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Polizei ermittelt

Pizzeria-Besitzerin in Italien nach Wirbel um homophoben Kommentar tot gefunden

Vor wenigen Tagen galt eine italienische Pizzeria-Besitzerin als Heldin, weil sie einen homophoben Gast zurechtgewiesen hat. Später kamen Zweifel an dieser Version auf. Jetzt ist die Frau tot.


Der Fall um die 59-jährige Pizzeria-Besitzerin aus Norditalien erschüttert das Land (Bild: Fredrik Rubensson / flickr)

  • 15. Januar 2024, 12:07h 2 Min.

Nach großem Wirbel um eine im Internet zunächst gefeierte und dann kritisierte Pizzeria-Besitzerin aus Italien ist die Frau tot aufgefunden worden. Am Sonntag wurde die Leiche der 59-jährigen Gastwirtin am Ufer eines Flusses unweit ihres Restaurants "Le Vignole" in der Gemeinde Sant'Angelo Lodigiano in Norditalien entdeckt, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Italienerin machte zuvor Schlagzeilen, weil sie schlagfertig auf eine homophobe und diskriminierende Online-Bewertung auf Google reagierte. Später kamen Zweifel an dieser Geschichte auf.

Ein Gast soll sich beschwert haben, dass er "neben einigen Schwulen" habe sitzen müssen und neben einem "Jungen im Rollstuhl, der nur mit Mühe essen konnte". Später sei der Eintrag gelöscht worden. Die Gastwirtin bat den Gast in ihrer Antwort laut einem von ihr geteilten Bildschirmfoto, nicht wiederzukommen (queer.de berichtete). Wörtlich schrieb sie: "Ich ersuche Sie freundlich, unser Lokal nicht mehr zu besuchen, es sei denn, Sie kehren zu den Werten von Menschlichkeit zurück, die ihre Kritik hat vermissen lassen."


Auf Facebook veröffentlichte die Pizzeria-Besitzerin ihre Antwort auf die homophobe Botschaft (Bild: Facebook)

In der Samstagsaussage der Zeitung "Corriere della Sera" sagte die Pizzeria-Besitzerin, der Autor sei nach der negativen Bewertung mit Freund*­innen noch einmal in ihr Restaurant gekommen. "Aber wissen Sie, was ich geantwortet habe: Gehen Sie weg, hier ist kein Platz für Sie", wird sie zitiert.

Der Fall sorgte in Italien für große Aufregung. Die Besitzerin der Pizzeria wurde zunächst für ihre Zivilcourage gefeiert. Doch kurz darauf mehrten sich in den sozialen Medien Zweifel an der Geschichte. Eine bekannte Journalistin, äußerte den Verdacht, der ganze Vorfall sei erfunden, und warf der Gastwirtin eine Marketingaktion vor. In der Nachrichtensendung TG3 wies die Besitzerin vor ihrem Tod die Zweifel zurück. Sie räumte aber ein, dass sie einer List aufgesessen sein könnte. 

Die genaue Todesursache der Gastwirtin ist noch unklar. Laut dem Sender RAI gelte Suizid als eine der wahrscheinlichen Todesursachen. An dem Flussufer fanden die Ermittler auch das Auto der Frau. Die Behörden ordneten die Autopsie der Leiche an. (dpa/cw)

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