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Geschichte unterdrückter Homosexualität
Kristen Stewart über "Twilight": "Das ist so ein Gay-Movie"
Stewart, die selbst mit einer Frau liiert ist, liest heute in der Vampir-Romanze verdrängte homosexuelle Untertöne. "Es geht um Unterdrückung und darum, das zu wollen, was dich zerstören wird", sagt sie.

Kristen Stewart und Taylor Lautner in der "Twilight-Saga" (Bild: Summit Entertainment)
- 12. Januar 2024, 10:14h 2 Min.
US-Schauspielerin Kristen Stewart meint heute einen eindeutig nicht-heterosexuellen Unterton in ihrem Film "Twilight" zu erkennen. "Ich kann es erst jetzt sehen", erklärte die 33-Jährige dem US-Magazin "Variety". Der Film lasse sich als Geschichte unterdrückter Homosexualität lesen. Stewart ist selbst mit der Drehbuchautorin Dylan Meyer verlobt ist und war mit der Vampir-Romanze aus dem Jahr 2008 weltbekannt geworden.
Sie "glaube nicht, dass es zwangsläufig so angefangen hat", aber die Dreiecksbeziehung ihrer Film-Figur mit zwei Männern – gespielt von Robert Pattinson und Taylor Lautner – sowie die Religiosität der "Twilight"-Autorin Stephenie Meyer seien für sie Hinweise darauf, dass sich die Vampir-Romanze auch als Geschichte über unterdrückte Homosexualität lesen lasse, führte Stewart aus: "Das ist so ein Gay-Movie. Ich meine, mein Gott, Taylor und Rob und ich, und das ist so versteckt und nicht in Ordnung. Ich meine, eine Mormonin hat dieses Buch geschrieben. Es geht um Unterdrückung und darum, das zu wollen, was dich zerstören wird. Das ist eine sehr gotische, homosexuelle Stimmung, die ich liebe."
Der Film "Twilight – Biss zum Morgengrauen" wurde zu zu einem weltweiten Erfolg und führte zu vier Fortsetzungen: "New Moon – Biss zur Mittagsstunde" (2009), "Eclipse – Biss zum Abendrot" (2010), "Breaking Dawn – Biss zum Ende der Nacht, Teil 1" (2011) und "Teil 2" (2012). Stewart spielte in allen fünf Filmen die Rolle der Bella Swan. Bei Produktionskosten von insgesamt 400 Millionen Dollar spielte die Filmreihe weltweit allein an den Kinokassen über 3,3 Milliarden Dollar ein. Über die beiden männlichen Hauptdarsteller Pattinson und Lautner gab es danach Homo-Gerüchte.
Stewart hat sich inzwischen von der Vampir-Produktion emanzipiert und wurde mehrfach für ihre schauspielerische Leistung ausgezeichnet: 2015 erhielt sie etwa den César, den französischen Oscar, als beste Nebendarstellerin für den Film "Die Wolken von Sils Maria". 2022 erhielt sie zudem eine Oscar-Nominierung für ihre Darstellung von Lady Di im Biopic "Spencer". Zuletzt trat sie auch als Produzentin auf: So produzierte sie die letztes Jahr erschienene queere Geisterjagd-Realityserie "Living for the Dead" (queer.de berichtete). (dpa/dk)
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