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Baden-Württemberg

Grüne kritisieren "Verbots-Fantasien" beim Juniorpartner CDU

In Baden-Württemberg will die CDU gegen geschlechtergerechte Sprache vorgehen. Der Koalitionspartner Grüne zeigt sich irritiert.


Der grüne Vizefraktionschef Oliver Hildenbrand zeigt sich genervt, dass die CDU andauernd über das Gendern sprechen will (Bild: Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg)

Die baden-württembergische Grünen-Fraktion im Stuttgarter Landtag hat sich wegen eines geplanten Gender-Verbots irritiert über Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) gezeigt. "Es sind die Gegner*innen einer geschlechtergerechten Sprache, die ständig über das Gendern reden wollen. Einen Gender-Zwang herbeizufantasieren, um ein Gender-Verbot zu fordern – das ist und bleibt absurd", erklärte Grünen-Fraktionsvize Oliver Hildenbrand. "Ich kann mich nur wundern, dass diese Verbots-Fantasien für die CDU offenbar so wichtig und verlockend sind."

Strobl hatte kürzlich eine Verwaltungsvorschrift angekündigt, mit der Sonderzeichen wie Binnen-I und Gendersternchen in der Verwaltungssprache künftig untersagt werden (queer.de berichtete). Von dem Verbot sollen aber bislang nicht Schulen und Hochschulen betroffen sein.

Erst vor einer Woche hatte das Innenministerium noch einen Antrag für ein Volksbegehren gegen die geschlechtergerechte Sprache an Schulen und Behörden abgelehnt – aus formalen Gründen (queer.de berichtete). Die CDU lud daraufhin Initiator Klaus Hekking in ihre Fraktionssitzung ein. Hekking hatten gemeinsam mit anderen Gender-Gegner*innen tausende Unterschriften für ein Verbot gesammelt.

Gegenüber dem Südwestrundfunk zeigte sich das Staatsministerium von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) über die Ankündigung des neuen Verbots verwundert: Bereits jetzt würde in offiziellen Dokumenten keine Gender-Sprache verwendet.

Grüne: Genderverbot ist ein CDU-"Fetisch"

Laut SWR gebe es bei den Grünen Irritationen über das geplante Verbot. In dieser Frage hätten manche Konservativen wohl einen "Fetisch" entwickelt, hieß es demnach hinter vorgehaltener Hand. Es sei auch die Frage gestellt worden, ob das Innenministerium künftig "Genderpolizisten" in die Verwaltung entsenden wolle. Wenn dieses Thema im Kabinett behandelt werde, würden die Grünen nicht zustimmen. (cw)

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