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Neue Enthüllungen
Peter Kurth finanzierte wohl "Identitäre Bewegung"
Der offen schwule ehemalige CDU-Senator hat queerfeindliche Rechtsextreme nach WDR-Recherchen offenbar weit mehr unterstützt als bisher bekannt.

2009 präsentierte sich Peter Kurth im Kölner OB-Wahlkampf als liberal und weltoffen, heute arbeitet er mit Rechtsextremen zusammen (Bild: IMAGO / Manngold)
- 25. Januar 2024, 11:32h 2 Min.
Der frühere Berliner CDU-Finanzsenator Peter Kurth hat nach Recherchen des WDR-Magazins "Monitor" 2019 mindestens 120.000 Euro an ein Immobilien-Unternehmen der rechtsextremen "Identitären Bewegung" überwiesen. Das Geld sei laut dem Bericht für eine Immobilie im oberösterreichischen Linz bestimmt gewesen.
Einen Tag nach Kurths Überweisung habe das Immobilien-Unternehmen knapp 200.000 Euro an den "identitären" Aktivisten Steven H. überweisen – mit dem Verwendungszweck "Darlehen Linz". Bei der Immobilie in einem Linzer Vorort soll es sich um ein "patriotisches Hauprojekt" handeln, in dem regelmäßig rechtsextreme Veranstaltungen stattfinden. Zu den Gästen zählten demnach auch AfD-Mandatsträger*innen.
Gegenüber "Monitor" erklärte der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde, in dem sich das "Hausprojekt" befindet, man gehe davon aus, dass es "deutsche Sponsoren gegeben haben muss". Über den Hintergrund der Finanzierung wisse man aber nicht mehr. Auf ihrer Homepage versprachen die Rechtsextremen potenziellen Investor*innen Anonymität. Kurth selbst will sich gegenüber dem ARD-Magazin nicht zu der Zahlung äußern.
Bereits Mitte Januar war bekanntgeworden, dass sich Kurth in seinem Haus mit bekannten Rechtsextremen getroffen hat (queer.de berichtete). Zu ihnen gehörte etwa AfD-Europawahl-Spitzenkandidat Maximilian Krah, der immer wieder gegen queere Menschen Stimmung macht. Nach dieser Veröffentlichung verlor Kurth seinen Job als Cheflobbyist des Verbandes der Recylclingwirtschaft (BDE). Er trat außerdem als Finanzberater des Berliner Erzbistums zurück.

Maximilian Krah, einer der rechten Buddys von Peter Kurth, hat seit zweieinhalb Jahren in seinem Twitter/X-Profil einen Tweet angeheftet, in dem er queeren Menschen vorwirft, "dekadent" zu sein
Peter Kurth war von 1999 bis 2001 Berliner Finanzsenator in der Regierung von Eberhard Diepgen. Von 2001 bis 2006 saß er im Berliner Abgeordnetenhaus. Seit öffentliches Coming-out hatte Kurth während des Bundestagswahlkampfes 2002. Damals erklärte er, er halte sexuelle Orientierung eigentlich für Privatsache, wolle aber auf diese Weise auch persönlich Stellung beziehen. Laut der Berliner CDU sei Kurth im Herbst 2023 aus dem Landesverband ausgetreten.
2009 war Kurth erfolglos als Oberbürgermeister-Kandidat der CDU angetreten (queer.de berichtete). Damals galt er als relativ liberaler Kandidat, der auch offen mit seiner Homosexualität umging. Wegbegleiter*innen von damals können seine rechtsextremen Kontakte nicht verstehen, berichtete der "Kölner Stadt-Anzeiger". "Er ist ein katholischer Mann, der offen schwul lebt und Flüchtlinge unterstützt", erklärte eine Person aus "informierten Kreisen" gegenüber der Regionalzeitung. (dk)
In der nächsten Folge von "Monitor" gibt es mehr Informationen zum Fall Peter Kurth. Sendetermin: Donnerstag 25. Januar um 21.45 Uhr im Ersten.












