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Nordamerika

Mexikos Präsident entschuldigt sich bei trans Politikerin

Der 70-jährige Staatschef hatte die Parteikollegin in einer öffentlichen Erklärung als Mann bezeichnet.


Der Präsident entschuldigte sich am Dienstag zum Beginn seiner Pressekonferenz (Bild: Screenshot Youtube)

  • 10. Januar 2024, 04:50h 2 Min.

Nach Kritik an seiner Bezeichnung einer transgeschlechtlichen Abgeordneten als "als Frau verkleideten Mann" hat Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador um Verzeihung gebeten. "Ich bin sehr respektvoll und glaube an die Freiheit", sagte der 70-jährige Staatschef am Dienstag zum Beginn einer Pressekonferenz. Die Menschen sollten jede Person so annehmen, wie sie sich identifiziere, fügte er hinzu.

Die Abgeordnete Salma Luévano, die erste trans Abgeordnete im nationalen Kongress, würdigte die Äußerung. "Diese Erklärung ist äußerst wichtig, denn sie macht einen Kampf sichtbar, der uns Jahrzehnte gekostet hat. Ich bin eine Frau und das steht nicht zur Diskussion", schrieb sie auf der Online-Plattform X, vormals Twitter. Die 55-Jährige gehört der linken Partei Morena an, die von López Obrador gegründet wurde.

Aktivist*innen hatten die Aussagen des Präsidenten verurteilt und ihn aufgefordert, sich öffentlich zu entschuldigen. Mit dem Statement am Vortag hatte der Präsident auf Kritik eines Journalisten reagiert, der sich darüber empört hatte, dass der Präsident am Rande einer Veranstaltung Luévano mit einem kurzen Wangenkuss begrüßt hatte. Ein entsprechender Twitter-Eintrag hatte zu vielen transfeindlichen Äußerungen geführt. Auch hatte der Journalist unterstellt, dass der Präsident danach zurückgewichen sei.

Auf die Empörung angesprochen, hatte der Präsident den Kuss verteidigen wollen: "López-Dóriga kritisiert mich, weil ich einen als Frau verkleideten Mann geküsst habe. Ich küsse Männer und sie küssen mich", so López Obrador. Er begrüße viele Menschen mit einem Kuss, Männer und Frauen, das sei seine Art, jeweils ein kurzer Moment und nie zu einem Thema gemacht worden. Dabei hatte er später auch von Luévano als Kollegin gesprochen.

Der Präsident wisse von ihrer Transgeschlechtlichkeit und ihre Verbindung sei nicht von Distanz, sondern gegenseitigem Respekt geprägt, hatte auch Luévano betont. Der Journalist habe mit dem Tweet vor allem seine eigene Ignoranz gezeigt.

/ SalmaLuevano
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In den meisten Bundesstaaten Mexikos können Personen ihr rechtliches Geschlecht selbstbestimmt ändern, ein entsprechendes Gesetz wurde 2014 erstmals in Mexiko-Stadt verabschiedet. Das höchste Gericht des Landes bezeichnete die Selbstbestimmung als Menschenrecht. Durch Gerichtsurteile wurden zuletzt auch nichtbinäre Personen rechtlich anerkannt; seit dem letzten Jahr ist ein dritter Geschlechtseintrag im Pass möglich. (dpa/cw)

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