiert wurden.
Hierfür hat das Kollektiv unter Federführung der in Montpellier tätigen Archivarin Isabelle Sentis mit Historiker*innen aus verschiedenen Ländern wie Claudia Schoppmann aus Deutschland oder Christine Bard und Laurent Thévenet aus Frankreich zusammengearbeitet und akribisch Dokumente zu den Schicksalen der Frauen gesammelt.
Ausstellung erstmals in Deutschland
Die Ausstellung wurde in Frankreich von der Stiftung LIG (Fondation de dotation lesbien) und Lestime unterstützt und sollte 2020 anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers in Ravensbrück eröffnet werden, musste allerdings coronabedingt abgesagt werden. Trotzdem wurde sie 2023 in Lüttich, Toulouse und im Museum des Widerstandes und der Deportation in der Haute Garonne ausgestellt.
Vom 9. Januar bis 9. Februar 2024 ist die Ausstellung nun in deutscher Sprache auch in Heidelberg zu sehen. Der Eintritt zur Ausstellung und den Veranstaltungen ist frei. Die Öffnungszeiten des Rathauses sind Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr. (cw/pm)
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Rahmenprogramm der Ausstellung
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