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Heimkino
Wenn sich Trauer mit Eifersucht und Wut mischt
In "Good Grief" verliert ein schwuler Mann seinen Partner und versucht danach, sein Leben wieder irgendwie auf die Reihe zu kriegen. Dan Levys Netflix-Film ist dennoch kein schweres Drama, sondern überraschend leichtfüßig.

Das Glück von Marc (Dan Levy) und Oliver (Luke Evans) in "Good Grief" wird durch einen Autounfall beendet (Bild: Netflix)
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13. Januar 2024, 03:27h 3 Min.
Trauer, Untreue, das Verdrängen von Gefühlen, die Zerbrechlichkeit von Liebe und Freundschaft: Es sind nicht eben leichte Themen, die der schwule Regisseur, Autor und Hauptdarsteller Dan Levy in seinem Erstling "Good Grief" verhandelt. Allzu viel Tiefgang darf man dabei allerdings nicht erwarten – stattdessen gibt's erstaunlich viele amüsante Momente auf dem unvermeidlich erfolgreichen Weg zum Licht am Ende des Tunnels.
Erfolgsautor Oliver und sein Ehemann Marc wirken wie das perfekte Paar in einem perfekten Leben. Oliver (Luke Evans) schreibt Fantasyromane, die von Hollywood verfilmt werden, Marc (Dan Levy) illustriert seine Bücher und hat sich gut in dem luxuriösen Leben eingerichtet, das der Romanerfolg den beiden ermöglicht. Doch dann stirbt Oliver bei einem Autounfall, keine fünf Minuten entfernt von ihrem stattlichen Anwesen in London, in dem gerade noch eine fröhliche Weihnachtsparty mit vielen Gästen stattfand.
Böse Überraschungen in Paris
Zum Glück hat Marc seine engen Freund*innen Sophie (Ruth Negga) und Thomas (Himesh Patel), die in den Wochen und Monaten danach alles geben, ihm durch diese schwere Zeit zu helfen. Ein knappes Jahr später bringt Marc es endlich über sich, jene Weihnachtskarte zu lesen, die Oliver ihm kurz vor dem Unfall in die Hand gedrückt hatte – und erfährt darin, dass sein geliebter verstorbener Ehemann jemanden kennengelernt hatte und mit ihm bei nächster Gelegenheit darüber reden wollte.

Sophie (Ruth Negga) und Thomas (Himesh Patel) kümmern sich um Marc (Bild: Chris Baker / Netflix)
In die Trauer mischen sich Eifersucht, Wut, Enttäuschung, und alles noch verstärkt, als er kurz darauf von seiner Finanzberaterin erfährt, dass Oliver offenbar eine Wohnung in Paris hatte, von der er nichts wusste. Jene Stadt, zu der er unterwegs war, als ihn der Unfall aus dem Leben riss.
Spontan entscheidet Marc, seine BFFs Sophie und Thomas als Dank für ihre unermüdliche Unterstützung nach Paris einzuladen, ohne ihnen allerdings zu verraten, dass sein Mann dort einen Liebhaber hatte und er von der edlen Wohnung bis gerade eben gar nichts wusste. In Paris jedoch wird die Freundschaft der drei unerwartet heftig auf die Probe gestellt, denn auch Sophie und Thomas tragen Dinge mit sich herum, von denen die anderen nichts wissen. Und natürlich taucht dann noch Olivers Lover auf…
Lektionen fürs Leben
"Good Grief" kann sich durchaus sehen lassen und hält eine geschickte Balance zwischen Tragik und Komödie, zwischen Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit. Und offensichtlich will Dan Levy seinem Publikum auch noch ein paar nützliche Weisheiten mitgeben: Das Leben ist manchmal chaotisch und selten so, wie wir es uns wünschen. Aber wenn wir dem nicht ausweichen, wenn wir uns unseren Gefühlen stellen, wenn wir offen und ehrlich sind zu uns und unseren Freund*innen, wenn wir es wagen, trotz unserer Ängste zu lieben und unseren Leidenschaften nachzugehen, dann geht alles ein bisschen besser. Und natürlich: Die Zeit heilt alle Wunden.
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Das mag alles nicht falsch sein, aber es ist erstens nicht sonderlich neu, und zweitens lösen sich die Konflikte und Herausforderungen im Film am Ende doch alle etwas zu einfach in Wohlgefallen auf. Auch wenn durch einige Zeitsprünge durchaus signalisiert wird, dass diese Entwicklungen nicht von heute auf morgen gelingen. Aber es gibt keinen Moment, in dem man zweifelt, dass das Licht am Ende des Tunnels für Marc, Sophie und Thomas erreichbar ist. Und das ist für viele in solch emotional schwierigen Situationen dann vielleicht doch mehr Hollywood als Realität.
Good Grief. Tragikomödie. USA 2023. Regie: Dan Levy. Cast: Dan Levy, Luke Evans, Ruth Negga. Laufzeit: 100 Minuten. Sprachen: englische Originalfassung, deutsche Synchronfassung. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 12. Seit 5. Januar 2024 auf Netflix
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