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"Unvereinbar mit dem Spirit des Damen-Tennis"

Navratilova und Evert kritisieren mögliche WTA Finals im Verfolgerstaat Saudi-Arabien

In Saudi-Arabien steht auf Homosexualität die Todesstrafe und Frauen werden nach wie vor diskriminiert – dennoch sind in dem Land offenbar Frauen-Spitzentennisturniere geplant.


Martina Navratilova fordert, keine Frauen-Turniere in Saudi-Arabien zu veranstalten (Bild: martinanavratilova / instagram)

Die beiden amerikanischen Tennis-Legenden Martina Navratilova und Chris Evert haben sich in einem gemeinsamen Brief an WTA-Boss Steve Simon gegen eine Austragung der WTA Finals in Saudi-Arabien ausgesprochen.

"Wir erkennen die Bedeutung, verschiedene Kulturen und Religionen zu respektieren, absolut an. Gerade deshalb glauben wir, dass eine Erlaubnis, Saudi-Arabien die WTA-Finals austragen zu lassen, unvereinbar mit dem Spirit und dem Auftrag des Damen-Tennis und der WTA ist", heißt es in dem Schreiben, aus dem "Sports Illustrated" berichtete.

Die Damen-Organisation WTA sei auf der Basis von Fairness und Gleichheit gegründet worden, "um Frauen in einer Männer dominierten Welt zu stärken. Die WTA sollte daher Werte vertreten, die in starkem Kontrast zu denen von Saudi-Arabien liegen", forderten die beiden Frauen. "In diesem Land werden Frauen nicht nur als nicht gleichwertig angesehen, das Land kriminalisiert außerdem die LGBTQ-Community", heißt es in dem Brief. In Saudi-Arabien können Gerichte anordnen, Homosexuelle chemisch kastrieren zu lassen. Außerdem sind Folterstrafen oder sogar die Todesstrafe möglich.

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Saudi-Arabien betreibt "Sportswashing"

Es gibt seit längerem Spekulationen, dass das Jahresendturnier der acht besten Spielerinnen des Jahres 2024 erstmals in Saudi-Arabien stattfinden soll. Saudi-Arabien investiert bereits seit einiger Zeit riesige Geldsummen in den Sport, um seinen Einfluss in der Welt zu erhöhen und sein Image zu verbessern. Unter anderem im Golf, in der Formel 1 und im Fußball hatte Saudi-Arabien damit zuletzt Erfolg. Kritiker*innen bezeichnen dies als "Sportswashing", also als Versuch, die Menschenrechtsverletzungen durch positive Sport-Nachrichten zu entkräften.

Schon seit einiger Zeit versucht das Land, auch im Tennis an Einfluss zu gewinnen. Am Dienstag war bekannt geworden, dass der spanische Superstar Rafael Nadal eine Rolle als Botschafter des saudi-arabischen Tennisverbandes angetreten hat.

Die WTA hält sich zu dem Thema bislang bedeckt. Derzeit hat die Organisation noch keinen Austragungsort für die WTA Finals am Ende der Saison verkündet. Im vergangenen Jahr fand die Prestigeveranstaltung im mexikanischen Cancun statt. Wegen schlechter Bedingungen und organisatorischer Pannen hatte es viel Kritik gegeben.

Navratilova und Evert bestimmten in den Siebziger- und Achtzigerjahren das Frauen-Tennis – auch nach Navratilovas Outing im Jahr 1981. Navratilova trat seither offen für Homosexuellenrechte ein. Allerdings handelte sie sich in den letzten Jahren wegen transfeindlicher Äußerungen viel Kritik von LGBTI-Aktivist*innen ein. Erst kürzlich behauptete sie, dass trans Frauen keine Lesben wie sie sein könnten (queer.de berichtete). (dpa/cw)

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