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AfD mit Nazi-Vergleich
"Stürmer-Manier": Gunnar Lindemann wütet gegen Trans-Aktivistin
In sozialen Medien wüten AfD-Politiker*innen gegen alle, die nicht ihrem völkischen Weltbild entsprechen – gerne auch mit einem Nazi-Vergleich.

Gunnar Lindemann im Berliner Abgeordnetenhaus (Bild: IMAGO / Stefan Zeitz)
- 24. Januar 2024, 15:44h 2 Min.
Der Berliner AfD-Politiker Gunnar Lindemann hat die frühere WDR-Journalistin Georgine Kellermann und den Westdeutschen Rundfunk in die Nähe des Nationalsozialismus gerückt. Im Socal-Media-Portal X kritisierte der 53-Jährige, dass die Trans-Aktivistin zu einer Demo gegen Rechts in Düsseldorf aufgerufen hatte. Der Rechtspopulist veröffentlichte zwei Screenshots von Kellermanns X-Profil und schrieb dazu: "Jetzt rufen schon die GEZ Staatsfunk #WDR [...] Journalisten zur Demo gegen die #AfD auf. Da braucht man sich über die Berichterstattung des Staatsfunkes in Stürmer Manier gegen die demokratische Opposition nicht mehr wundern." "Der Stürmer" war das Propagandablatt der NSDAP.

Das direkt gewählt Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses nahm es dabei mit der Orthografie und der Wahrheit nicht so genau: So ist die Trans-Aktivistin etwa bereits vor einem halben Jahr in den Ruhestand gegangen und arbeitet nicht mehr für den WDR (queer.de berichtete).
/ GeorgineKellermGibt es für die Demoteilnehmer einen Zuschlag? Weil #Düsseldorf pic.twitter.com/A4n6SJEUWc
Georgine Kellermann she/her (@GeorgineKellerm) January 23, 2024
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Der Tweet des AfD-Politikers war offenbar eine Rache-Aktion, weil sich Kellermann wiederholt über den Hobbykoch lustig gemacht hatte. So spottete sie letztes Jahr als Reaktion auf seine Forderung, einen Haftbefehl gegen den "Kriegsverbrecher Selenskj" (sic) zu verhängen: "Dosenrouladen sind extrem gefährlich fürs Hirn."
/ GeorgineKellermDosenrouladen sind extrem gefährlich fürs Hirn. pic.twitter.com/HOmpU8KESm
Georgine Kellermann she/her (@GeorgineKellerm) March 17, 2023
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Lindemann hatte bereits wiederholt mit queerfeindlichen Tiraden für Kopfschütteln gesorgt. 2020 diffamierte er etwa den CSD Marzahn als "antirussischen Rassismus", "Propaganda" und "Krawall" (queer.de berichtete). Nicht immer zeigt Lindemann in seinen Tiraden ein gutes sprachliches Verständnis: So kritisierte er etwa, dass die Boulevardzeitung B.Z. in einer Überschrift das Wort "Fahrspurende" benutzte. Diesen Begriff sah er als gendergerechten Neologismus wie "Studierende" an und behauptete, es handle sich um "Genderwahnsinn" (queer.de berichtete).
Anlass für den Nazi-Vergleich: Das Recherchenetzwerk Correctiv hatte vor zwei Wochen über Pläne für Massendeportationen nach rassistischen Kriterien berichtet. In einer Villa nahe Potsdam hatten sich Mitglieder der AfD mit bekannten Rechtsextremen getroffen, "um die Ansiedlung von Ausländern rückabzuwickeln". Dabei wollen sie auch deutsche Staatsbürger*innen deportieren. Seit Bekanntwerden dieses Planes gibt es bundesweit Demonstrationen gegen die AfD und andere Rechtsextreme. (dk)














