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Social Media

Meta soll queere Menschen vor digitalem Targeting schützen

Mit der neuen Kampagne #SecureOurSocials fordern Human Rights Watch und weitere Organisationen verstärkte Maßnahmen zum Schutz der Sicherheit von LGBTI insbesondere auf Facebook und Instagram.


Drei Apps von Meta auf einem Smartphone: Instagram, Facebook und Threads (Bild: IMAGO / Pond5 Images)
  • 27. Januar 2024, 10:14h 4 Min.

In der neuen Kampagne #SecureOurSocials fordern die Organisationen Human Rights Watch, Social Media Exchange (SMEX), INSM Foundation for Digital Rights, Helem und Damj Association den Konzern Meta auf, verstärkte Maßnahmen zum Schutz der Sicherheit von LGBTI sowie allen anderen Nutzer*innen zu ergreifen, insbesondere auf Facebook und Instagram.

Die Kampagne basiert auf der Arbeit verschiedener Menschenrechtsorganisationen und dem Bericht von Human Rights Watch vom Februar 2023 "'All This Terror Because of a Photo': Digital Targeting and Its Offline Consequences for LGBT People in the Middle East and North Africa" (dt. etwa: 'Der ganze Terror wegen eines Fotos': Digitales Targeting und seine Folgen in der realen Welt für LGBT-Personen im Nahen Osten und Nordafrika), der den Einsatz von digitalem Targeting durch Sicherheitskräfte und dessen weitreichende Folgen in der realen Welt, etwa willkürliche Inhaftierungen und Folter, in fünf Ländern untersucht: Ägypten, Irak, Jordanien, Libanon und Tunesien. Die Ergebnisse zeigen, wie Sicherheitskräfte gezielt digitales Targeting einsetzen, um Beweise für die strafrechtliche Verfolgung von queeren Menschen zu sammeln oder solche zu fälschen.

Auf Facebook und Instagram schikaniert und geoutet

"Meta, das größte Social-Media-Unternehmen der Welt, sollte weltweit eine Vorreiterrolle einnehmen, wenn es darum geht, soziale Medien für alle sicher zu machen", sagte Rasha Younes, Expertin für LGBTI-Rechte bei Human Rights Watch. "LGBTI-Personen, deren Sicherheit bereits außerhalb des Internets häufig gefährdet ist, sollten, wenn sie Facebook und Instagram zur Vernetzung und Organisation nutzen, darauf zählen können, dass Meta alles in seiner Macht stehende tut, um ihre Sicherheit zu gewährleisten."

Die Kampagne #SecureOurSocials stützt sich auf Untersuchungen von Human Rights Watch und Empfehlungen der Zivilgesellschaft und soll Facebook und Instagram zu mehr Transparenz und Verantwortlichkeit bewegen. So sollen die Plattformen etwa aussagekräftige Daten über Investitionen in die Sicherheit der Nutzer*innen veröffentlichen, einschließlich der Moderation von Inhalten in Nahost und Nordafrika sowie weltweit.

Die von Human Rights Watch befragten queeren Personen berichteten, dass sie ihren Job verloren haben, familiärer Gewalt – einschließlich Konversionspraktiken ausgesetzt waren, dass sie ihren Wohnsitz wechseln und sogar aus ihrem Land fliehen mussten und aufgrund der Verfolgung im Internet, auch auf Facebook und Instagram, unter schweren psychischen Folgen litten.

Dutzende von Human Rights Watch befragte LGBTI gaben an, auf Facebook und Instagram belästigt, gedoxxed, geoutet und schikaniert worden zu sein. In all diesen Fällen habe Meta entweder nicht auf ihre Beschwerden reagiert oder festgestellt, dass die gemeldeten Inhalte nicht gegen ihre Richtlinien verstießen und deshalb nicht gelöscht würden.

Tipps zur sicheren Nutzung

Um das Bewusstsein für dieses Thema zu schärfen, hat Human Rights Watch in Zusammenarbeit mit der libanesischen Drag-Pionierin Anya Kneez ein Erklärvideo erstellt und einen Leitfaden entwickelt, der Tipps für queere Menschen zur sicheren Nutzung von sozialen Medien wie Facebook und Instagram enthält.

Direktlink | Das "Sicherheitsvideo" von Dragqueen Anya Kneez
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Obwohl die Richtlinien und Standards von Meta viele Formen von Rechteverletzungen im Internet verbieten, versagt das Unternehmen häufig bei der konsequenten Anwendung dieser Regeln auf seinen Plattformen, so Human Rights Watch. In der Folge verbleiben Inhalte, die sich gegen LGBTI richten, auf Facebook und Instagram, selbst wenn sie gegen die Richtlinien von Meta verstoßen, während die Plattform andere Inhalte entfernt, wie zum Beispiel Berichte über Menschenrechtsverletzungen.

#SecureOurSocials macht verschiedene Vorschläge zum Schutz von LGBTI auf den Plattformen von Meta und fordert Meta auf, offenzulegen, welche Summen das Unternehmen jährlich in die Sicherheit der Nutzer*innen investiert. Meta soll außerdem überzeugend erklären, in welchem Verhältnis die Investitionen in Vertrauen und Sicherheit zum Schadensrisiko stehen, und zwar aufgeschlüsselt nach allen Regionen, Sprachen und Dialekten im Nahen Osten und Nordafrika. Human Rights Watch hat auch ein Dokument mit Fragen und Antworten veröffentlicht, das die Ziele der Kampagne und die Empfehlungen an das Unternehmen detailliert beschreibt und erläutert, warum Meta im Mittelpunkt der Kritik steht.

"Meta hat zu wenig in die Sicherheit der Nutzer investiert und unterschätzt, in welchem Maß seine Plattformen die Verletzung der Rechte von LGBT-Personen in der Region ermöglichen", so Rasha Younes von Human Rights Watch. "Meta sollte generell immer für die Sicherheit der Nutzer auf seinen Plattformen sorgen, und ganz besonders dann, wenn es sie vor groben Menschenrechtsverstößen schützen kann." (cw/pm)

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