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Speichermedien beschlagnahmt
Pforzheim: Polizei durchsucht queerfeindliche Baptistensekte
Wegen des Verdachts auf Volksverhetzung und Billigung von Straftaten durchsuchten Beamt*innen die Räume der Baptistenkirche "Zuverlässiges Wort". Prediger hatten mehrfach zum Mord an queeren Menschen aufgerufen.

Eingang der Baptistenkirche "Zuverlässiges Wort" in der Zerrennerstraße in Pforzheim (Bild: bkzw.church / instagram)
- 27. Januar 2024, 04:42h 2 Min.
In Pforzheim haben Polizist*innen am 18. Januar die Räumlichkeiten der extrem queerfeindlichen Baptistenkirche "Zuverlässiges Wort" durchsucht. Das bestätigte die zuständige Staatsanwaltschaft in Karlsruhe. Gegen die evangelikale Sekte wird seit Monaten wegen des Verdachts auf Volksverhetzung und der Billigung von Straftaten ermittelt.
Neben den Räumlichkeiten der Kirche in der Zerrennerstraße in Pforzheim durchsuchten Beamt*innen auch die Wohnung eines Predigers in Leipzig. Insgesamt wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegen vier Personen ermittelt. Bei zwei der Beschuldigten gehe man davon aus, dass sie sich im Ausland aufhalten. Bei den Durchsuchungen wurden elektronische Speichermedien und Kameraausrüstung beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden sollen.
Mordaufruf gegen Sven Lehmann bereits vor zwei Jahren
Bereits seit Ende 2021 berichtet queer.de in einem eigenen Schwerpunkt über die radikale Sekte und ihre wiederholten Mordphantasien gegen LGBTI. Als ihr Wortführer gilt der selbsternannte Prediger Anselm Urban, der bereits vor zwei Jahren in der Video-Botschaft "Queer-Beauftragter Sven Lehmann – Repräsentant des Abschaums der Gesellschaft" die Tötung des Grünen-Politikers und aller queeren Menschen im Land forderte. Der Strafverfolgung entzog sich Urban durch Flucht in die USA, wo er Unterschlupf bei seinen Glaubensgeschwistern der Faithful Word Baptist Church in Arizona fand.
Sein Exil hinderte ihn nicht daran, im März 2023 den Ableger der Sekte in Pforzheim zu eröffnen. Während Urban seine Hetze in Deutschland weiter über Videos verbreitete, säten Prediger wie Andy Shamoon oder "Bruder Moses" ihren Hass gegen queere Menschen auch vor Ort.
Grüne fordern Verbot der Gruppierung
Seit Mai 2023 wird die Fundisekte vom Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet. Eine Einstufung der Gruppierung als "kriminelle Vereinigung", wie von den grünen Landtags-Abgeordneten Oliver Hildenbrand und Felix Herkens gefordert, lehnt Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) bislang ab.
Nach den Durchsuchungen in Pforzheim und Leipzig verlangten Hildenbrand und Herkens genaue Hintergrundinfos zu den Ermittlungen und den Polizeieinsätzen. Gegenüber der "Pforzheimer Zeitung" kündigten sie eine Kleine Anfrage im Landtag an. (mize)











