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Alle Jahre wieder

Sachsen: Erneut Homophobie bei Karnevalsumzug

Eine Autostunde von Dresden entfernt fand zum zweiten Mal in Folge ein Karnevalsumzug statt, auf dem wieder massiv Stimmung gegen queere Menschen gemacht wird.


Mit diesem Wagen wurde in Karneval von Prossen gegen queere Menschen mobil gemacht (Bild: Screenshot Youtube)

  • 22. Januar 2024, 14:33h 2 Min.

Letztes Jahr hatte ein rassistischer und queer­feindlicher Karnevalswagen, in Prossen, einem Ortsteil von Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz, für Aufregung gesorgt: In einem Festwagen mit der Aufschrift "Asyl-Ranch" und dem Slogan "Deutschland dekadent und krank, Winnetou sucht Asyl im Sachsenland" war in der "Schifferfastnacht" symbolisch ein queerer Mensch an einem Marterpfahl von US-Ureinwohner*­innen gelyncht worden. Dies führte zu nationaler Kritik (queer.de berichtete).

Dieses Jahr setzte Wagenorganisator Tilo Hamann noch einen drauf: Auf dem "Asyl-Ranch"-Wagen wurden am Samstag queere Menschen nicht als Gefolterte, sondern als Täter*innen dargestellt. Die Aufschrift "Asyl-Ranch" war dieses Mal durchgestrichen, vielmehr prangte darüber jetzt die bunte Aufschrift "Regenbogenland"-Wagen. "Männer mit Regenbogenanzügen, Make-up und Perücken" fesselten laut "Welt" (Bezahlartikel) auf dem Wagen einen US-Ureinwohner am Marterpfahl. Auf einem großen Schild war dazu ein Schwulenwitz zu lesen: "Die letzte Rolle nahmen uns die Medien krumm, drum machen wir sie andersrum." Dazu wurden dem Bericht zufolge das Village-People-Lied "YMCA" und der Schlager "So schwul kann doch kein Mann sein" aus dem Jahr 1974 gespielt. Auf mehreren Youtube-Videos ist der Umzug zu sehen.

Wagen-Organisator Hamann wird von der "Welt" mit den Worten zitiert: "Wir lassen uns unseren Humor nicht verbieten." Er bestritt, dass sich der Wagen über Minderheiten lustig mache. Vielmehr seien die "Bunten" überall in Politik und Medien, so seine Verschwörungstheorie.

/ sebastianbeug
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Anderswo im "Welt"-Artikel äußert Hamann Sympathien für die rechtsextreme AfD und die Neo-Nazi-Gruppierung "Freie Sachsen", ohne dass dies im Artikel als problematisch dargestellt wird. Stattdessen heißt es in der "Welt": "Die Wirtschafts- und Energiepolitik, die ungeregelte Zuwanderung, die linke und grüne Weltsicht in vielen Medien – all das stört ihn, seit Jahren." Zudem wird Hamann mit den Worten zitiert: "Wir sind keine Rechten, wir haben nur Angst um unser Land."

Die "Freien Sachsen" haben in der Vergangenheit gegen CSDs demonstriert (queer.de berichtete).  Die Partei wurde im Juni 2021 vom sächsischen Verfassungsschutz als rechtsextreme Gruppierung mit verfassungsfeindlichen Bestrebungen eingestuft und im Bundesland beobachtet. (dk)


Auf der Facebook-Seite des lokalen Karnevalsvereins wird die "Schifferfastnacht" als "perfekter Auftakt" bezeichnet und dabei auch ein Bild des "Regenbogenland"-Wagens gezeigt (Bild: Facebook)

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