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Frauen haben's besser
DFB-Spielerin Huth kritisiert Homophobie im Männer-Fußball
Homosexualität gilt im Männerfußball noch für viele als Tabuthema. Nationalspielerin Svenja Huth hat dafür nur wenig Verständnis – ebenso wie für staatliche Diskriminierung Homosexueller in Deutschland.

Svenja Huth wünscht sich, dass der Männer-Fußball genauso offen für Homosexuelle ist, wie es im Frauen-Fußball üblich ist (Bild: Facebook / Svenja Huth)
- 9. Januar 2024, 15:20h 2 Min.
Die deutsche Fußball-Nationalspielerin Svenja Huth hat die fehlende Toleranz für homosexuelle Profi-Fußballer bei den Männern bemängelt. "Der Frauenfußball ist von der Denkweise her moderner. Der Männerfußball steckt dagegen noch in alten Denkmustern, in der Homosexualität mit Weichheit und Schwäche verbunden wird", sagte die Kapitänin des VfL Wolfsburg der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung".
"Ich würde mir sehr wünschen, dass in der Bundesliga dieses Tabu endlich gebrochen wird", sagte die Europameisterin und Olympiasiegerin. "Ich denke, es könnte funktionieren, wenn sich viele homosexuelle Spieler zusammentun würden, um gemeinsam an die Öffentlichkeit zu gehen, damit man nicht alleine da steht." Noch in diesem Jahr soll es ein Gruppen-Coming-out geben. Ex-Jugendnationalspieler Marcus Urban hatte zuletzt erklärt, gemeinsam mit Kollegen ein solches Ereignis organisieren zu wollen (queer.de berichtete).
Die Mittelfeldspielerin war mit ihrer Frau dank künstlicher Befruchtung Mutter eines Sohnes geworden (queer.de berichtete). Das Paar hatte sich bei der Prozedur dazu entschieden, sie in Spanien durchzuführen, da sie hierzulande nicht anerkannt ist. Diese Diskriminierung in Deutschland hatte Huth auch öffentlich angeprangert (queer.de berichtete).
Huth beklagt weitere Diskriminierung
Die 32 Jahre alte Profi-Sportlerin beklagte in dem neuen Interview auch die Hürden des Adoptionsprozesses in Deutschland. "Das ist wirklich schade, dass man so viel Intimes preisgeben muss", kritisierte sie. "Es wird die wirtschaftliche Situation geprüft, es braucht ein ärztliches Attest, man muss die Lebensbiographie schildern, einen tabellarischen Lebenslauf hinterlegen. Man muss schildern, wie die Kindheit war, die Pubertät verlaufen ist und wie das Verhältnis zu den Eltern war", sagte Huth der Zeitung.
Hintergrund ist eine Diskriminierung im deutschen Abstimmungsrecht: Während Ehemänner sofort als Kind ihrer gebärenden Ehefrau anerkannt werden – unabhängig, ob sie der leibliche Vater sind oder nicht – ist dies bei lesbischen Paaren nicht vorgesehen. Die Ampel-Regierung hat zwar mehrfach eine Reform versprochen, die diese Diskriminierung beendet (queer.de berichtete). Bislang hat sich aber noch nichts getan. (dpa/cw)














